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When the Grundschüler learns zweisprachig

Wieder mal setzt Heidenheim in Sachen Bildung Akzente. Ab dem kommenden Schuljahr soll an der Mergelstetter Silcherschule in der dritten und vierten Klassen bilingualer Unterricht angeboten werden. Ein Jahr später sollen dann die ersten und zweiten Klassen hinzukommen.

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Klar, seit Jahren wird Englisch schon in der Grundschule unterrichtet, in Heidenheimer Betreuungseinrichtungen werden sogar schon manche Kindergartenkinder in bilingualen Gruppen untergebracht. Das Max-Planck-Gymnasium bietet einen bilingualen Zug an, in dem naturwissenschaftliche Fächer auf englisch unterrichtet werden. Doch dazwischen besteht eine Lücke: die Grundschule.

Diese Lücke soll jetzt an der Silcherschule geschlossen werden. Ab dem kommenden Schuljahr, so der Plan, sollen zunächst die beiden dritten und die vierte Klasse im Fach Menuk (Mensch, Natur und Kultur) nur noch auf englisch unterrichtet werden. „Dieses Fach bietet sich besonders für den bilungualen Unterricht an, weil die Themen sehr anschaulich sind, mit allen Sinnen gearbeitet wird und die Kinder auf dieses Weise die Sprache fast spielerisch lernen“, erklärt Schulleiterin Elisabeth Dörenbecher. „In Menuk werden auch viele Fachbegriffe vermittelt, die selbstverständlich auch auf deutsch gelernt werden“, ergänzt Anja Göttling, die die Klassen in diesem Fach unterrichten wird.

„Wir wollen das bilinguale Lernen in der Grundschule einführen, um der Bildungsgerechtigkeit und der Chancengleichheit mehr Raum zu geben“, sagte Oberbürgermeister Bernhard Ilg gestern bei der Vertragsunterzeichung in der Silcherschule. „Englisch ist in der globalisierten Welt wichtig, nicht nur im beruflichen, sondern auch im privaten und gesellschaftlichen Kontext.“ Freilich müsse zuerst die Muttersprache funktionieren, aber dafür gebe es ja die Sprachförderung.

Die Einführung der Bilingualität wird auch wissenschaftlich betreut von der Universität Erlangen. „Es geht nicht nur um die Förderungen der englischen Sprache, sondern ganz generell um Mehrsprachigkeit“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Piske. Die wissenschaftliche Begleitung stelle sicher, dass den Kindern das Fachwissen altersgemäß vermittelt wird, um bei Defiziten einschreiten zu können. „Test aus anderen Ländern haben bewiesen, dass Kinder sehr von Mehrsprachigkeit profitieren.“

Zum Wohle der Kinder aber deshalb nicht ganz uneigennützig ist auch die Industrie bei der Finanzierung des Projekts mit an Bord. Voith und Hartmann, die sich bereits beim Kinderhaus eingebracht haben und immer noch einbringen, beteiligen sich auch an der Finanzierung des bilingualen Unterrichts. Der kostet die Stadt und die beiden Unternehmen jährlich 33 000 Euro. „Für die Eltern kann das ein ganz klarer Standortvorteil sein“, erklärt Gabriele Müller von der Paul Hartmann AG. Im zunehmenden Ringen um Fach- und Führungskräfte könnte ein bilinguales Schulangebot durchaus eine Rolle spielen. Das bestätigt Ralf Hlubek, Geschäftsführer bei Voith Dienstleistungen. „Die Sprache muss nicht zwingend englisch sein“, betont er, „ es geht dabei um Bildung und darum, dass Fremdsprachen nicht mehr fremd sind. Am schönsten wäre es, wenn die Sprachbarrieren ganz fallen würden.“

Von Seiten des Schulamts erfährt die Einführung des bilingualen Unterrichts volle Unterstützung. „Heidenheims Bildungslandschaft ist schon seit Jahren vorbildlich, jetzt legt die Stadt nochmal nach“, so Schulrat Christoph Koch. Zunächst gelte es jetzt, den Unterricht langsam aufzubauen, bei Bedarf zu korrigieren und langsam weiter zu entwickeln.

Zahlreiche Eltern jedenfalls dürften sich über das neue Angebot freuen. Bei einer Befragung hätten 80 Prozent der Eltern den bilingualen Unterricht sehr befürwortet, sagt Schulleiterin Dörenbecher.

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