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Autobahn 7: Schluss mit dem Schneckentempo

Am A7-Agnesburgtunnel bei Westhausen gilt nun 80 statt 60 km/h. Warum das bisherige Tempolimit so niedrig war und was noch fehlt, bis die Strecke auf 100 km/h freigegeben werden kann.

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Noch nicht ganz freie Fahrt, aber immerhin 80: Nach einem kurzen nächtlichen Test, für den der Tunnel voll gesperrt wurde, gilt seit Anfang der Woche Tempo 80 im Agnesburgtunnel.  Foto: 

Der Agnesburgtunnel auf der A7 bei Aalen-Westhausen wird später fertig als geplant. Statt im Frühjahr 2016 wird es Frühsommer 2017 werden, bis die letzten Arbeiten abgeschlossen sind und der Verkehr mit dann 100 Stundenkilometern fließen kann. Grund für die Verzögerung ist unter anderem die Beschilderung. Seit vergangener Woche gilt immerhin Tempo 80 statt bisher 60. Was jetzt noch fehlt, bis die Röhren auf 100 freigegeben werden – die wichtigsten Fragen und Antworten.

Warum galt bisher 60?

Bis zum vergangenen Wochenende gab es noch keine variablen Geschwindigkeitsanzeigen vor dem Tunnel, sondern nur Blechschilder. Mit diesen war es nicht möglich, darauf zu reagieren, wenn im Tunnel ein Brand ausgebrochen wäre oder es einen Unfall gegeben hätte. Zwar registriert das Sicherheitssystem im Tunnel derlei Vorfälle, doch war es bisher nicht möglich, dass die Geschwindigkeit der Autofahrer vor und im Tunnel automatisch reduziert wird. Möglich war bislang nur die automatische Vollsperrung. Um in einem solchen Fall die Unfallgefahr zu minimieren, galt für die anfahrenden Autos 60.

Warum gilt jetzt (nur) 80?

Seit dem Wochenende sind so genannte dynamische Wechselverkehrszeichen aktiv. Das sind Leuchtschilder, die ihre Anzeige verändern können. Dank dieser Schilder kann der Verkehr im Notfall schon ab 600 Meter vor dem Tunnel verlangsamt werden. Das jetzt installierte Schildersystem ist mit der Sicherheitstechnik im Tunnel verbunden und steuert sich automatisch selbst – kann aber auch von außen, etwa von der Verkehrszentrale in Stuttgart, gesteuert werden. Dass dennoch trotzdem nur 80 km/h erlaubt sind, liegt daran, dass es sich bei den jetzt installierten Schildern nur um Provisorien handelt.

Warum gibt es jetzt eine Zwischenlösung?

Im Verlauf des letzten Jahres stellte sich heraus, dass die bestehenden Alu-Brücken, an denen die früheren Leucht-Verkehrsschilder über der Fahrbahn angebracht sind, erneuert werden müssen, weil unter anderem Risse in den Verankerungen entdeckt wurden. Diese Erneuerung war ursprünglich nicht vorgesehen. Projektleiter Timo Schneider vom Baureferat Ost in Ellwangen: „Es stellte sich dann die Frage, ob man das noch mitmacht, oder ob man vielleicht in bereits fünf Jahren wieder anfangen muss.“ Man entschied sich, die Brücken zu tauschen, dies aber führt nun zu Verzögerungen. Für die Zwischenzeit gibt es die provisorische Lösung mit vorläufigen Schildern und Tempo 80. Schneider: „Wir legen Wert darauf, dass der Verkehr zügig fließt, deswegen haben wir die Zwischenlösung ermöglicht.“

Wann ist der Tunnel fertig?

Geplant ist Juni 2017. Im April sollen die neuen Verkehrsbrücken aufgebaut werden. Anschließend werden die endgültigen Schilder montiert und mit der Tunnel-Technik verbunden.

Wie schnell wird man ab Sommer fahren dürfen?

Sobald endgültige Schilder und Sicherheitstechnik verbunden sind, soll es einen abschließenden Test geben, für den der Tunnel einen ganzen Tag gesperrt wird. Läuft alles wie geplant, wird der Tunnel anschließend auf maximal 100 km/h freigegeben. Je nach Verkehrsfluss und Sichtverhältnissen regelt sich das Tempo dann selbst.

Was wurde in der Zeit seit 2012 alles am Tunnel erneuert?

Die Vorbereitungen starteten 2012. Baubeginn war 2013. Seither wurden neu gebaut zwei Verbindungsstollen, die Notruf- und Hydrantennischen, ein Havariebecken, eine Druckerhöhungseinrichtung sowie Schutzeinrichtungen an den Tunnelportalen. Erneuert wurden unter anderem der bestehende Verbindungsstollen, die Löschwasserversorgung, der Gewölbebeton, Bauwerksabdichtungen und die Drainage. Auch die Technik wurde erneuert oder ausgetauscht, unter anderem an Stromversorgung, (Not-)Beleuchtung, Belüftung, Messgeräten und Kameras.

Ist der Tunnel etwas Besonderes?

Ja. Zum einen, weil er mit fünf Prozent Gefälle einer der steilsten im Land ist. Zudem herrschen an beiden Enden oft gänzlich unterschiedliche Wetterverhältnisse, obwohl er nur rund 800 Meter lang ist. Dies hat Auswirkungen auf den Verkehrsfluss und die Belüftung. Auch wurde in ihm erstmals in Deutschland weißer Spritzbeton verbaut, um die Sicht zu verbessern. Darüber hinaus rollt durch den Tunnel überdurchschnittlich viel Schwerlastverkehr: 24 Prozent der täglich durchfahrenden 45 000 Fahrzeuge sind Lkw.

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