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Biogas-Strom aus dem Häule schon im Oktober?

Nach langwieriger Planung geht es jetzt mit großen Schritten voran: Für die Biogasanlage nahe Gussenstadt werden dieser Tage die ersten Behälter gegossen. Im Oktober könnte bereits die Stromerzeugung starten.

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Es geht hoch her im „Häule“: Im Pendelverkehr liefern Lastwagen Schotter an, Bagger heben die Grube für die Fahrsilos aus, von zwei Lastzügen laden Arbeiter tonnenweise Schaltafeln für die runden Behälter ab. Inmitten des Trubels steht Thomas Häcker und sieht alles andere als unzufrieden darüber aus, dass es nach vielen Monaten der Diskussion und Planung nun losgeht.

Vergangene Woche seien die Erdarbeiten durch die Regenfälle noch gebremst worden, sagt Häcker. Spätestens mit dem Eintreffen der Spezialisten für Behälterbau Anfang der Woche geht es nun rund – und das im Wortsinn: Häcker zeigt in eine gut 30 Meter durchmessende Grube, in der die Ausmaße der Bodenplatte für die so genannte Vorgrube zu erkennen sind. Neben etlichen Tonnen Bewehrungsstahl haben die Arbeiter auch zwei Millimeter dicke Kunststofffolie ausgelegt. „Der gesamte Behälter wird mit dieser Folie eingeschweißt“, erklärt Häcker. Zusätzlich wird der riesige Bottich später auch von innen abgedichtet, damit nichts nach außen dringen kann. In dieser Vorgrube wird später von den Landwirten angelieferter Mist und Gülle gelagert, bevor diese Rohstoffe zur Gasproduktion in den Fermenter gelangen, dessen Grube ebenfalls bereits ausgehoben ist.

Am Donnerstag wurde die erste Bodenplatte gegossen. Ein Graben zur Trafostation am Ortsrand wurde ebenfalls schon gebaggert, die Kabel, über die der erzeugte Strom künftig fließen soll, sollen in den nächsten Wochen in den Boden gelegt werden.

Mit den Männern der Firma Wolf hat die mittlerweile eingetragene Genossenschaft ausgewiesene Fachleute für Behälterbau beauftragt, die eigens aus dem Hochwassergebiet nahe Deggendorf auf die Alb gereist sind. Zwei bis drei Wochen soll der Bau der ersten Behälter dauern, dann wird der Kran für die weiteren Behälter umgesetzt. Parallel werden auch die aus Fertigteilen montierten Fahrsilos gebaut – und möglichst rasch auch befüllt, immerhin soll es nach derzeitiger Planung im Oktober losgehen. „Das ist auch zu schaffen“, ist Häcker überzeugt.

Dank ausgeklügelter Technik könnte die Energiegenossenschaft dann womöglich sogar am so genannten Regelenergiemarkt mitmischen. Im Gegensatz zu anderen Stromerzeugern wie Windkraft- oder Solaranlagen, aber auch relativ schwerfälligen großen Kohlekraftwerken kann eine Biogasanlage zu den Zeiten verstärkt Strom liefern, wenn viel gebraucht werde, etwa morgens, wenn zahllose Menschen gleichzeitig Kaffee kochen oder den Toaster anschalten. Wer zu diesen Stoßzeiten flexibel Strom zur Verfügung stellen könne, bekomme dies auch gut honoriert, erklärt Häcker.

Mittlerweile sind 16 Landwirte der Genossenschaft beigetreten, und auch das zweite Standbein des Vorhabens macht Fortschritte. 35 „definitive Zusagen“ von Hauseigentümern, die künftig die bei der Stromerzeugung entstehende Nahwärme nutzen wollen, liegen laut Häcker bereits vor. Zudem will die Gemeinde künftig öffentliche Gebäude in Gussenstadt regenerativ beheizen.

Im persönlichen Gespräch wollen die Genossenschafter in den kommenden Wochen noch weitere Kunden gewinnen. Entgegen kommen ihnen dabei nach Häckers Einschätzung jüngste Pläne der grün-roten Landesregierung, die den Pflichtanteil erneuerbarer Energien bei neuen Heizungen von zehn auf 15 Prozent anheben will. Damit werde sich die Investition in Nahwärme für die Hausbesitzer noch schneller rechnen. Nach derzeitiger Planung soll die Wärmeversorgung in den Ort im kommenden Jahr gebaut werden.

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