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Viele ausgezeichnete Menschen beim Bürgerpreis

Ehre für das Ehrenamt Hanns-Voith-Stiftung und die Kreissparkasse haben im Konzerthaus zum vierten Mal den Deutschen Bürgerpreis für den Landkreis Heidenheim verliehen.

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Genau 286 Bewerbungen waren dieses Jahr bei der Jury eingegangen – ein nicht zu erwartender Rekord für Hanns-Voith-Stiftung und Kreissparkasse. Beim Festabend im Konzerthaus am Freitagabend versuchte Moderator Hendrik Rupp die Attraktivität des Preises zu ergründen. Der Bürgerpreis sei eine besonders schwabenfreundliche Einrichtung, vermutete der HZ-Redaktionsleiter. Man kann sich selbst vorschlagen, „was ein echter Schwabe aber nicht tun würde“, man kann dafür aber andere vorschlagen. Und da scheint man im Landkreis reichlich fündig zu werden. „Es gibt einfach unglaublich viel gute ehrenamtliche Arbeit bei uns“, konstatierte Rupp.

„Integration gemeinsam leben“ lautete heuer das Motto des Bürgerpreises. Die Heidenheimer Jury hatte diese Vorgabe bewusst weit gefasst und nicht ausschließlich auf die aktuelle Flüchtlingshilfe bezogen. Das Renommee des Preises, aber auch die Hochachtung für die ehrenamtlich Tätigen spiegelt sich in der Reihe der Laudatoren wider: SPD-Fraktionschef im Landtag Andreas Stoch, Landrat Thomas Reinhardt, Oberbürgermeister Bernhard Ilg und Erwin Krajewski, Voith-Ausbildungsleiter. Sie übergaben die mit je 2000 Euro dotierten Preise.

Preisträger beim Bürgerpreis

Dass am Eingang zum Konzerthauses „Blumenkinder“ auf Stelzen warteten und auf der Bühne zuerst atemberaubende Akrobatik am Vertikaltuch zu sehen war, dürfte manchem einen Hinweis gegeben haben, wer zum Sieger in der Kategorie Alltagshelden gekürt worden war. Ganze 229 Vorschläge waren dafür eingegangen. Andreas Stoch durfte den Preis seinem früheren Mathematiklehrer Klaus Hensolt und seiner Ehefrau Angelika für das Sporttheater Heidenheim überreichen. Aus dem Wunsch heraus für Schulkinder eine kreative und auch sportliche Umgebung zu schaffen, hatten die Hensolts 1991 eine Schattentheater AG gegründet. 2009 kam der Kinderzirkus hinzu. Inzwischen proben 80 Kinder jeden Samstag in der Turnhalle der Ostschule Theatersport. Heimisch geworden ist dieser über die Kernzeitbetreuung an vielen Schulen im Stadtgebiet, wo Woche für Woche 1000 Kinder von 64 Mitarbeitern betreut werden. Oberweltverbesserer werde das Paar manchmal im Kollegenkreis geheißen, wusste Stoch. „Ein wahres Wort, denn wer Kindern hilft, sich zu entwickeln, hilft der Welt sich zu entwickeln.“

20 Vorschläge waren für die Preiskategorie U 21 eingegangen. Oberbürgermeister Bernhard Ilg durfte die 2000 Euro an den Jugendbeirat des Naturtheaters übergeben. Seit 1991 besteht diese Gruppe Jugendlicher und Junger Erwachsener, die sich in der großen Theatergemeinde besonders der kleinen Schauspieler annehmen. Während der Spielzeit übernimmt der Beirat die Eisdiele und leitet Führungen durch das Theater. Ins öffentliche Bewusstsein geraten sind diese Jugendlichen dieses Jahr durch einen Theaterworkshop mit minderjährigen Flüchtlingen, die allein nach Deutschland gekommen waren. Dieser Workshop, wusste Ilg, sei keine Eintagsfliege geblieben. Einige Flüchtlingen seien beim Theater geblieben. Statistiken, so Ilg, besagten, dass immer mehr Jugendliche sich engagierten. „Das macht Mut“.

Landrat Thomas Reinhardt hätte die Vita der Frau nicht nachzeichnen müssen, welcher der Bürgerpreis für ihr Lebenswerk zugesprochen wurde. Wer den Namen Inge Grein-Feil hört, denkt automatisch an „Freunde schaffen Freude“, an die „Herz- und Zeitverschenker“ und die Arche in Dischingen, die nicht nur ein Ort der sozialen Begegnung geworden ist, sondern auch eine Spielstätte für die Kleinkunst mit einem Ruf über die Region hinaus. Reinhardt erinnerte daran, dass schwere Erkrankung dem Leben von Grein-Feil diese Wendung gegeben hatte. Grundidee war, ein Netzwerk der Hilfe zu schaffen. 71 Jahre alt ist Grein-Feil inzwischen und noch immer die treibende Kraft. Einfach, weil sie nicht anders kann.“

Zwei Brüder teilen sich den Bürgerpreis für engagierte Unternehmer: Rüdiger und Friedemann Bosch. Diese treiben nicht nur Boschs Backhäusle um, es treibt sie auch die Notlage anderer Menschen um. Andere am eigenen Wohl teilhaben zu lassen, das sei ihre grundlegende Prägung fürs Leben“, meinte Erwin Krajewski in seiner Laudatio. Ausdruck findet diese Einstellung in einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk. Zum Beispiel beim Café Amadeus, wo zweimal im Monat Bedürftige eine kostenlose Mahlzeit erhalten, oder in der Aktion „Teile Dein Brot“, in deren Zug Bäckerei-Gutscheine an Arme verteilt werden. Ungezählte Pausenbrote haben die Brüder auch schulpflichtigen Flüchtlingskindern zukommen lassen.

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