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Warum ein Heidenheimer Arzt plötzlich nicht mehr Hausarzt sein darf

Dr. Ekkart Müller-Heiden untersucht keine Patienten mehr und Heidenheim hat ab sofort einen Internisten weniger. Und nicht nur seine Patienten fragen sich, warum.

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Dr. Ekkart Müller-Heiden sucht einen Nachfolger.  Foto: 

Seit 1992 ist Dr. Ekkart Müller-Heiden in seiner Praxis an der Friedrich-Pfenning-Straße als Internist und Nuklearmediziner tätig. Jetzt aber darf der 68-Jährige von heute auf morgen keine Kassenpatienten mehr internistisch behandeln. Weil dieser Umstand nur schwer zu erklären ist, brodelt in Heidenheim nun die Gerüchteküche. Man habe Müller-Heiden die Approbation entzogen, heißt es. Alles Quatsch, sagt der Königsbronner: „Wenn dem so wäre, könnte ich hier nicht weiterarbeiten.“

Tatsächlich hat die Veränderung einen gänzlich unspektakulären – wenn auch etwas komplizierten – Hintergrund: Müller-Heiden will sich in naher Zukunft zur Ruhe setzen und sucht einen Nuklearmediziner als Nachfolger. Das Problem: Müller-Heiden hat einen Kassenarztsitz der Inneren Medizin mit Zulassung für Nuklearmedizin. Offiziell ist er also in erster Linie Internist. Offiziell . . .

Denn tatsächlich kommen rund 90 Prozent der Patienten wegen nuklearmedizinischer Behandlungen in die Praxis. Schilddrüsenuntersuchungen sind das beispielsweise.

Bürokratische Hürde verhindert Untersuchungen

Damit auch sein Nachfolger diese nuklearmedizinischen Untersuchungen anbieten kann, hat Müller-Heiden versucht, seinen Kassenarztsitz so umzuwandeln, dass die Nuklearmedizin im Vordergrund steht und die innere Medizin als Zusatz angeboten wird.

Zuständig hierfür ist ein Zulassungsausschuss mit Vertretern von Kassenärzten und Krankenkassen, bei dem Müller-Heiden Mitte Februar vorstellig wurde. Das Ergebnis dieses Termins war allerdings nicht wie gewünscht: Zwar stimmte der Ausschuss Müller-Heidens Antrag zur Umwandlung des Kassenarztsitzes zu, aber nur unter der Vorgabe, dass der Mediziner ab sofort, sprich von einem Tag auf den anderen, auf internistische Untersuchungen verzichtet.

Auch ein strukturelles Problem

Für die betroffenen internistischen Patienten, die Müller-Heiden zum Teil schon seit Jahrzehnten als Hausarzt aufgesucht haben, ist das freilich keine erfreuliche Nachricht. Sie müssen sich jetzt einen anderen Hausarzt suchen. Und das ist gar nicht so einfach, wie auch Müller-Heiden weiß.

Der Mediziner sieht hinter seinem Fall auch ein strukturelles Problem: Weil Ärzte von den Kassen nur für eine bestimmte Anzahl an Kassenpatienten bezahlt werden, sind viele nicht bereit, weitere Patienten aufzunehmen. „Sie arbeiten an der Grenze der Fallzahlen“, sagt Müller-Heiden. „Und an jedem Patienten, der darüber liegt, verdient ein Arzt nichts.“

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