Diesmal noch genug Streusalz auf Lager in Herbrechtingen

Lange Zeit sah es so aus, als wolle dieser Winter gar nicht in die Gänge kommen. Mittlerweile hat er sich zu einem ganz und gar durchschnittlichen entwickelt. Zumindest was den Herbrechtinger Streusalzverbrauch angeht.

Es dauerte diesmal ausgesprochen lange, bis die Temperaturen tief in den Keller fuhren. Einmal dort angekommen, richteten sie sich aber dauerhaft ein und erinnerten auf bisweilen äußerst unangenehme Art und Weise daran, dass tatsächlich Winter ist.

Beim Blick aus dem Fenster stellte sich dieser Eindruck nicht zwangsläufig ein, konnte von anhaltenden Schneefällen doch keinesfalls die Rede sein. Der städtische Winterdienst war denn auch vergleichsweise selten als Schneeräumtruppe gefragt. Vielmehr sorgte der Frost immer wieder für vereiste Straßen, was sich in der vorläufigen Verbrauchsbilanz des Bauhofs niederschlägt.

Hatten in Herbrechtingen zu Beginn der Saison 500 Tonnen Streusalz auf Halde gelegen, so waren davon bis gestern rund 300 Tonnen verbraucht. Unterstellt man dem sich unübersehbar so langsam aber sicher verabschiedenden Winter keine allzu große Rückfallgefahr, „könnten wir also durchaus wieder mit 350 Tonnen wie im vergangenen Jahr hinkommen“, sagt Bauhofleiter Peter Scheuing. Auf den Einsatz von Splitt wird weitgehend verzichtet, da er nach dem aufwendigen und damit teuren Einsammeln als Sondermüll entsorgt werde muss.

Kein Thema sind heuer Engpässe auf Lieferantenseite. Warteten viele Kommunen vor einem Jahr händeringend auf Nachschub, stellt es nun kein Problem dar, eine weitere Fuhre zu erhalten. „Vergangenen Mittwoch hatte ich 200 Tonnen Salz bestellt, und schon zwei Tage später waren sie da“, berichtet Scheuing. Voraussichtlich im Spätsommer wird der Bauhofchef abermals eine Order losschicken, um dann zu günstigen Preisen das Salzlager wieder komplett aufzufüllen.

Ihren ersten Einsatz im laufenden Winter hatte die städtische Winterdienstmannschaft am 13. Dezember – und damit deutlich später als ein Jahr zuvor. Damals hatte bereits am 16. November erstmals geräumt werden müssen.

Mittlerweile rückte an 28 Tagen ein elfköpfiges Team aus, zu dem auch externe Dienstleister gehören. Sie zeichnen für den Winterdienst in Bissingen und Hausen sowie teilweise in Bolheim verantwortlich und verfügen über zwei Großfahrzeuge und ein kleineres Gefährt. Seitens des Bauhofs stehen jeweils deren drei zur Verfügung.

Obwohl auf den Touren viele Kilometer unter teilweise ziemlich schwierigen Bedingungen zusammenkommen, blieb es bislang nur bei einigen Beulen im Blech. Beinahe jedenfalls: Mitte Januar rammte eines der Streufahrzeuge aufgrund eines technischen Defekts an der Lenkung drei am Sperberweg geparkte Pkw.

Von größeren Malaisen scheint derweil das innerstädtische Straßennetz verschont zu bleiben. Da es sich nichtsdestotrotz schon vor dem Winter an zahlreichen Stellen als dringend reparaturbedürftig präsentiert hatte, flickten Mitarbeiter des Bauhofs zumindest einige Löcher mit Kaltasphalt, um umfassenderen Schäden vorzubeugen.


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Autor: MICHAEL BRENDEL | 20.02.2012

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