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Verkehrserziehung: Polizei und Bürgermeister sind sich nicht einig

Die Bürgermeister im Kreis stellen sich vehement gegen eine Zentralisierung der Verkehrserziehung in Heidenheim, die Polizei hält an den Überlegungen fest.

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Verkehrserziehung auf dem zentralen Übungsplatz in Heidenheim: Nach Ansicht der Polizei sollen die künftig alle Kinder aus dem Landkreis zentral genießen, doch die Bürgermeister wehren sich dagegen.  Foto: 

Seit Jahrzehnten lernen Grundschüler aus dem gesamten Landkreis die wichtigsten Regeln im Straßenverkehr mit Unterstützung der Jugendverkehrsschule der Kreisverkehrswacht. Viele werden sich noch an die aufregenden Zeiten erinnern in denen sie die Schulbank drückten, und in denen die Polizisten in den Unterricht kamen um das theoretische Wissen zu vermitteln.

Danach ging es dann aufs Fahrrad um auf dem Schulhof, auf dem Straßen und Fußgängerüberwege eingezeichnet und Verkehrsschilder aufgestellt waren, munter Runde um Runde zu üben, wie man sich im Straßenverkehr verhält.

Diese Zeiten könnten schon bald der Vergangenheit angehören – zumindest was das Üben im gewohnten Umfeld an der eigenen Schule angeht. Denn aufgrund der personellen Situation plant das Polizeipräsidiums Ulm, die Verkehrserziehung zu zentralisieren.

18 Übungsplätze im ganzen Kreis

Bereits vor einem Jahr wurden diese Überlegungen publik und seitdem versuchen Polizei und die Bürgermeister Lösungen zu finden – inzwischen hat sich auch die Landespolitik mit der Thematik beschäftigt. Eine wirkliche Lösung ist noch nicht in Sicht, doch wie Nattheims Bürgermeister Norbert Bereska, Vorsitzender der Kreisabteilung des Gemeindetags Baden-Württemberg, betont, sei zumindest bis Ende dieses Jahres sichergestellt, dass die Verkehrserziehung in den Gemeinden stattfindet.

Insgesamt gibt es 18 Übungsplätze im ganzen Kreis – und das sind ganz erheblich mehr als in anderen – deutlich größeren – Landkreisen. So gibt es im Kreis Göppingen nur zwei Übungsplätze, im Alb-Donau-Kreis 14 und in Ulm nur einen Platz. In Heidenheim sind für die Verkehrserziehung zwei Voll- und zwei Teilzeitstellen angesiedelt, doch die Beamten sind auch für Prävention an Schulen zuständig.

Die Planungen des Polizeipräsidiums vom vergangenen Jahr gingen dahin, die Verkehrserziehung auch im Landkreis zu zentralisieren – in Heidenheim. Dann würden die Grundschüler mit Bussen zum zentralen Übungsplatz beim Festplatz Nördlinger Straße gebracht und die Polizisten würden nicht mehr viel Zeit auf der Straße verbringen um in jeden Ort zu gelangen.

„Angesichts der Personalknappheit bei der Polizei können wir das Anliegen verstehen, aber wir Bürgermeister werden uns dagegen wehren“, so Bereska. Den Vorwurf macht er der Politik, nicht der Polizei. Trotzdem sei man kompromissbereit: „Wenn wir uns auf drei oder vier Übungsplätze im Landkreis einigen könnten, wären wir einverstanden“, darauf habe man sich in der jüngsten Bürgermeister-Dienstbesprechung geeinigt.

„Wir möchten erreichen, dass die Kinder die bestmögliche Fahrradausbildung erhalten und dazu gehört auch, dass sie mit den eigenen Rädern üben“, so Bereska. „Es kann nicht sein, dass man bei den Kleinsten anfängt zu sparen, dagegen wehren wir uns vehement.“

Polizei bleibt bei Zielen

Von Seiten der Kreisverkehrswacht hingegen übt man Zurückhaltung. „Wir haben beschlossen, uns aus dem Konflikt zwischen Polizei und Bürgermeistern rauszuhalten“, sagt die Geschäftsführerin Barbara Wiedmann. So werde die Institution auch weiterhin das nötige Equipment für die Verkehrserziehung der Kinder bereitstellen, „ganz egal ob nur zentral in Heidenheim oder mobil für den ganzen Kreis.“

Ulms Polizeipräsident Christian Nill verteidigt die Zentralisierungspläne der Polizei: „Wir wollen die Verkehrserziehung ressourcenschonender und professioneller machen.“ Eines der Probleme sei, dass keiner der 17 Übungsplätze bei den Schulen im Kreis den aktuellen Anforderungen entspricht. Außerdem gehe bei den Fahrten der Beamten in die Gemeinden für Rüst- und Fahrzeiten so viel Zeit verloren, dass die Ausbildung darunter leide.

„Wir arbeiten weiter an der Zentralisierung der Übungsplätze, so wie das auch in den anderen Landkreisen der Fall ist“, betont Polizeipräsident Nill. Jedoch sei man im Gespräch mit den Bürgermeistern und Bereska. „Sollte es dringend notwendig sein, neben dem Heidenheimer noch andere Plätze zu betreiben, muss man das verhandeln.“

Voraussetzung sei jedoch, dass diese Plätze den neuen Anforderungen genügen und dementsprechend umgestaltet werden – auf Kosten der Kommunen. „Wir wollen den Kindern optimale Bedingungen bieten und die Zeit lieber in die Ausbildung als in die Anfahrt investieren“, betont Nill.

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