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VCD sorgt für Unmut im Technik- und Umweltausschuss

Mit der in diesem Jahr anstehenden Sanierung der Straße Am Radkeller und des Hochbergwegs will die Stadt nicht nur die verkehrliche Situation verbessern, sondern auch den Lückenschluss für den Radverkehr stadteinwärts schaffen. Viel Kritik gab es im zuständigen Ausschuss am Verkehrsclub Deutschland, der mit einem Brief für viel Unmut gesorgt hatte.

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Die Straße Am Radkeller soll in diesem Jahr saniert und dann dank Tempo-30-Zone auch von Radfahrern als Verbindung in die Innenstadt genutzt werden.  Foto: 

Die Straße Am Radkeller, die in der Verlängerung der Steinheimer Straße parallel zur Wilhelmstraße verläuft, soll in diesem Jahr saniert werden. Das gleiche gilt für den Hochbergweg. Als Begründung für diese Maßnahme nennt die Stadtverwaltung, dass die Gestaltung der beiden Straßen nicht mehr den heutigen Anforderungen entspreche und auch aus diesem Grunde die Aufenthaltsqualität schlecht sei. Darüber hinaus seien umfangreiche Arbeiten am Kanal notwendig. Insgesamt sind für die Arbeiten im Haushaltsplan Mittel in Höhe von einer halben Million Euro eingestellt, wovon 200 000 Euro auf die Kanalsanierung entfallen.

Der Hochbergweg soll komplett verkehrsberuhigt werden, im Bereich des Kindergartens ist eine Art kleiner Wendekreisel vorgesehen. In der Straße Am Radkeller soll auch die höchst unbefriedigende Gehweg-Situation verbessert werden. Während die Mitglieder des Technik- und Umweltausschusses des Gemeinderats in ihrer gestrigen Sitzung von der Notwendigkeit der Baumaßnahmen überzeugt waren und dem Vorhaben ohne Gegenstimme grünes Licht gaben, entzündete sich die Diskussion an einem Brief, den der lokale Vorsitzende des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) ans Regierungspräsidium geschrieben hatte.

In dem Schreiben kritisiert der VCD, dass die Stadtverwaltung die Straße Am Radkeller als Radweg ausweisen wolle und auf diese Weise versuche, Bundesmittel zu ergattern. Unter anderem droht der Vorsitzende sogar damit, notfalls den Bundesrechnungshof „wegen unsachgemäßer Verwendung von Bundesmitteln“ einschalten zu wollen.

Schon rein sachlich sei dieses Schreiben falsch, da die Straße Am Radkeller eine Tempo-30-Zone sei, aus diesem Grund gar kein Radweg ausgewiesen werden könne und folglich keine Bundesförderung möglich sei, erklärte Martin Seemann, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung. Ungeachtet dessen bezeichnete OB Bernhard Ilg Vorgehensweise und Wortwahl des VCD als unpassend.

Dieser Ansicht waren auch die Stadträte. So zeigte sich Ralf Willuth (Freie Wähler) „empört“ über den Brief, in dem sich der VCD „völlig im Ton vergriffen“ habe. Dem pflichtete auch Hans Kurowski (Grüne) bei. Martin Grath (Grüne) sah durch das Schreiben sogar den Verkehrsclub in seiner Glaubwürdigkeit gefährdet.

Dass die Planungen der Stadtverwaltung in Sachen Radweg in diesem Bereich nicht so falsch sein können, untermauerte Seemann auch mit der Aussage, dass der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) die Streckenführung für gut befunden und die Straße Am Radkeller sogar schon im vergangenen Jahr als Radweg in die Innenstadt ausgezeichnet habe.

Insofern wurde dem Ansinnen des VCD, auf der Bundesstraße einen Streifen für Radfahrer auszuweisen, rundweg eine Absage erteilt. „Wer will schon direkt auf der Bundesstraße fahren und sich den Gefahren aussetzen, wenn es in einer Parallelstraße viel ruhiger zugeht?“ war die einhellige Meinung der Stadträte.

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