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Wird es nächstes Jahr eine Eislaufbahn geben?

Einmal mehr beschäftigten sich die Stadträte ausführlich mit den Lieblingsthemen der Freien Wähler: Kinderfest und Eislaufbahn.

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Nein, die Themen sind nicht neu. Doch jedes Jahr werden sie im Rahmen der Haushaltsberatungen vom Fraktionschef der Freien Wähler, Uli Grath, erneut angesprochen und wurden bei der jüngsten Sitzung des Kultur-, Schul-, Sozial- und Sportausschusses wieder heiß diskutiert: der Rhythmus des Kinderfestes – und eine saisonale Eislaufbahn.

Genau zwölf Jahre ist es her, dass die Stadt auf dem Rathausplatz eine Eislaufbahn anbot – schon damals auf Betreiben Graths. Die kam recht gut an, musste aber nach Lärmklagen aus der Innenstadt abziehen. Von 2006 bis 2010 gab es dann eine Eislaufbahn bei der Skater-Anlage im Brenzpark Süd, doch gingen die Besucherzahlen dort immer weiter zurück, so dass der Gemeinderat vor sechs Jahren das Aus des städtischen Eislaufs beschloss.

Seither fordern die Freien Wähler eine Rückkehr zu dem Modell. „Die Jugend wird von einer Eislaufbahn angesprochen“, erklärte Grath. Gerade über den Winter hätten junge Menschen kaum Anlaufpunkte, „es würde uns gut anstehen, wenn wir die als Zielgruppe nicht vergessen“. Seiner Ansicht nach wünscht sich der überwiegende Teil der Bevölkerung eine Eislaufbahn. „Ich weise den Vorwurf zurück, dass die Stadtverwaltung keine Eislaufbahn will“, entgegnete Oberbürgermeister Bernhard Ilg. Sollte sich ein Anbieter mit einem passenden Konzept finden, werde man diesen unterstützen: „Aber es ist nicht Aufgabe der Stadt, als Veranstalter aufzutreten.“

Das sieht auch Renate Klement-Schmidberger (SPD) so. „Wir haben es immer wieder probiert, aber es funktioniert einfach nicht.“ Linken-Stadtrat Norbert Fandrich hingegen unterstützte Graths Ansinnen. Er können sich eine Eislaufbahn auf dem Parkplatz-Gelände an der Marienstraße vorstellen. „Das wäre in der Innenstadt und gut erreichbar.“ Sabine Bodenmüller (SPD) schlug vor, einen Förderverein für eine Eislaufbahn zu gründen, der dann von der Stadt finanziell unterstützt wird.

„Es wird so viel Energie verwendet um zu begründen, warum das nicht geht. Wir sollten mit der gleichen Energie nach Lösungen suchen“, forderte Grath: „Wir sollten einfach das tun, was die Bevölkerung will.“ Letztendlich blieb nach langer Debatte alles beim alten: Die Stadt organisiert keine Eislaufbahn.

Auf die Bevölkerung zu hören forderte der Freie-Wähler-Fraktionschef auch in Sachen Kinderfest – sein zweites Lieblingsthema. Das sollte seinem Wunsch zufolge alljährlich ausgerichtet werden und nicht – wie 2010 beschlossen – nur noch alle zwei Jahre. „Dieses Jahr fiel es wegen des Wetters aus und soll erst in zwei Jahren wieder stattfinden. Es kann doch nicht sein, dass Kinder in vier Jahren Grundschule kein einziges Kinderfest miterleben“, empörte sich Grath. Derzeit veranstalten die Schulen in den Jahren, in denen kein Kinderfest stattfindet, Schulfeste. Jahr für Jahr lehne die Verwaltung seinen Antrag mit den gleichen Argumenten ab, die der Freie Wähler jedoch nicht gelten lassen will. „Es wird viel Geld in Bildung und Betreuung investiert, aber der Spaß für die Kinder kommt dabei zu kurz.“

Die von Sabine Bodenmüller (SPD) und Bürgermeister Rainer Domberg ins Feld geführte Argumentation, dass das Kinderfest in Heidenheim keine Tradition (mehr) habe, wollte Grath nicht gelten lassen: „Wie viele Erwachsene kommen, darf keine Rolle spielen, es geht um die Kinder.“ Insofern hält Grath auch nichts von Umfragen an Schulen, die Horst Neugart (CDU) anführte. Vorschlag von Gerhard Oberlader (SPD): „Wir sollten die Kinder direkt fragen, ob sie jedes Jahr ein Kinderfest wollen“.

Das Kinderfest zu planen und zu organisieren sei sehr aufwendig, betonte OB Ilg. Deshalb sieht er auch keine Möglichkeit, das 2016 ausgefallene Fest im kommenden Jahr nachzuholen. Zumal die Schulen wohl schon in den Vorbereitungen für eigene Schulfeste steckten.

Das abzufragen wurde letztendlich auch vom Gremium beschlossen. Darüber hinaus sollen zeitnah die Grundschüler selbst befragt werden, in welchen Intervallen sie sich ein Kinderfest wünschen. Liegt das Ergebnis dieser Erhebung vor, soll sich der Gemeinderat erneut mit Graths Vorstoß befassen.

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