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Zwischen ethischer Verpflichtung und Inspiration

Hilfe hat viele Gesichter. Und Thomas Fritz ist eines davon. Der 54-Jährige hat den Heidenheimer Verein „Camp Mount Kenia“ ins Leben gerufen. Er will Menschen in Afrika zu einem besseren Leben verhelfen.

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Arbeiten seit Jahren Hand in Hand für ein besseres Leben in Afrika: Dr. Thomas Fritz (links) und Francis.

Nichts, rein gar nichts hatte Thomas Fritz mit Afrika am Hut. Weder war er schon mal dort gewesen, noch hatte er vor, jemals dorthin zu reisen. Dass er sich eines Tages für das Land einsetzten würde – nichts hatte darauf hingedeutet.

Vor fünf Jahren dann die Wende: Thomas Fritz reiste nach Afrika, um sich in dem Land umzusehen, in dem seine Tochter ein Sozialpraktikum leisten wollte. Er begegnete einem Dorfbewohner namens Francis, die beiden wurden Freunde und die Begegnung zog ihre Kreise.

Denn zurück in Deutschland rief Fritz zusammen mit weiteren Mitstreitern und Professoren der Dualen Hochschule Heidenheim einen Verein ins Leben, „Camp for Social Development Mount Kenya“ nennen sie ihn. Es ist ein Verein, der es sich zur Aufgabe macht, den Menschen in Afrika ein besseres Leben zu ermöglichen. Genauer gesagt den Menschen in Timau.

Timau ist ein Dorf im Norden des Landes, am Fußes des Mount Kenia. Zweimal im Jahr reist Thomas Fritz nun dorthin. Er macht sich ein Bild, treibt Projekte voran, bietet Hilfe.

„Es ist aber nicht so, dass wir hingehen und sagen, so und so funktioniert das“, sagt Fritz, der Vorsitzende des Vereins. Vielmehr ginge es darum, ein Netzwerk zu schaffen. Sie wollen die Menschen aktivieren, damit sie sich selbst befreien können, erklärt Fritz, der Philosoph, der an der Dualen Hochschule Heidenheim Ästhetik, pädagogisches Denken und Handeln und Berufsethik lehrt und zudem auch in der Ausbildung bei Voith tätig ist. Die Menschen in Afrika müssten die Dinge selbst lernen: „Auch wenn es Generationen dauert.“

In den zwei Jahren, in denen der Verein nun besteht, wurde Unterschiedliches auf die Beine gestellt. „Wir haben beispielsweise Wasserleitungen verlegt, wir haben den Dorfbewohnern gezeigt, wie man Gemüse pflanzt – und erntet“, erzählt Fritz. Derzeit läuft zudem ein Streetwork-Projekt. Auch Computer haben die Vereinsmitglieder nach Afrika gebracht. Es werden Workshops für Jugendliche veranstaltet. Die Projekte werden über Spendengelder und aus privater Tasche finanziert.

Als Nächstes soll in Timau ein Büro gemietet, eine zentrale Anlaufstelle für Begegnung zwischen Einheimischen und Studierenden aus Heidenheim eingerichtet werden. Denn nicht nur Mitglieder des Vereins, „auch DH-Studenten kommen immer wieder in das Dorf“, erzählt Fritz. „Professor Peter Warndorf, der Studiengangsleiter Kinder- und Jugendhilfe an der DH ist ja stellvertretender Vorsitzender unseres Vereins“, fügt er hinzu. So kam es also, dass Heidenheimer Studenten in Afrika direkt Projekte umsetzen, die Auswirkungen sehen können. „Das fördert die persönliche Entwicklung ungemein. Jeder, der in Afrika war, verändert sich irgendwie“, weiß Fritz. „Beide Seiten können gewinnen“, fügt er hinzu.

Fritz' enger Freund Francis kümmert sich vor Ort um die Abwicklung der Projekte. Für seine Arbeit wird er bezahlt. Das Vertrauensverhältnis ist wichtig. Fritz weiß, dass sein Freund nicht korrupt ist, er weiß, dass das Geld, dass die Hilfe ankommt.

Woher Fritz die Kraft nimmt, die Motivation? Er sehe es als ethische Verpflichtung, den Menschen in Afrika zu helfen. Gewalt, Prostitution, Beschneidung weiblicher Genitalien: So manches Mal gerät er dabei allerdings auch an seine Grenzen. Dennoch: „Ich versuche, deren Kultur zu respektieren, man muss immer freundlich bleiben.“

Die Hartnäckigkeit trage Früchte, denn Fortschritte gebe es, wie Fritz sagt. Zu 100 Prozent funktioniere es aber nicht. Doch Fritz lässt sich nicht entmutigen, er will weiter machen. Auch deshalb, weil das Dorf ein Stück Heimat für ihn geworden ist. Der gebürtige Oberkochener sagt: „Es ist mit die größte Inspiration meines Lebens.“

Info Wer die Projekte des Vereins unterstützen will, kann auf folgendes Konto spenden: Camp-Mount-Kenya e.V. Abtsgmünder Bank, Kontonummer 21 807 000, BLZ 600 696 73.
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