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Hansegispass: Der Protest gegen die geplante Verbindungsstraße

Anlieger in der Oststadt und auf der Hansegisreute stellen den Sinn einer neuen Verbindungsstraße in Frage und fürchten mehr Autos, Lärm, Schmutz und weniger Sicherheit durch den geplanten Hansegispass.

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Überwiegend Anwohner der Oststadt kamen am Dienstagabend ins Zinzendorfgemeindehaus. Reinhard Walloschke (rechts) will über den Verkehrsclub Deutschland den Widerstand gegen die geplante Verbindungsstraße über die Hansegisreute bündeln.  Foto: 

Die geplante neue Verbindungsstraße zwischen Osterholz und Hansegisreute gefällt vielen Anliegern nicht. Ein Zeichen dafür war die große Resonanz auf eine Veranstaltung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) zum Straßenneubau. Die rund 250 Interessenten passten kaum in den Saal des Zinzendorfhauses.

Der Tenor war einhellig: Keinem gefällt die Vorstellung, eine neue Straße und damit mehr Verkehr und Lärm ins Wohngebiet zu bekommen. Wenn auch die Beweggründe von Initiatoren und Anliegern verschieden sind: Der VCD, der sich den verkehrspolitischen Sprecher der grünen Bundestagsfraktion Matthias Gastel zur Seite geholt hatte, zielt auf die ökologische Verkehrswende. Den Anliegern geht es um die Wohnqualität und Sicherheit vor Ort.

Zusammen kommen beide Seiten bei der Kritik an einer neuen Straße: „Straßen wie der Hansegispass ziehen den Verkehr an“, sagte Reinhard Walloschke vom VCD. 5200 Fahrzeuge kämen pro Tag auf der Römerstraße hinzu. Das ist das Ergebnis einer Studie des Ingenieurbüros Brenner im Auftrag der Stadt aus dem Jahr 2012. Demnach würde sich der Verkehr auf der Römerstraße verdoppeln. Von dort führt die neue Straße über die Hansegisreute auf die Waldstraße.

Gastel untermauerte mit Studien zu Auswirkungen zum Verkehrslärm, zum Flächenverbrauch durch Straßen und zur Luftverschmutzung und deren Folgen die Notwendigkeit einer ökologischen Verkehrswende. „Wir wären schon viel weiter, wenn die Menschen sich bewusst entscheiden, welches Verkehrsmittel sie für welchen Weg wählen“, appellierte Gastel an die Anwesenden, die wiederum mehr an den Auswirkungen vor Ort interessiert waren. Eltern fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder auf den Schulweg, Anlieger wehren sich gegen mehr Lärm und Verkehr. Andere wollen das Waldgebiet nicht durchschnitten wissen. Wieder andere begrüßen zwar das geplante Neubaugebiet am Kleinen Bühl, durch das die neue Verbindungsstraße führen soll, wollen aber, dass die Straße dort endet.

Mehr zu den Planungen der Stadtverwaltung lesen Sie hier.

Einige Argumente hatte zuvor Sebastian Hyneck vom VCD angeführt. Eine moderne Verkehrsplanung sehe vor, den Verkehr auf Hauptachsen zu bündeln und nicht durch Wohngebiete zu führen. Zudem bringe die neue Straße weder Verbesserungen im Busverkehr noch für die Rettungsdienste oder die Polizei. Die Nachfrage beim DRK habe ergeben, dass man die Straße nur nützen würde, falls die Giengener Straße verstopft sei. „Für den Radverkehr muss man die Straße nicht bauen, das ist zu steil über den Berg“, sagte Günther Staffa vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub. Radfahrer bevorzugten die schnellste und flachste Strecke. Deshalb werde der bestehende Fuß- und Radweg am Waldrand relativ wenig von Radfahrern genutzt, wer in die Hansegisreute wolle, nehme die Giengener Straße.

Unter der Federführung des VCD sollen die Fragen und Argumente gesammelt werden, um damit an die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung sowie an den Gemeinderat heranzutreten.

Was bereits entschieden ist

Die Idee einer Verbindungsstraße sei schon Jahrzehnte alt, sagte Michael Sautter, Grünen-Fraktionssprecher im Gemeinderat. Er war eingeladen, um über den Entscheidungsstand zu informieren.

Im neuen Flächennutzungsplan sei die Straße aufgenommen worden, nachdem sie im alten Plan gestrichen worden sei. Ausgewiesen sei auch ein neues Baugebiet am Kleinen Bühl. Eine Verbindungsstraße würde mehr Verkehr auf die Römerstraße ziehen, deren mittlerer Abschnitt so ausgebaut werde, dass der Verkehr aufgenommen werden kann. Im kommenden Jahr sei ein weiterer Bauabschnitt an der Reihe.

Der Gemeinderat habe die Stadt mit den Planungen der Verbindungsstraße beauftragt. Dazu müsse es ein Planfeststellungsverfahren geben, das zwei bis drei Jahre dauern werde. „Man kann jetzt hoffen, dass der Naturschutz beim Landratsamt oder beim Regierungspräsidium Bedenken gegen das Projekt hat“, so Sautter, der betonte, dass er dem Flächennutzungsplan nicht zugestimmt habe.

Einfluss nehmen könnten die Anlieger im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens. Möglich sei auch ein Bürgerbegehren, wobei Sautter die Hürde angesichts der notwendigen Wahlbeteiligung als zu hoch einschätzt. „Bis zum Bau ist es noch ein langer, steiniger Weg, doch man sollte auf der Hut bleiben.“

Der VCD will sich mit interessierten Anliegern zusammentun. Erstes Treffen ist heute, 19.30 Uhr, im Hotel St. Pöltl.

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