Bericht über Gebäude soll in Gerstetten Übersicht schaffen
Dass aus den Reihen eines Gemeinderates ein Plus an Bürokratie gefordert wird, ist wahrscheinlich eher selten, dennoch wurden im Zuge der jüngsten Haushaltsberatungen auch Erhebungen angemahnt, die am Ende sogar Ausgaben nach sich ziehen könnten.
Listen, Daten, Informationen: Im Gerstetter Rathaus sollen nach dem Willen des Gemeinderates nicht nur Grünflächen, sondern auch sämtliche gemeindeeigenen Immobilien genau untersucht und erfasst werden. So forderte Werner Häcker (FWV), es müsse „endlich“ ein Grünflächenkataster erstellt werden. Zudem wiederholte Häcker die Forderung nach einem Immobilienzustandsbericht, in dem der bauliche Zustand öffentlicher Gebäude aufgelistet werden müsse.
Dem schloss sich auch Georg Jäger für die KWG-Fraktion an. In einer Art „Agenda 2020“ müsse, so Jäger, die grundlegende energetische Sanierung der gemeindeeigenen Gebäude Vorrang vor „Kosmetik“ haben. Bürgermeister Roland Polaschek bezeichnete die beiden Erhebungen in den Beratungen als „Bringschuld“ und erklärte, personelle Engpässe hätten bislang zu Verzögerungen geführt.
Im sogenannten Grünflächenkataster sollen zunächst sämtliche Grünflächen – das betrifft Pflanzbeete ebenso wie Spielplätze oder etwa bepflanzte Verkehrsteiler – in einem digitalen Plan erfasst werden. Dazu gehören beispielsweise Daten wie Flächengröße, die genaue Art der Bepflanzung aber auch Informationen über die Häufigkeit notwendiger Pflegemaßnahmen.
Theoretisch bestehe anhand dieser Daten auch die Möglichkeit, Pflegearbeiten zusammenzufassen und auszuschreiben, erklärte Hauptamtsleiter Hans Maurer. Etwa bei der Sportplatzpflege sei das schon Praxis. Aber auch der Arbeitsaufwand für den Bauhof oder der Kauf neuer Pflanzen können auf der Basis eines Grünflächenkatasters besser geplant werden. Alle Flächen exakt zu erfassen bedeute allerdings einen hohen personellen Aufwand.
Das gilt freilich auch für den geforderten Immobilienzustandsbericht. Schon jetzt wird zwar der Verbrauch an Wasser, Strom oder Heizenergie der öffentlichen Gebäude monatlich abgelesen – auch, um „Ausreißer“ zu erkennen, die beispielsweise auf Rohrbrüche oder andere Schäden hindeuten könnten. In einem Zustandsbericht müsste aber auch der bauliche Zustand der Gebäude genau dargestellt werden und davon gibt es in Gerstetten und Teilorten etwa zwischen 50 und 60, darunter Schulen, Kindergärten oder große Bauten wie die Gerstetter Georg-Fink-Halle.
Am Ende, so viel dürfte sicher sein, wird dabei auch eine lange Liste mit notwendigen Investitionen herauskommen. Danach müsse der Gemeinderat die Prioritäten festlegen, so Maurer. Mit der Erfassung der Gebäude solle Hochbauamtsleiter Bernd Müller betraut werden, der im Moment noch mit den letzten Arbeiten an der Abwasserleitung nach Mergelstetten beschäftigt sei. je
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02.02.2012
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Die Georg-Fink-Halle in Gerstetten. Im Gemeinderat wurde jetzt auch der Wunsch nach einem Zustandsbericht der öffentlichen Gebäude laut.
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