Partner der

Wegen Lokführerstreiks kaum noch Mietwagen verfügbar

Vom viertägigen Streik der Lokführer war gestern, am ersten Streiktag, auch die Brenzbahn betroffen. Zahlreiche Zugverbindungen zwischen Aalen und Ulm sind ausgefallen.

|
Leere auf dem Bahnsteig: Aufgrund des Lokführer-Streiks fielen gestern auch auf der Brenzbahn zahlreiche Züge aus.  Foto: 

Der Streik, zu dem die Lokführergewerkschaft GDL aufgerufen hat, zeitigt Auswirkungen im gesamten Land. Auf manchen Strecken verkehrten gestern den ganzen Tag über keine Züge, auf der Informationsseite der Bahn im Internet findet sich bei vielen Verbindungen der Hinweis, dass überhaupt kein Zugverkehr stattfindet, oder Busse als Ersatz eingesetzt werden.

Ganz so heftig hat es die Reisenden auf der Brenzbahn bisher nicht erwischt. Zwischen Ulm und Aalen waren gestern durchaus Züge unterwegs, wenngleich es auch hier etliche Ausfälle gab. Betroffen waren in erster Linie die Interregio-Express-Züge (IRE), die die Strecke in 50 Minuten zurücklegen und nur an größeren Bahnhöfen, darunter Heidenheim, halten. Die meisten Regional-Express-Verbindungen, die rund eine halbe Stunden länger benötigen, konnten aufrecht erhalten werden.

Trotzdem kam es für viele Bahnkunden zu ganz erheblichen Einschränken, die wohl auch die kommenden Tage fortbestehen werden. Am Service-Schalter im Bahnhof wissen die Mitarbeiter eine Lied davon zu singen. Sie sind nicht nur mit dem Ärger vieler Bahnkunden konfrontiert, deren Züge nicht fahren, und die ihre Anschlussverbindungen verpassen. „Es gibt einen Notfahrplan, aber man kann sich nicht hundertprozentig darauf verlassen, dass der auch funktioniert“, sagt ein Bahn-Mitarbeiter. Besondere Zeiten bringen besonderes Handeln mit sich: „In der momentanen Situation versuchen wir, Bürokratie zu vermeiden, wo es geht. Wenn jemand sein Ticket zurückgibt, weil ein Zug nicht fährt, zahlen wir das einfach ohne viele Formulare aus“, sagt der Bahnmitarbeiter. Wie es mit den Verbindungen heute und am Wochenende aussehen wird, wie viele Züge gestrichen werden, ließ sich gestern noch nicht sagen.

Gestern meldeten sich viele FCH-Fans am Schalter, die eigentlich mit dem Zug nach Hamburg fahren wollten, um den Verein beim Spiel gegen St. Pauli (siehe Sportteil auf Seite 23) zu unterstützen. „Wir versuchen natürlich zu helfen wo es geht, aber vor allen Dingen bei Fernverbindungen wird es schwierig, wenn Anschlusszüge erreicht werden müssen. So haben zahlreiche FCH-Fans ihre Fahrkarten zurückgegeben. „Wir haben auch mitgekriegt, dass sich viele Hotels kulant zeigen und von Gästen keine Stornierungsgebühren verlangen“, so der Bahn-Mitarbeiter.

Andere Fußballfans haben schon vor Tagen nach Alternativen zum Zug gesucht. „Ja, wir haben am Wochenende sehr viele Fahrten nach Hamburg“, wird von den Autovermietungen vor Ort bestätigt. Bei „Europcar“ etwa sind von ansonsten rund 60 vorrätigen Wagen nur noch sehr wenige verfügbar. „Wer jetzt noch ein Auto will, hat nur noch wenig Auswahl“, so eine Mitarbeiterin. Die meisten Mietwagen werden heute übergeben, was die Mitarbeiter vor eine gewaltige Herausforderung stellt. Ähnlich ist die Situation bei „Avis“. Auch hier gibt es nur noch sehr wenige Mietwagen. Und auch hier wird bestätigt, dass das eine Auswirkung des Lokführerstreiks ist.

Beim FCH selbst sieht man den Lokführer-Streik eher gelassen. „Ich denke, dass nur ein geringer Anteil der rund 1200 Fans mit dem Zug nach Hamburg fahren wollte“, sagt der Fanbeauftragte. Fabian Strauß. Und die würden sicherlich Alternativen finden. An den Einsatz zusätzlicher Fanbusse von Seiten des FCH sei nicht gedacht. „Wir wissen von sieben Bussen, die nach Hamburg fahren, und das müsste genügen“, so Strauß.

Die heimische Industrie ist vom Streik der Lokführer kaum betroffen. Bei der Hartmann-Gruppe etwa hat man sich vorbereitet: „Um die Belieferung unseres Betriebs in Herbrechtingen zu gewährleisten, haben wir in enger Abstimmung mit unseren Logistikern die Anlieferung von Rohmaterial auf Lkw umgelenkt“, sagt Hartmann-Pressesprecherin Anja Krey. Darüber hinaus zeige der Streik bislang keine Auswirkungen auf den Betrieb.

Bei Voith hat der Streik auf die Produktion keinerlei Auswirkung. Auf die Mitarbeiter hingegen schon. „Viele, die ansonsten mit dem Zug fahren, müssen jetzt eben mit dem Auto zur Arbeit fahren“, sagt Pressesprecher Markus Woehl.

Info Welche Zugverbindungen vom Streik betroffen sind, lässt sich im Internet unter www.bahn.de/aktuell herausfinden.
Lesen Sie jetzt die eZeitung schon ab 0,99 € / Monat
Die digitale 1:1-Ausgabe der Heidenheimer Zeitung steht Ihnen ab 4 Uhr morgens mit allen Nachrichten der Region zur Verfügung. » zum Angebot

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Mann in verrauchter Wohnung von Feuerwehr geweckt

Glück im Unglück hatte ein Mann aus Herbrechtingen in der Nacht auf Montag. weiter lesen