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Untersuchungsausschuss kein Thema für Staatsanwaltschaft

Die in dieser Woche von den Bögerl-Kindern erhobene Forderung nach Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, der sich mit der Polizeiarbeit im Mordfall Bögerl befassen soll, findet auf Stuttgarter Ebene offenbar kein Echo.

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Im Innenministerium lehnte man am Donnerstag eine Stellungnahme dazu und auch zu den gegenüber der Polizei erhobenen Vorwürfen ab. Einzig der Landtagsabgeordnete Andreas Stoch äußerte sich zu dieser Forderung, die auf der Annahme schwerer Ermittlungsfehler basiert. Der medien- und rechtspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion hält einen Untersuchungsausschuss im Mordfall Bögerl für ungeeignet. Ein solcher Ausschuss diene dazu, politisches Fehlverhalten aufzuklären. Er sehe aber im Fall Bögerl keine Versäumnisse bei der Politik.

Federführende Ermittlungsbehörde in diesem bislang unaufgeklärten Kriminalfall ist die Staatsanwaltschaft Ellwangen. Dort wurde  keine offizielle Stellungnahme zu der von den Bögerl-Kindern in einem „Stern“-Interview formulierten Kritik herausgegeben. Auf Anfrage unserer Zeitung äußerte sich jedoch Presse-Staatsanwalt Armin Burger und drückte im Namen der Anklagebehörde „großes Verständnis für den Schmerz und die Trauer der Kinder der ermordeten Maria Bögerl“ aus.

Gleichzeitig bat er um Verständnis für die ermittelnde Seite. „Es wäre vermessen, Fehleinschätzungen und Fehler bei einem solchen Großverfahren generell auszuschließen“, so Burger, der darauf verweist, dass in der heißen Phase von Entführungsfällen von den Verantwortlichen der Polizei unter enormem Zeitdruck weitreichende Entscheidungen getroffen werden müssten.

Konkret räumt Burger in diesem Zusammenhang einen Fehler bei den großflächigen Suchaktionen nach der entführten Frau ein. Nach derzeitigem Kenntnisstand sei leider in der Tat davon auszugehen, dass ein Suchtrupp der Polizei die unter einem Stapel Äste versteckte Leiche Maria Bögerls beim Absuchen eines Waldstückes übersehen hatte. Carina und Christoph Bögerl haben in dem jetzt veröffentlichten Interview angeführt, seinerzeit von der Polizei anders informiert worden zu sein: Als sich herausgestellt habe, dass die Polizei ihre Mutter bei der Suchaktion übersehen haben müsse, habe man ihnen gegenüber behauptet, der Täter hätte die Leiche erst nach der Suche dort hingelegt.

Zu den Vorwürfen, wonach Sparkassendirektor Thomas Bögerl bei der Beschaffung des letztlich zu spät hinterlegten Lösegeldes von der Polizei allein gelassen worden sei, verweist Burger auf eine schon im Juni 2010 getroffene Verlautbarung, wonach die seinerzeit vom Täter aufgestellten detaillierten Forderungen mit einem äußerst engen Zeitfenster und einer atypischen Stückelung der Polizei nur extrem begrenzte Handlungsalternativen zugelassen hätten. Thomas Bögerl habe sofort – ohne dass eine entsprechende Bitte seitens der Polizei an ihn herangetragen worden sei – erklärt, die geforderte Lösegeldsumme (300 000 Euro) entsprechend den Tätervorgaben bereitstellen zu können. Dieses Angebot des Vorstands der Kreissparkasse sei als der am ehesten erreichbare Ansatz erschienen, die Forderungen des Erpressers rechtzeitig zu erfüllen. Deshalb habe die Polizei nicht versucht, das Lösegeld selbst zu besorgen.

Bei aller Kritik an den Ermittlern ist Staatsanwalt Burger erkennbar um eine Ehrenrettung der operativen Kräfte bemüht: Der gegen die Polizei erhobene Vorwurf des „planlosen Aktionismus“ und „Tausender Fehler“ gehe aus behördlicher Sicht fehl.

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