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Bahnhofshock: Hauptsache 1964

Es ist erst 50 Jahre her: 1964 stellte die damalige Härtsfeldbahn ihren Betrieb von Dampfloks auf moderne Diesel-Triebwagen um. Auf dem Betriebsgelände der heutigen Schättere in Neresheim wurde jetzt bei der Bahnhofhocketse dieser runde „Geburtstag“ gefeiert. Vom Optimismus der Wirtschaftswunderzeit war viel zu spüren – aber natürlich auch etwas Wehmut.

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Bei der Bahnhofhocketse in Neresheim drehte sich alles um das Jahr 1964 und den „modernen“ Triebwagen T 33 (im Bildhintergrund), der 50 Jahre alt wurde. Der Geburtstag kann aber nur gefeiert werden, weil der „T 33“ genau vor 30 Jahren vom HMB-Vorsitzenden Werner Kuhn schrottreif in Amstetten entdeckt und dann vom Verein liebevoll restauriert wurde.  Foto: 

Zwei Männer gehen langsam zum Geburtstagskind, dem Triebwagen T 33, der wie frisch aus der Fabrikhalle auf den Schienen steht. Karl-Heinz Barro, 73, aus Neresheim und sein Freund Erich Müller, 75, waren beide „echte, alte Härtsfeld-Eisenbahner“ und sind heute noch stolz darauf. Sie waren mit die ersten, die den Triebwagen gefahren sind.

Ein Stück Familiengeschichte

„Erst zwei Jahre Werkstatt, dann ein Jahr als Schaffner und dann die Triebwagenprüfung gemacht“, erzählt Barro. Drei Generationen seiner Familie waren bei der Härtsfeldbahn. Sein Großvater kam 1945 bei einem Fliegerangriff auf die Bahn ums Leben. Sein Vater war ganze 48 Jahre dabei. So ganz überwunden hat Barro die Schließung der Bahn Ende 1972 noch nicht. Seinem damaligen Zugführer Erich Müller geht es sichtbar genauso.

Zurück zum „T 33“. „Den habe ich genau vor 30 Jahren, am 23. August 1984, während meines Urlaubs in Amstetten entdeckt“, erzählt der Vorsitzende des Härtsfeld-Museumsbahnvereins, Werner Kuhn. Im November 1984 kam der schrottreife „T 33“ dann erst nach Unterkochen und ein Jahr später „hoch nach Neresheim“. „Das hat mein Leben verändert“, lacht Werner Kuhn im Kreis der vielen Gleichgesinnten, die sich am Wochenende auf dem Bahnhofsgelände versammelt hatten.

Der modernste Reisebus überhaupt

Direkt vor dem Schienenbus parkt ein Neoplan NH6-7L Typ Hamburg. Er gilt als erster moderner Reisebus überhaupt. „Eigentlich ist es ja ein Auwärter“, übernimmt Dr.-Ing. Konrad Auwärter, Sohn des ehemaligen Firmeninhabers der innovativen Firma aus Stuttgart-Möhringen, gut gelaunt und fast fröhlich die Erklärung. Von ihm konnte man dann erfahren, dass sein Bruder diesen damaligen „Superbus“ Anfang der Sechzigerjahre während seines Studiums in Hamburg gebaut hat, dass von seinem Vater der Triebwagen T 33 stammt und dass Neoplan („neuer Plan“) und Setra („selbsttragende Karosserie“) eigentlich erst nur interne Kunstbegriffe waren, die aber schnell zu griffigen Markennamen wurden.

„Der Bus kommt grade von Dreharbeiten für den nächsten Film ,Die Kirche bleibt im Dorf‘“, erzählt dann Fahrer Heiner Costabel, 67. Er selbst ist eigentlich renommierter Konzertpianist aus Stuttgart und tourt „als Hobby“ mit dem modernen, alten Auwärter-Neoplan durch die Gegend.

Eines wurde für alle Besucher der Bahnhofhocketse in Neresheim wieder einmal deutlich: Wer Geschichte erleben und Geschichten aus dem Leben hören will, muss an solchen Tagen zur Härtsfeld-Museumsbahn gehen.

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