Gerstetter Gemeinderat kann Spielhallen nicht verhindern

Sie taten es zähneknirschend und nur mit knapper Mehrheit: Dennoch stimmte der Gerstetter Gemeinderat einer Planänderung zu, die den Weg für die Einrichtung zweier Spielhallen an der Daimlerstraße frei macht.

Der Bauherr hält die gesetzlichen Vorgaben ein, also hatte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag gar keine andere Möglichkeit, als einer eingereichten Deckblattänderung für ein Baugesuch zuzustimmen. Das aus Sicht etlicher Räte Ärgerliche: Es handelte sich um die geplante Einrichtung zweier Spielhallen im Gebäude an der Daimlerstraße

Diese waren nun genehmigungsfähig geworden, nachdem der beauftragte Architekt die Nutzfläche jeweils unter 100 Quadratmeter gedrückt hatte. Damit gebe es gar keine andere Möglichkeit mehr, als das Einvernehmen zu erteilen, sagte Bürgermeister Roland Polaschek.

Dennoch kündigten Peter Maier (Grüne) und Georg Jäger (KWG) an, gegen das Vorhaben zu stimmen. „Ich will morgens noch in den Spiegel schauen können“, sagte Jäger. Gerd Eckhardt (ÖDP) befürchtete, die Spielhallen könnten in dem Gebiet zu einem so genannten „Trading-Down-Effekt“ führen, also zur Abwertung der Einrichtungen und Grundstücke in der Umgebung.

Hauptamtsleiter Hans Maurer erklärte allerdings, eine Ablehnung durch den Gemeinderat wäre in diesem Falle rechtswidrig und müsste zwangsläufig den Widerspruch des Bürgermeisters nach sich ziehen.

„Ich bin Vertreter der Bürger und bleibe beim Nein“, erwiderte Jäger. Eckhardt fordert zudem eine „Vergnügungsstättenkonzeption“, in der festgelegt werde, wo Einrichtungen wie etwa Spielhallen gewollt wären. Dr. Heinz-Jörg Hüper (FWV) erklärte, der Bauherr habe hier das Recht auf seiner Seite.

Letztlich stimmten zehn Ratsmitglieder für die Deckblattänderung, acht dagegen, der Rest enthielt sich.

Bereits im vergangenen November hatte sich der Gerstetter Gemeinderat erstmals mit dem Baugesuch befasst. Damals waren die Pläne mehrheitlich abgelehnt worden, nicht zuletzt aus moralischen und ethischen Bedenken. Schon seinerzeit gab es freilich die Gewissheit, dass die Einrichtung von Spielhallen schlussendlich nicht zu verhindern sei.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: JENS EBER | 03.02.2012

Google 1+
Schwerer Unfall bei Brenz

Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz

Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr

Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um

Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr

Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters

Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr

Fremde Feder - Hans Küng: Papst provoziert Ungehorsam

Auf dem alternativen wie auf dem offiziellen Katholikentag in Mannheim herrschten allgemein Unmut und Frustration über die Verschleppung innerkirchlicher Reformen. Im scharfen Kontrast dazu bereitet Papst Benedikt XVI. für Pfingsten offensichtlich die definitive Versöhnung der katholischen Amtskirche mit den traditionalistischen Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor.... mehr

Feuer bei Firma Knittel in Vöhringen

Vöhringen In dem Abfallentsorgungsbetrieb Knittel in Vöhringen ist am Donnerstag ein Großbrand ausgebrochen. Plastikmüll und Altpapier standen in Flammen.... mehr

Amok-Alarm an Memminger Schule: Waffen gehören dem Vater

Memmingen Die Waffen des 14-jährigen Schützen aus Memmingen gehören dessen Vater. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch als Ergebnis erster Ermittlungen zu dem Amokalarm mit. Der Vater sei ein Sportschütze.... mehr