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AKW Gundremmingen: Mehrfach zu viel Strom produziert?

Die Grünen werfen dem Gundremminger Betreiber vor, mehrfach die Reaktorblöcke überhitzt zu haben.

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Das Atomkraftwek in Gundremmingen.  Foto: 

Die Vorwürfe kommen aus der Landtagsfraktion der Grünen im Münchner Landtag: Während der vergangenen eineinhalb Jahre sei das Kraftwerk sechsmal oberhalb der genehmigten Leistungsgrenze betrieben worden.

Als Grundlage ziehen die Grünen Zahlen heran, die der Betreiber RWE auf seiner eigenen Transparenzseite sowie auf der offiziellen Transparenzseite der Strombörse Leipzig EEX gemeldet habe. „Die Meldungen sind alarmierend“, so der energiepolitische Sprecher der Grünen, Martin Stümpfig, der dem Betreiber in der Süddeutschen Zeitung zudem vorwirft, die beiden Reaktoren dabei „regelrecht überhitzt“ zu haben.

Stümpfigs Fraktion legt in einer Pressemitteilung nach: „Die Leistungsüberschreitungen wären ein erheblicher Verstoß gegen die Genehmigung und eine erhebliche Gefährdung der Menschen in der Umgebung.“ Zudem sei auffällig, dass die Leistungsüberschreitungen überwiegend in stromwirtschaftlichen Extremsituationen stattgefunden hätten – also zu Zeiten, in denen der Stromverbrauch außergewöhnlich niedrig war, die Einspeisung aus den erneuerbaren Energien Wind und Sonne überdurchschnittlich hoch und (daher) der Stromexport ebenfalls sehr hoch war.

AKW-Betreiber und Umweltministerium weisen die Vorwürfe von sich. Wie ein Kraftwerkssprecher gegenüber der Süddeutschen Zeitung betont, seien die Reaktoren zu jeder Zeit im Rahmen der atomrechtlichen Genehmigung betrieben worden. Die außergewöhnlichen Abweichungen bei den veröffentlichten Leistungszahlen erklärt er mit Problemen bei der Berechnung. Man arbeite an einer Aktualisierung der IT-Formel.

Die Grünen geben sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden und wollen den Vorgang aufklären lassen. Bis ein Ergebnis vorliegt, fordern sie die Abschaltung beider Blöcke. „Wer seine erzeugte Strommenge nicht berechnen kann, der kann auch die Bevölkerung nicht schützen“, so Grünenpolitiker Stümpfig.

Ergänzung, Freitag 2. Juni 2017: Wie sich herausgestellt hat, gingen die Grünen bei ihren Vorwürfen offenbar von teilweise falschen Zahlen aus. Mehr dazu hier.

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