Bei "Königsbronner Gesprächen" deutsche Sicherheitspolitik im Focus
Was der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter (CDU) schon bei der Einweihung der restaurierten Hammerschmiede Anfang Dezember 2009 erstmals skizzierte, hat mittlerweile sehr konkrete Formen angenommen: Die ersten „Königsbronner Gespräche“ stehen kurz bevor.
Autor: gerhard stock |Ausgangs der Faschingswoche wird es soweit sein. Nachdem in der ersten Hälfte noch die Narren auf den Putz hauen, wird es am Samstag, 25. Februar, an historischer Stätte um sehr ernste und äußerst wichtige Themen von landesweiter Bedeutung gehen: Herausforderungen, Ressourcen und Instrumente aktueller deutscher Sicherheitsplitik.
Die Dynamik der internationalen Veränderungen zeige, wie aktuell der Bedarf an verständlicher Begründung sicherheitspolitischer Entscheidungen sei, betont Roderich Kiesewetter und verweist auf den fundamentalen Wandel in der arabischen Welt, auf die immer stärkere Orientierung der USA zum pazifisch-asiatischen Raum und auch auf „das ungebrochene Streben des Iran nach nuklearer Bewaffnung“.
Die Bedeutung fundierter sicherheitspolitischer Diskussion werde zusätzlich unterstrichen durch die jüngst erkannten Bedrohungen der inneren Sicherheit durch die rechtsterroristische Zelle von Zwickau und durch islamistisch motivierten Terror. Damit zusammenhängende innen- und außenpolitische Aspekte müssten, so Roderich Kiesewetter, umfassend analysiert und bewertet werden, „um Deutschland und seine Sicherheit für die kommenden Jahre gut vorbereiten zu können“. Geschehen soll das auf Initiative des CDU-Bundestagsabgeordneten mit einer neuen Veranstaltungsreihe unter dem Namen „Königsbronner Gespräche“. Jährlich soll künftig so ein wichtiger Beitrag zur Diskussion aktueller sicherheitspolitischer Fragen geleistet werden, gemeinsam mit dem Verband der Bundeswehr-Reservisten und dem Bildungswerk des Deutschen Bundeswehrverbandes sowie in Abstimmung mit der CDU Deutschland und Baden-Württemberg.
Als Zielgruppe im Visier hat der Initiator insbesondere regionale Führungskräfte als Multiplikatoren. Ansprechen möchte man damit also zum Beispiel Mandatsträger wie Bürgermeister, Ratsmitglieder, Landräte, aber auch Repräsentanten von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, Führungskräfte der Bundeswehr und natürlich politisch Interessierte, Vorsitzende von CDU-Vereinen sowieso. Es soll aber „kein abgehobenes Expertentreffen“ sein, durchaus auch „normale“ Bürger ansprechen.
Gar bundesweite Aufmerksamkeit für Königsbronn verspricht sich vom 25. Februar Königsbronns Bürgermeister Michael Stütz, wie er anlässlich des Neujahrsempfangs in der voll besetzten Hammerschmiede ausführte.
Doch warum überhaupt Königsbronn? Außer dem längst aufgelösten Munitionsdepot der Bundeswehr bei Ochsenberg und den ebenfalls schon lange der Vergangenheit angehörenden patenschaftlichen Beziehungen der Gemeinde zur Stabskompanie Ellwangen hatte die Brenztopfgemeinde in der jüngeren Vergangenheit kaum nennenswerte Berührungspunkte mit Militär und Sicherheitslage. Eine von mehreren Antworten darauf gab es schon anlässlich des Neujahrsempfangs im Januar 2010 in der Hammerschmiede. Demnach ist es für den Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter in Berlin nicht immer einfach, seinen Wahlkreis zu vertreten, weil in der Landeshauptstadt Aalen oder Heidenheim weniger bekannt sind, eher dagegen die Firmennamen Zeiss oder Steiff. Deshalb sei es an der Zeit, lokale Besonderheiten vermehrt nach außen zu tragen, zum Beispiel Königsbronn als ältesten Industriestandort Deutschlands. So sprach Kiesewetter damals und handelte entsprechend.
Auch in diesem Sinne also soll die Kongressreihe in Königsbronn die Diskussion über Rahmenbedingungen und Erfordernisse moderner Sicherheitspolitik in die Fläche des Landes tragen. Sicherheitspolitik brauche letztlich ebenfalls eine dauerhafte Akzeptanz durch die Bevölkerung. Auch deshalb werde dieser Kongress nicht in Berlin, sondern „zu Hause“ auf der Ostalb ausgerichtet. Königsbronn habe sich angeboten, da es inmitten des Wahlkreises liege und über „ein sehr schönes bauliches Ensemble“ verfüge.
Und vor allem: Königsbronn ist die Heimat von Georg Elser, der in sehr schwieriger Zeit „auf ganz fundamentale Weise Verantwortung übernommen“ habe. Die Übernahme von Verantwortung stehe ebenfalls im Zentrum von Sicherheitspolitik. Auch heute komme es bei schwierigen sicherheitspolitischen Entscheidungen auf den Einzelnen an und dafür sei Georg Elser im wahrsten Sinne ein denkwürdiges Beispiel. Elser wollte bekanntlich durch sein Bombenattentat auf Hitler „noch größeres Blutvergießen verhindern“.




