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38-jähriger Niederstotzinger versorgte Zwölfjährigen mit Marihuana

Schöffengericht: Ein Niederstotzinger übergab einem Jungen im Zug mehrere Gramm Cannabis und wurde deshalb zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

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23 Mal hat der Angeklagte einem Zwölfjährigen im Zug Marihuana gegeben.  Foto: 

Im Zug auf der Strecke zwischen Niederstotzingen und Heidenheim soll ein 38-Jähriger im vergangenen Jahr 23 Mal einem damals Zwölfjährigen Marihuana gegeben haben. Deshalb musste sich der Mann nun unter anderem für die unerlaubte Abgabe von Betäubungsmitteln an einen Minderjährigen vor dem Heidenheimer Amtsgericht verantworten. Auch der unerlaubte Handel mit Betäubungsmitteln und Widerstand gegen Polizeibeamte wurden ihm bei der Verhandlung vorgeworfen. Letztendlich legte der Beschuldigte ein umfassendes Geständnis ab, was sich positiv auf das Urteil von Richter Eberhard Bergmeister auswirkte: Die Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten wurde zur Bewährung auf fünf Jahre ausgesetzt.

Vorgefallen war das Ganze zwischen Mai und Oktober 2016. In diesem Zeitraum hatte der 38-Jährige den Zwölfjährigen laut Anklageschrift mit einer Menge von 18,4 Gramm Marihuana versorgt. Ein Freund des Jungen hatte die Polizei schließlich auf den Angeklagten aufmerksam gemacht, woraufhin dessen Wohnung in Niederstotzingen durchsucht wurde. Dabei fanden die Beamten Druckverschlusstüten mit etwa vier Gramm Cannabis.

Zunächst falsche Angaben

Gegen die Durchsuchung hatte sich der Angeklagte zunächst gewährt und auch bei der Verhandlung vor dem Schöffengericht widersprach er der Anklage. Den Jungen, der an der Verhandlung nicht teilnehmen konnte, weil er sich wegen seines Drogenkonsums aktuell in einer geschlossenen Einrichtung befindet, habe er in einer Gruppe im Februar 2016 am Bahnhof in Heidenheim kennengelernt. „Ich habe sie an meinem Joint ziehen lassen“, sagte der Angeklagte, „und dann wollten sie mehr.“ Er habe ihnen aber ausschließlich sechs Mal zwischen 0,2 bis 0,3 Gramm Marihuana gegeben, welches er selbst nur auf der Straße gefunden habe. „Gedealt habe ich damit nie“, so der Angeklagte zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Das Cannabis in seiner Wohnung sei ausschließlich für den eigenen Konsum gewesen.

Soweit die Version des Angeklagten. Richter Bergmeister aber machte noch einmal deutlich, welche Konsequenzen im Falle einer Befragung der kindlichen Zeugen vor Gericht und bei falschen Angaben drohen. „Es dürfte klar sein, dass es dann keine Bewährung mehr gibt“, so Bergmeister. Verteidiger Thomas Jordan bat das Gericht daraufhin um eine kurze Unterbrechung, um sich mit seinem Klienten noch einmal beraten zu können. „Mein Mandant nimmt seine bisherigen Angaben zurück und stimmt der Anklage zu“, eröffnete Jordan die Verhandlung nach der Unterbrechung.

Umfassendes Geständnis

Die bisherige falsche Aussage begründete der 38-Jährige damit, dass er sich nicht mehr gut erinnern könne und Angst gehabt habe vor der Strafe. „Es tut mir leid, dass ich das gemacht habe. Ich weiß ja selbst, dass der Konsum von Drogen zu psychischen Krankheiten führt“, bedauerte er seine Tat. Er selbst konsumiert nämlich nach eigenen Angaben seit seinem 20. Lebensjahr Marihuana. Das habe sich auch auf die Psyche des Angeklagten ausgewirkt, so Jordan. „Eine manische Depression liegt als Grunderkrankung vor“, sagte der Rechtsanwalt, der auch von einer schizophrenen Variante sprach. Deshalb bekommt der Angeklagte auch eine Erwerbsminderungsrente und seit November 2016 wird ihm zudem ein Betreuer zur Verfügung gestellt.

Diese psychische Beeinträchtigung berücksichtigte das Schöffengericht bei der Urteilsfindung. Auch das Geständnis wirkte sich positiv aus. Der Angeklagte habe zwar zunächst eine wilde Story erzählt, dann aber ein umfassendes Geständnis abgelegt, so Richter Bergmeister. Die Tatsache wiederum, dass der Angeklagte bereits einschlägig wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetzes vorbestraft ist und die Drogen zudem an ein Kind übergeben hat, ließen Bergmeister wiederum zu dem Entschluss kommen, dass eine Geldstrafe nicht ausreicht.

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