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Was hat der neue Chef im Klinikum alles vor?

Bei seinem Antrittsbesuch spricht der neue Geschäftsführers Udo Lavendel noch nicht über Programme, nennt aber eine klare Zielsetzung.

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Zuversichtlich in die Zukunft: Landrat Thomas Würz und der neue Klinikum-Geschäftsführer Udo Lavendel.  Foto: 

Noch legt der Neue im Klinikum die Karten nicht auf den Tisch, was aber auch daran liegen mag, dass sie noch nicht einmal gemischt sind. Das wird frühestens im Januar 2017 erfolgen, wenn der Nachfolger des im Dezember seinen Stuhl räumenden Geschäftsführers Reiner Genz endgültig auf dem Schlossberg angekommen ist – und auch dann wird's noch etwas dauern, bis klar ist, welche Trümpfe er ausspielen will.

So präsentierte Udo Lavendel denn gestern weder Konzepte noch Rezepte, als er gut eineinhalb Monate vor seinem Dienstantritt zu einer Vorstellungsrunde an seinem künftigen Arbeitsplatz eintraf. Dabei kam der Diplom-Ökonom mit Führungskräften zusammen, präsentierte sich zudem im Hörsaal des Klinikums auch allen interessierten Mitarbeitern, von denen es in diesem aus 14 Fachkliniken und zwei Instituten bestehenden Gesundheitszentrum immerhin rund 1500 gibt. Und so konnte, wer wollte, sich immerhin schon einen ersten persönlichen Eindruck von dem gebürtigen Rheinländer machen, der da antritt, den roten Zahlen das Fürchten zu lehren.

Ob diese Operation gelingt und wie er sie bewerkstelligen will, wird und muss die Zeit zeigen, aber auch die ist irgendwie limitiert. Landrat Thomas Reinhardt, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Klinik-Gesellschaft, hat die Vorstellung, dass man am Ende des ersten Quartals „die einen oder anderen Vorschläge“ wird diskutieren können, um „die Leitplanken für die Zukunft einzurichten“. Übersetzt heißt das: In einigen Monaten wird man sehen, wo's im finanziell gebeutelten Krankenhaus langgeht.

Schon heute ist Thomas Reinhardt zuversichtlich, dass der Turnaround gelingen wird, den Udo Lavendel hinkriegen muss, soll seine Mission gelingen. Chancen sieht er allemal, auch auf der Leistungs- und Prozessseite des Klinikums, das seit Jahren von gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen in den Schwitzkasten genommen wird. Wie man sich rauswinden will, lässt Udo Lavendel im Detail noch offen, doch bei einem kurzen ersten Pressegespräch macht der aus dem wettbewerbsintensiven Umfeld des Ruhrgebiets kommende Wirtschaftswissenschaftler gestern deutlich, dass das Erfolgsrezept nicht im Kaputtsparen liegen wird. „Rationalisierung vor Rationierung“ lautet sein Credo, was so viel heißt, dass Maßnahmen der Effizienzsteigerung und das Ausschöpfen von Verbesserungspotenzialen Vorfahrt vor dem bloßen Kappen von Leistungen haben.

Dass er vor großen Herausforderungen steht, weiß der 55-Jährige, dem in den nächsten Jahren nicht weniger gelingen muss, als ein mit nahezu drei Millionen Euro in den Miesen steckendes Klinikum über die schwarze Null hinaus in den grünen Bereich zu führen. „Wir brauchen existenzsichernde Überschüsse, um dauerhaft den Versorgungsauftrag gewährleisten zu können,“ sagt er gestern und kündigt dann doch noch eine Art Programm an: „Wir müssen zusehen, dass wir das auf die Dauer subventionsfrei hinkriegen.“

Bange ist ihm bei dieser Herkulesaufgabe nicht. Zum einen übernimmt er die kaufmännische Leitung eines als leistungsstark erkannten Hauses, zum anderen sieht er sich in guter Gesellschaft des Landkreises Heidenheim, der dauerhaft Träger dieses Klinikum sein und es nicht in private Hände geben will – eine Ausgangsposition, die ihn mit dazu bewogen hat, nach seiner langjährigen Tätigkeit im operativen Management großer Gesundheitsorganisationen hierher in eine deutlich kleinere Einheit zu wechseln. Denn „nicht die Größe ist entscheidend, sondern das, was man bewegen kann.“

Und dann kommt noch ein weiterer Partner ins Spiel. Udo Levandel ist im Rahmen eines zwischen dem Landkreis und der Economedic AG geschlossenen Managementvertrags beschäftigt. Diese große Verbundorganisation hat sich auf die Übernahme von Geschäftsführungen in Krankenhäusern spezialisiert, praktiziert dies im Land inzwischen in zwölf Kliniken und bietet ihrem Mann in Heidenheim den kurzen Draht zu einem interdisziplinären Beratungsteam und damit zu einer Menge Sachverstand.

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