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Die Farben der Stadt Herbrechtingen

Stadträte geraten bei der Auswahl der Farben für die künftige Sport-und Mehrzweckhalle in eine intensive Diskussion über Natürlichkeit und Wertigkeit.

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Jeder Bereich der Sport- und Mehrzweckhalle hat eine eigene Farbenpalette. Von links: Foyer mit Mensa, Mehrzweckraum mit Bühne, Sportflächen mit Sanitäranlagen im Obergeschoss und Dreifeldhalle über beide Etagen  Foto: 

Die Farben der Stadt Herbrechtingen: Diese sollen sich innen wie außen an der neuen neuen Sport- und Mehrzweckhalle finden. Gefunden hat diese Farben Stefan Pixner, „Man braucht nur etwas den Boden aufzuschürfen“, verriet der aus Münsing bei München stammende Maler den Mitgliedern des Gemeinderats seinen Trick: „Und mit offenen Augen durch die Stadt gehen.“

Pixner gilt als Spezialist für Naturfarben und war vom Gemeinderat im Juli dieses Jahres mit der Erstellung eines Farbkonzepts beauftragt worden. Was Pixner im Herbrechtinger Boden nun gefunden hat? Jurakalk. Und mit Kalk und dessen cremigen, ums Weiß spielenden Farben soll denn auch der 16 Millionen Euro teure Neubau im Bibris verputzt werden. „Das ist authentisch, das ist ehrlich.“

Oder wäre eine Metallfassade nicht doch besser? Eine Frage, die zu stellen war. Schließlich, so der Hinweis von Bürgermeister Dr. Bernd Sipple, gehe es um die Außenwirkung des am mächtigsten wirkenden Gebäudes in der Innenstadt. Schon die Arbeitsgruppe, welche im Vorfeld der Gemeinderatssitzung mit dem Farbkonzept befasst war, hatte deswegen über eine Metallfassade als Alternative nachgedacht und die Kosten verglichen. Thorismuth Gaiser als Vertreter des Planungsbüros Sport-Concept verdeutlichte aber, dass eine wertig empfundene Metallfassade wie etwa beim Steiff-Museum den vom Gemeinderat gesetzten Kostenrahmen deutlich sprengen würde. Richtig sei aber auch, dass eine Putzfassade nach 25 Jahren zu erneuern wäre. Auch beim dem mit einer Folie abgedichteten Flachdach wäre in diesem Zeitraum mit einer Sanierung zu rechnen. CDU-Stadtrat Robert Smejkal hatte Metallfassade und Metalldach nochmals ins Spiel gebracht – dies auch deshalb, weil Pixner eine Materialwahl im Einklang mit der Natur für sich reklamiert hatte. „Wir sind hier mitten im Grünen. Hier eine Alu-Fassade, das quietscht.“ Smejkal, beruflich im Umgang mit Metall geschult, wollte in der Materialfrage nicht zwingend recht behalten, aber doch auch klarstellen, dass Metall auch ein Naturprodukt ist und als Fassade verarbeitet, zu 99.5 Prozent wiederverwertet werden könnte.

Dunkle Böden beruhigen

Diesen Streit beiseite gelassen konnten sich alle Fraktionen mit der Farbpalette von Pixner anfreunden. Allenfalls die dunklen Böden in der Mensa und dem Mehrzweckraum im Erdgeschoss, der auch kulturellen Zwecken dienen soll, störte manche. Martin Müller (Freie Wähler) fand diese schlicht zu schwarz. Gaiser sicherte ein Nachjustieren zu. Generell, so Pixner, wirkten dunkle Böden beruhigend. „Man spricht in solchen Räumen leiser.“

Eine ganz andere Farbpalette haben die Räume, in denen Sport getrieben wird. Grelle Signalfarben wird es aber nicht geben. „Wir haben im Neubau 120 Oberflächen mit einer jeweils eigenen Materialität“, verdeutlichte Pixner die Schwierigkeit, diese mit Farben in einen Einklang zu bringen. Ringer-Chef Manfred Strauß hätte als CDU-Stadtrat gern auch die Farben der TSV, weiß und blau, im Gebäude wiedergefunden. Es werde dafür Stellen geben, versicherten die Planer. „In der Summe passt es“, meinte Gaiser. Auch in der Wertigkeit. „Je schöner ein Gebäude ist, desto mehr wächst die Achtung davor“, wusste Pixner aus Erfahrung. An wertig anmutenden Gebäuden gebe es deutlich weniger Vandalismus.

Gaiser hatte eingangs nochmals betont und auch an einem Modell vorgeführt, wie entscheidend wichtig für die Gesamtwirkung der Halle die großzügige Überdachung der Westfassade ist. Hier befinden sich alle Eingänge. „Das Haus öffnet sich so zu Innenstadt hin.“

Mit seinen leichten Farben und dem Kalkputz, ist Pixner, überzeugt, werde das gesamte Gebäude vom Empfinden her in eine Bewegung versetzt. Neben Authentizität war Attraktivität war für ihn ein weiterer Leitgedanke. „Die Leute sollen denken, wenn sie die Halle sehen: Da will ich rein.“

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