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Nach vier Überfällen: 25-jähriger Tankstellen-Räuber muss ins Gefängnis

Diebstahl und Raub: Vier Mal suchte ein Täter Tankstellen in Hermaringen und Niederstotzingen heim. Jetzt muss er dafür ins Gefängnis.

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Ein 25-Jähriger wurde vor dem Amtsgericht zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.  Foto: 

Die Vorgehensweise seines Mandanten ließ den Verteidiger konsterniert zurück: „Dümmer geht's eigentlich kaum.“ In der Tat ist das Geschehen, das sich im April zutrug, an Dilettantismus nicht zu überbieten. Dieser führte dazu, dass jetzt vor dem Heidenheimer Schöffengericht nach kurzer Verhandlung ein Urteil gesprochen wurde: zweieinhalb Jahre Gefängnis für den 25-jährigen Angeklagten wegen Diebstahls, räuberischen Diebstahls und schweren Raubes.

Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Am 4. April stiehlt der junge Mann in Niederstotzingen in einem Tankstellen-Shop zwei Flaschen Bier. Anschließend ist dreimal eine Tankstelle in Hermaringen an der Reihe. Am 7. April klaut der Angeklagte eine Flasche Whisky und eine Dose Tabak. Ein Angestellter lässt von der Verfolgung ab, als ihm Schläge angedroht werden. Zwei Wochen später taucht der 25-Jährige wieder auf. Beute: eine Dose Tabak. Und dann noch der 16. April, Ostersonntag. Diesmal bedroht er den Diensthabenden im Verkaufsraum mit einem Messer, macht sich erneut mit Tabak davon.

Angeklagter gesteht

Der 25-Jährige räumte vor Gericht sämtliche Vorwürfe ein, wollte aber nicht mehr wissen, was er bei der Tatausführung gesagt hatte. Sicher zeigte er sich aber, dass es nicht dieser Satz war: „Ich stech' dich ab, ich mach dich fertig.“ Ohnehin flammte in der Erinnerung bisweilen etwas auf, was postwendend wieder im Nebel des Vergessens verschwand.

So blieben mehrere Fragen offen: Weshalb brachte er das Messer mit? Stand er während der Taten unter Drogeneinfluss? Stimmten die Mengenangaben hinsichtlich seines Kokain- und Amphetaminkonsums? Auch beharrliches Nachhaken des Staatsanwalts bewirkte statt Rückschau eher Widerwillen: „Ich hab keinen Bock auf diese Scheiße. Ich sag gar nichts mehr.“

Tat er dann aber doch und berichtete davon, dass schon in den ersten Tagen des Monats das gesamte Arbeitslosengeld für Drogen draufgegangen sei. Sich in der Hermaringer Tankstelle zu bedienen, schien da wohl der bequemste Weg. Dumm nur, dass der Angeklagte praktisch um die Ecke wohnte, dem Personal bekannt war. Auch weil die Vorgehensweise derjenigen in Niederstotzingen ähnelte und ein aufmerksamer Polizeibeamter deshalb schnell eine Verbindung herstellte, klickten rasch die Handschellen.

Seit knapp sechs Monaten sitzt der 25-Jährige in Untersuchungshaft, und es wird noch einige Zeit vergehen, bis er sich wieder frei bewegen kann. An dem von Amtsrichter Eberhard Bergmeister verkündeten und der Forderung der Staatsanwaltschaft entsprechenden Urteil – zwei Jahre und sechs Monate Gefängnis – änderte nämlich auch das Bestreben des Verteidigers nichts, das Handeln seines Mandanten auf dessen mögliche Betäubungsmittelabhängigkeit zurückzuführen.

Das Gericht sah keine Belege dafür, dass der 25-Jährige während der Taten unter Drogeneinfluss stand. Auch die Polizisten hätten bei der Festnahme keine Hinweise darauf gefunden. Gegen den Angeklagten sprachen die Anzahl und die wachsende Intensität seiner Voreintragungen. Dass die jüngste Freiheitsstrafe – ein Jahr und vier Monate – erst im Februar ausgesprochen worden und nur mit größtem Wohlwollen aufgrund einer vermeintlich günstigen Sozialprognose zur Bewährung ausgesetzt worden war, machte Bergmeister beinahe sprachlos: „Ich habe selten gesehen, dass jemand seine letzte Chance so gegen die Wand fährt.“

Ein Bericht der Gerichtshilfe gibt wenig Anlass zu der Hoffnung, dass sich daran demnächst etwas ändert: Der 25-Jährige steht ohne Beruf da und strebt auch keine Ausbildung an, da für ihn nur mindestens 2000 Euro netto im Monat in Frage kämen. Seinen Lebensunterhalt will er stattdessen durch Lottogewinne bestreiten. Ehe er sich diesen reichlich weltfremden Zukunftsplänen hingeben kann, sieht er sich erst einmal mit Schulden in Höhe von 20 000 Euro und dem Alltag im Gefängnis konfrontiert. Wobei er sich dort eigener Aussage zufolge wie in einem Hotel mit Rundumversorgung fühlt.

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