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Weitere Asylunterkünfte werden geschlossen

Die Lage hat sich deutlich entspannt. Weil kaum mehr neue Flüchtlinge kommen, kann das Landratsamt weitere Gemeinschaftsunterkünfte schließen.

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Aktuell ist der frühere Johanneskindergarten auf dem Zanger Berg ins Blickfeld gerückt. Dieses Gebäude war im vergangenen Jahr nach dem Umzug des Kindergartens ins unmittelbar benachbarte Gemeindezentrum von der evangelischen Kirche an die Nikolauspflege verkauft und dort teilweise an den Landkreis weitervermietet worden – zu einem Zeitpunkt, da die staatlichen Quartiermacher noch händeringend nach Schlafplätzen für die zahlreich neu ankommenden Flüchtlinge gesucht hatten.

Jetzt, da der Zustrom versiegt ist, kann die Untere Aufnahmebehörde auf diesen Gebäudeteil verzichten, in dem ursprünglich 28 Betten vorgehalten wurden. Die ersten Flüchtlinge – drei Familien aus Syrien und aus der russischen Föderation – waren bereits Mitte August ausgezogen und auf andere Erstaufnahmeeinrichtungen im Landkreis verteilt worden. Vorgestern hat nach Angaben von Landkreis-Pressesprecherin Anja Halbauer eine weitere fünfköpfige Familie aus Syrien die Koffer gepackt und ist in einer Gemeinschaftsunterkunft in Sontheim untergekommen, wo der in diesem Fall bestehende Bedarf an einer behindertengerechten Wohnung gedeckt werden kann.

Der Räumung dieses an der Iglauer Straße gelegenen Objektes war schon vor Monaten die Schließung anderer großer Flüchtlings-Quartiere voraus gegangen. Den Anfang hatten im Juni die Behelfsunterkunft in Itzelberg und die als reine Notunterkunft genutzte Waldkirche gemacht, wo man weiterhin plant, ein in Regie der Kreisverwaltung geführtes Begegnungszentrum für Migration und Ehrenamt einzurichten.

Später trennte man sich von Behelfsunterkünften in Nattheim, Gerstetten sowie Giengen, und zuletzt war ein Gebäude in der Forststraße in Gerstetten an der Reihe, das die Gemeinde nunmehr für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen nutzt. Letztgenanntes Beispiel zeigt, dass mit der Auflösung von Gemeinschaftsunterkünften nicht unbedingt eine ganz neue Nutzung verbunden sein muss: Im Zweifel leben dort dieselben Leute – nur dass die Wohnräume jetzt nicht mehr der vorläufigen Unterbringung dienen und damit in Regie des Landkreises geführt werden, sondern in kommunaler Hand liegen.

Im Stadtgebiet Heidenheim existieren aktuell noch sieben Gemeinschaftsunterkünfte. Insgesamt leben in der Kreisstadt – Stand 1. September – 447 Menschen, die ein Asylverfahren laufen haben. In der Statistik des Landkreises werden weitere 428 bereits anerkannte Asylbewerber geführt, die ihren Wohnsitz in Heidenheim haben und zum Teil ebenfalls noch unterm Dach von Gemeinschaftsunterkünften wohnen. Darüber hinaus ist Heidenheim die derzeit eher unsichere Heimat von 57 Flüchtlingen, deren Asylantrag zwar abgelehnt wurde, die aber aus unterschiedlichen Gründen nicht abgeschoben werden können.

Maria Pelger, im Landratsamt die Leiterin des Fachbereichs Migration und Ehrenamt, hat auch die Landkreis-Zahlen parat. Demnach stehen 1229 Asylbewerber im laufenden Verfahren, 693 sind schon anerkannt, weitere 115 abgelehnt und noch hier. 62 Menschen sind bislang abgeschoben worden.

Zanger Berg: Platz für Tagesbetreuung und Wohnbereich der Nikolauspflege

Die Flüchtlings-Unterbringung im ehemaligen Johanneskindergarten war von Anfang an nur als Übergangslösung gedacht: Wenn das zwischen dem Landkreis und der Nikolauspflege geschlossene Mietverhältnis Ende September ausläuft, tun sich für die Stiftung im Blick auf dem an der Iglauer Straße gelegenen Areal neue Nutzungsmöglichkeiten auf.

Fixe Planungen, was mit den jetzt frei werdenden Räumen geschehen soll, gibt es nicht. Auch keinen aktuellen Eigenbedarf, wie Ralf Bendig, Leiter der am Siebenbürgenweg beheimateten Königin-Olga-Schule, auf Anfrage mitteilt. Konkreter wird's dagegen im Sommer 2017, wenn das Gebäude abgebrochen und so auf dem insgesamt 2500 Quadratmeter großen Gelände Platz für den Neubau einer Tagesbetreuung und eines Wohnbereichs für erwachsene Menschen entsteht.

Dies bedingt auch den ebenfalls im nächsten Jahre vorgesehenen Umzug einer zur Königin-Olga-Schule gehörenden Kindergartengruppe. Sie ist jetzt noch unterm Dach des ehemaligen Johanneskindergartens untergebracht, dessen Wohnbereich bislang als Flüchtlings-Quartier genutzt worden ist.

Ihre neue Heimat werden die Kinder in der evangelischen Kindertagesstätte „Pusteblume“ in der Carl-Schwenk-Straße in Mergelstetten finden. Diese Kita wird derzeit umgebaut und saniert.

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