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Wie sich Heid-Tech und DH gegenseitig helfen

In der dualen Ausbildung hat die Technische Schule reiche Erfahrung. Seit Jahren ist sie auch Partnerin der Dualen Hochschule. Eine fruchtbare Kooperation, so die Einschätzung auf beiden Seiten, die ausgebaut werden sollte.

Günter Trittner | 0 Meinungen

Jüngstes Beispiel, wie sich Schule und Hochschule wechselseitig ergänzen, sind die Praktika angehender Wirtschaftsingenieure im Chemielabor der Heid Tech. Prof. Dr.-Ing. Klaus-Dieter Rupp, Studiengangsleiter an der Fakultät Technik der DH, hatte in den letzten Jahren das Konzept für die neue Studienrichtung Chemie/Verfahrenstechnik im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen entwickelt und zusammen mit der DH Mannheim ans Laufen gebracht. Sechs Studenten hatten sich im Herbst für das in Süddeutschland einmalige Studium zum Wirtschaftsingenieur Chemie eingeschrieben. „Das Studium ist nicht auf einen Beruf Chemiker gemünzt, sondern für Wirtschaftsingenieure gedacht, die in Unternehmen arbeiten wollen, die mit chemischen Produkten handeln oder mit chemischen Prozessen arbeiten“, verdeutlicht Rupp die Zielsetzung.

Da nicht jeder Ausbildungsbetrieb der Studenten über ein Labor für Übungszwecke verfügt, zeigte sich für Rupp rasch die Notwendigkeit, solch eine Möglichkeit zu Beginn der theoretischen Ausbildung an der DH in Form von Praktika zu schaffen. So kam wieder die Technische Schule ins Spiel. Was im schwarzen Kubus der DH gelehrt wird, kann nun im dritten Stock der Heid Tech im Labor nachgearbeitet werden. „Es geht darum, ein gewisses Gespür zu gewinnen, was in der Chemie machbar ist“, sagt Ingrid Graef, Lehrerin an der Heid Tech, welche die Studenten im Labor zusammen mit Sabine Latuske-Schillings anleitet.

Bisher bereits hatte die Schule der DH Plätze in den Labors für Elektrotechnik, Automatisierung und Werkstofftechnik angeboten und auch das Personal zur Betreuung und Anleitung gestellt. Dessen Vergütung übernimmt die DH. Zweimal vier Stunden waren die Studenten der Fachrichtung Chemie/Verfahrenstechnik nun schon im Chemielabor, nun folgt noch ein Block mit sechs Nachmittagen zu vier Stunden. Sowohl für Schulleiter Siegfried Ramsayer wie für Prof. Rupp ergibt sich durch die Zusammenarbeit ein willkommener Synergieeffekt: Laboreinrichtung müssen nicht an zwei Orten geschaffen und betrieben werden und auch das Personal wird nur einmal benötigt. Für eine junge Studienrichtung sei es ohnehin schwer, über die Personalstellen für die Lehre hinaus eine Laborstelle und Mittel für ein technisches Equipment zu erhalten, ist Rupp der Schule für ihr Entgegenkommen dankbar.

Bereits heute unterrichten Lehrer der Heid Tech auch als Dozenten an der DH. Zur Festigung der Kooperation könnte sich Ramsayer vorstellen, dass künftig Lehrer der Schule Deputatstunden auch an der DH leisten dürfen. „Eine Idee“, sagt Ramsayer, „da ist rechtlich noch nichts geprüft.“ Solch eine vertiefte personelle Verknüpfung von dualer Ausbildung an der Schule und dualer Ausbildung an der Hochschule hätte für Ramsayer einen höchst erwünschten Nebeneffekt. „Wir könnten dann unsere guten Fachlehrer besser halten.“ Denn aufgrund der gesunkenen Geburtenraten und dem Trend zur gymnasialen Ausbildung wird es an den beruflichen Schulen in Zukunft weniger Schüler, weniger Klassen und auch weniger Lehrer geben. Wenn Lehrer zusätzlich an der DH als Dozenten zum Einsatz kämen, könnte leichter die Breite der Ausbildungsmöglichkeiten bewahrt werden. „Ein Standortfaktor für Heidenheim“, sagt Ramsayer.

Unter anderem das Bemühen, den Namen Heidenheims in der Bildungslandschaft noch tiefer einzuprägen, hat bei der neuen Studienrichtung auch das in Steinheim ansässige Chemie-Unternehmen Sigma-Aldrich auf den Plan gerufen. Geschäftsführer Dr. Gerd Backes, der zudem Vorsitzender des Landesverbands der chemischen Industrie ist, hat die Entwicklungsphase des Studiengangs begleitet, jetzt unterstützt das Unternehmen personell und materiell die duale Ausbildung.

Dr. Michael Poelzl, hat neben seiner Tätigkeit für Sigma-Aldrich eine Lehrtätigkeit an der DH aufgenommen und er sorgt auch dafür, dass das Chemielabor über die nötigen Utensilien verfügt. „Wir wollen das fordern“, sagt Poelzl mit Entschiedenheit, zumal die DH mit dieser Studienrichtung Pionierarbeit leiste und man diese langfristig halten wolle. Für den kommenden Semesterbeginn, so Prof. Rupp, hätten sich bereits doppelt so viele Interessenten gemeldet. Für Poelzl ist dies ein erster Beleg, dass die Studienrichtung Chemie/Verfahrenstechnik Anziehungskraft entwickelt. „Wir können etwas bieten“, verspricht Poelzl denen, die sich auf diese Studienrichtung einlassen wollen.

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