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Keine erhöhte Strahlenbelastung durch Funkantennen

Rund acht Monate lang war der Wasserturm wegen Instandhaltungsarbeiten geschlossen. Bis Silvester soll er wieder für Besucher zugänglich sein. Kritik über eine erhöhte Strahlenbelastung durch die auf dem Turm angebrachten Antennen wird von offizieller Seite zurückgewiesen.

Karin Greth |

An Silvester soll der Gerstetter Wasserturm durch den Schwäbischen Albverein wieder eröffnet werden. Er ist als Ausflugsziel beliebt, denn der über 40 Meter hohe Turm bietet einen Rundblick über die gesamte Albhochfläche bis hin zu den Alpen.

Die besondere Höhenlage macht ihn allerdings nicht nur für Wandergruppen interessant: Bereits seit vielen Jahren sind auf dem Turm Antennen installiert, sowohl für den Richt- als auch für den Mobilfunk. Es liegt eine entsprechende Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur vor, von der auch unabhängig und unangekündigt Messungen zur Strahlenbelastung durchgeführt werden. Die letzte Messung am Gerstetter Wasserturm fand 2013 statt – mit positivem Ergebnis: Die gemessene Strahlung aller dort installierter Antennen lag um 98 Prozent unter dem zulässigen Grenzwert. Die Zahlen sind im Internet unter www.emf3.bundesnetzagentur.de öffentlich zugänglich. „Gerüchte, denen zufolge die Strahlung weit über dem Grenzwert liegt, sind völlig haltlos“, so die offizielle Verlautbarung des Zweckverbands Wasserversorgung Ostalb im Amtsblatt der Gemeinde.

Grund der Umbaumaßnahmen sei deshalb auch nicht ein Strahlungsproblem gewesen, vielmehr habe die Bundesnetzagentur die Berechnung der Abstandsflächen der Antennen zur Aussichtsplattform geändert. Bisher durfte sich ab 2,20 Meter über dem Boden der Plattform nur unterwiesenes Personal aufhalten. Weil die Plattform durch Dachüberstände teilweise überdacht ist, muss der Abstand beim Gerstetter Turm ab Dachoberkante gemessen werden. Das war dem Zweckverband im Oktober 2013 mitgeteilt worden. Obwohl bis dahin keine Besucher in diesen Sicherheitsbereich gelangen konnten, habe man die die Besucherplattform für die Öffentlichkeit sperren müssen, so der Zweckverband.

„Bei den erfolgten Umbauarbeiten wurden die bereits vorhandenen Antennen eins-zu-eins umgebaut“, so die Information des Zweckverbands. Zwei Mobilfunkanbieter haben ihre Anlagen allerdings um den LTE-Dienst erweitert. Der LTE-Dienst ermöglicht, dass über mobile Endgeräte mit hoher Geschwindigkeit im Internet gesurft werden kann. Auch für diese Erweiterung liege eine Genehmigung der Bundesnetzagentur vor.

Als strahlentechnisch gänzlich unproblematisch gelten die runden Richtfunkantennen, die sogenannten Parabolspiegeln. Denn anders als Mobilfunkantennen geben sie keine flächigen Strahlung ab, sondern senden Signale auch über weite Strecken nur direkt von Antenne zu Antenne, ohne Abstrahlung in die Umgebung.

Man habe lange überlegt, ob am Wasserturm künftig überhaupt Mobilfunkantennen betrieben werden sollen, so der Zweckverband in seiner Mitteilung. Ein Nein zu den Mobilfunkantennen hätte jedoch zur Folge gehabt, dass die Mobilfunkanbieter auf neue Standorte ausweichen müssten, die sich dann ebenfalls in der Nähe des Wasserturms befinden würden, da das bestehende Mobilfunknetz bereits auf diesen Antennenstandort zugeschnitten sei.

Rechtlich ist es möglich, Antennen bis zu einer Höhe von zehn Metern über der Dachhaut eines Gebäudes genehmigungsfrei zu installieren – was bedeuten würde, dass man einen „Wildwuchs“ der Mobilfunkantennen im Wohngebiet auf privaten Grundstücken riskieren würde. Deshalb sei ein gemeinsamer Standort für alle Mobilfunkanbieter unter der Aufsicht der öffentlichen Hand und in einer Höhe von jetzt 46,20 Metern zu bevorzugen.

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