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Tödlicher Aquarena-Unfall: Die Ermittlungen dauern an

Schuld oder nicht schuld: das bleibt weiterhin offen im Fall eines im Februar tödlich verunglückten Badegasts.

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Das Schwimmerbecken in der Heidenheimer Aquarena.  Foto: 

Im Februar 2017 trieb um 20.45 Uhr ein 30 Jahre alter Mann leblos im großen Schwimmbecken der Aquarena. Sofort eingeleitete Reanimationsversuche blieben erfolglos. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Hätte das verhindert werden können?

Die Antwort auf diese Frage steht seit nunmehr fast acht Monaten aus und soll im Rahmen eines von der Staatsanwaltschaft Ellwangen geführten Ermittlungsverfahrens gefunden werden. Dort will man herausfinden, ob im Zusammenhang mit dem Todesfall ein strafrechtlicher Vorwurf zu erheben ist oder nicht.

Im Fokus stehen drei damals aufsichtsführende Mitarbeiter der Aquarena und die Frage, ob das Leben des seinerzeit am Boden des großen Variobeckens entdeckten 30-jährigen Mannes bei rechtzeitigem Einschreiten hätte gerettet werden können.

Nach bisherigem Erkenntnisstand war der am 20. Februar kurz vor der abendlichen Schließung des Bades von einer Reinigungskraft gesichtete Badegast ein Apnoetaucher, der diese Art des ohne Geräte praktizierten Sporttauchens im Hallenbad geübt haben soll und an einem plötzlichen Herztod verstorben ist. Vor der Obduktion war von einem reflektorischen Herzstillstand die Rede gewesen – ein bei Badeunfällen nicht untypischer Kreislaufstillstand, zu dessen Auslösern auch das Eintauchen in kaltes Wasser bei erhöhter Körpertemperatur gehört.

Zur Beurteilung der rechtlichen Lage ist es für die Ermittler unter anderem wichtig zu wissen, wie lange der aus dem rheinland-pfälzischen Frankenthal stammende Badegast, dem auch Reanimationsversuche nicht mehr geholfen hatten, unentdeckt im Wasser gelegen hatte. Mit eben dieser Fragestellung befassen sich seit Frühjahr zwei von der Ellwanger Anklagebehörde beauftragte private Sachverständige, deren Ergebnisse der Staatsanwaltschaft aber noch immer nicht vorliegen – was auch auf eine durch hohes Arbeitsaufkommen hervorgerufene Überlastung der Gutachter zurückgeführt wird. Vor Jahresende, so ist zu vernehmen, dürfte sich kaum noch etwas tun.

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