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Einnahmen sprudeln: Königsbronn kann auf neue Schulden verzichten

Da die Einnahmequellen 2016 kräftig sprudelten, konnte Königsbronn auf neue Schulden in Höhe von einer Million Euro verzichten. Das kommt nicht nur der Rücklage zugute.

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Planmäßig verläuft die seit Jahresbeginn erfolgende Generalsanierung der Georg-Elser-Schule in Königsbronn. Die Kosten der Modernisierung des Gebäudekomplexes summieren sich auf rund vier Millionen Euro. Um diesen Brocken stemmen zu können, hat die Gemeinde die Finanzierung auf zwei Jahre verteilt. Nach 2016 wird auch der laufende Haushaltsplan der Gemeinde davon geprägt.  Foto: 

Sehr positiv verlief in Königsbronn das Haushaltsjahr 2016, so dass die Gemeinde einigermaßen beruhigt auf die finanziellen Herausforderungen des laufenden Haushaltsjahres blicken kann.

Dickster Brocken heuer: 2,2 Millionen Euro als zweite Rate für die Generalsanierung der Georg-Elser-Schule. „Die Ausgabenansätze konnten weitgehend eingehalten und teilweise unterschritten werden“, bilanzierte sichtlich erleichtert Kämmerer Dieter Cimander anlässlich der Vorstellung des 2016er-Zahlenwerks vor dem Gemeinderat. Und: Steuern und Zuweisungen spülten knapp 691000 Euro mehr als erwartet in die Gemeindekasse.

An einem kräftigen Griff in die Rücklage kam man trotzdem nicht vorbei, doch gab diese das auch locker her, war mit 5,125 Millionen Euro für Königsbronner Verhältnisse außergewöhnlich gut bestückt.

Zum Vergleich: 2012 hatten die Königsbronner hier gerade mal 1,8 Millionen Euro auf der hohen Kante, nur etwa sechs Mal mehr als der gesetzlich vorgeschriebene Mindestbestand. War ursprünglich vorgesehen, das fette Finanzpolster um 3,26 Millionen zu reduzieren, reichte nun tatsächlich eine Entnahme in Höhe von 2,72 Millionen Euro. Mit dem vom Gemeinderat ebenfalls wohlwollend zur Kenntnis genommenen Ergebnis, dass die Rücklage es mit 2,4 Millionen Euro zum Jahresende 2016 noch auf eine eine vergleichsweise respektable Höhe brachte.

Verwaltungshaushalt wirft mehr ab

Damit nicht genug, hatte Dieter Cimander eine weitere frohe Finanzbotschaft zum Haushaltsjahr 2016 parat: weil der Verwaltungshaushalt deutlich mehr abwarf als erwartet, „konnte im Vermögenshaushalt auf die eingeplante Darlehensaufnahme in Höhe von einer Million Euro verzichtet werden“.

Als verlässlicher Grundpfeiler der Finanzen erwies sich bei den Einnahmen der Gemeinde nach einem ähnlich guten Vorjahr 2015 auch wieder die Gewerbesteuer mit für Königsbronner Verhältnisse üppigen 3,828 Millionen Euro.

Nur leicht senkend wirkte sich das gute Haushaltsjahr auf den Schuldenstand der Gemeinde aus. Aufgrund einer Tilgung in Höhe von rund 153000 Euro betrug der am Jahresende 2016 noch 2,017 Millionen Euro. Zum Vergleich: im Fünf-Jahres-Zeitraum 2012 bis 2016 lag der Schuldenstand der Gemeinde stets über zwei Millionen Euro und mit 2,41 Millionen im Jahr 2013 am höchsten.

Schulden leicht reduziert

Verteilt man die 2,017 Millionen Euro Schulden von Ende 2016 auf die vom Statistischen Landesamt Ende 2015 registrierten 7142 Einwohner, ergibt sich für den Kämmerei-Haushalt 2016 eine Pro-Kopf-Verschuldung von 282 Euro. Allerdings liegt dieser Betrag mit rund 980 Euro pro Einwohner deutlich höher, wenn man darüber hinaus der Vollständigkeit halber auch die Verbindlichkeiten der Eigenbetriebe Wasserversorgung und Abwasserentsorgung mit berücksichtigt.

Doch auch wenn 2016 deutlich besser lief als erwartet: „Für 2017 brauchen wir die Million“ bekräftigte der Kämmerer mit Blick auf die heuer zu stemmenden Aufgaben. Ratsmitglied Wolfgang Lutz fand anerkennende Worte für die transparente Darstellung komplexer Zahlen und sprach von einem „strammen Programm auch für die Verwaltung“. Bürgermeister Michael Stütz befand, die Gemeinde könne Finanzpolster gut gebrauchen, sieht diese aber auf einem gutem Weg.

108 Prozent Kostendeckung: Volkshochschule glänzt mit 5000 Euro Überschuss

Ist das Geld knapp, rücken bei der Gemeinde schnell auch die „kostenrechnenden Einrichtungen“ in den Blickpunkt der Aufmerksamkeit. Hier gibt es wie immer, also auch bezogen auf das Abrechnungsjahr 2016, in Königsbronn Licht und Schatten. Darauf Einfluss genommen werden kann über die Gebühren.

Positiv fällt die Volkshochschule auf. Die hatte zwar zwar rund 62 000 Euro Ausgaben, erzielte jedoch auch erkleckliche Einnahmen, und zwar rund 67 000 Euro. Was bedeutet, dass fast 5000 Euro Überschuss verbucht werden konnten und hinsichtlich Kostendeckung eine Quote von 108 Prozent erreicht wurde.

Am anderen Ende der Skala rangiert die Jugendbücherei mit gerade mal zwei Prozent Kostendeckung. Ausgaben in Höhe von 70 385 Euro standen lediglich 1722 Euro an Einnahmen gegenüber.

Immerhin auf 32 Prozent brachte es die Georg-Elser-Gedenkstätte mit 29 049 Euro Ausgaben und 9366 Euro Einnahmen.

Ein „Verlustgeschäft“ ist nach wie vor auch das Gemeindeamtsblatt, das die Gemeinde 2016 satte 171 258 Euro kostete, aber „nur“ 100 770 Euro einbrachte. Was einem Deckungsgrad von 59 Prozent entspricht.

Mit 87 Prozent Deckungsgrad hat sich das Bestattungswesen (Friedhofsgebühren) hinsichtlich der Kostendeckung deutlich verbessert. Die Ausgaben beliefen sich auf 138 549 Euro, die Einnahmen auf immerhin 120 456 Euro. gst

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