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Stoch mahnt dazu, auch jüngere Generationen anzusprechen

Es ist ein wichtiger Tag, doch gerade beim Nachwuchs gerät er fast völlig aus dem Blickfeld. Bei der Gedenkstunde zum Volkstrauertag wurde das Problem offen angesprochen.

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„Wir selbst kennen keinen Krieg mehr. Wir können nur noch Dokumentationen im Fernsehen anschauen, mit einigen Zeitzeugen reden oder im Unterricht aufpassen“, sagt Silvio Reich. In der Totenbergkapelle hat er gemeinsam mit seinen Mitschülern Daniel Misliworski, Patricia Henning und Svenja Wiedemann Texte zum Volkstrauertag gelesen– die vier HG-Schüler waren mit Jahrzehnten Abstand die jüngsten Besucher der Gedenkstunde zum Volkstrauertag.

Ein Haken, dem sich gestern auch der Landtagsabgeordnete Andreas Stoch in seiner Gedenkrede widmete. Eine Gedenken an die Toten von Kriegen und Gewaltherrschaft sei ebenso notwendig wie zeitlos, ein Erinnern an die Sinnlosigkeit von Kriegen leider auch dieser Tage wieder absolut aktuell.„Doch für die Jugend hat der Krieg kein Gesicht, forderte keine persönlich bekannten Opfer“, so Stoch. Wie könne man die am Volkstrauertag gepflegte Kultur des Trauerns und Gedenkens für die Jugend sinnhaft machen?„Wir müssen es schaffen den Tag als einen Auftrag zu verstehen“, so Stoch. Am Volkstrauertag könne und müsse man auch zu Frieden mahnen, aber auch zu kritischem Hinterfragen und zu einer Absage an blinden Gehorsam. Denn Frieden sei ein zerbrechliches Gut, wie man erst jetzt wieder im Nahen Osten erleben müsse. Stoch zitierte aus dem Gedicht„Postkarte an junge Menschen“ des deutsch-kanadischen Schriftstellers Walter Bauer, in dem auch zum„widersetzen“ aufgerufen wird.

Auch der Kreisvorsitzende des VdK, Hans-Jürgen Fedchenheuer, befasste sich mit der Zukunft des Volkstrauertages.„Braucht es diesen Tag noch, 67 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges?“, so Fedchenheuer in der längst nicht voll besetzten Totenberg-Kapelle. Eine Frage, die man aus mehreren Gründen klar bejahen könne:„Die Zeit heilt nicht alle Wunden“, so Fedchenheuer. Mitgefühl für und Respekt vor Opfern verjähre auch nicht. Und noch weit mehr gehe es darum, am Volkstrauertag aktuelle Fragen zu stellen:„Wie reagieren wir heute auf Gewalt und Krieg? Was tun wir, um Krieg zu verhindern?“.

„Wie reagieren wir heute auf Krieg?“

Die Schüler der Jahrgangsstufe 2 des Hellenstein-Gymnasiums verlasen schließlich auch Briefe von Frontsoldaten, die den Horror des Krieges greifbar machten.

Gegen Ende der vom Sängerkranz Heidenheim musikalisch umrahmten Gedenkstunde erinnerte auch Pfarrer Jürgen Zorn an den universalen Anspruch des Volkstrauertags. Längst nicht nur die gefallenen Soldaten, auch Opfer von Gewaltherrschaft und Gewalt überhaupt schloss der katholische Pfarrer in das Gebet ein.

Am Ehrenmal auf dem Totenbergfriedhof wurden von Oberbürgermeister Bernhard Ilg und Landrat Thomas Reinhardt, dem VdK-Ortsverband sowie Reservisten der Bundeswehr die Kränze niedergelegt. Umrahmt wurde diese Prozedur durch das städtische Blasorchester.

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