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Starthilfe für die Phantasie kleiner Künstler geben

Kinder und Kunst Heidenheimer Verein bringt sich als Träger der Jugendhilfe den Kreisräten lebhaft in Erinnerung – inklusive Finanzwünschen.

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Mit dem Trash-Train hatte der Verein Kinder und Kunst Furore gemacht und das Kunstmuseum zu einer Bahnstation im Wunderland.

Als Institution 31 Jahre alt, aber bei Kreisräten immer noch nicht bekannt? Dem Heidenheimer Verein Kinder und Kunst ist dies passiert. Nachgeholt hat Vereinsvorsitzender Dr. René Hirner die Vorstellung bei der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistags. Dazu war es gekommen, weil der Verein vor Monaten bei der Landkreisverwaltung um eine Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe nachgesucht hatte. Kunst und Jugendarbeit? Nicht alle Mitglieder des Ausschusses hatten damals bei der Vorlage des Antrags eine unmittelbare Verbindung gesehen. Unter unterschwellig war vielleicht sogar der Ruch des Abgehobenen gewittert worden.

Kunst für Kinder: abgehoben?

Hirner, der in Heidenheim auch das Kunstmuseum leitet, wollte eine solche Vermutung gar nicht rundwegs abtun. Zumindest, was das offene Kursangebot des Vereins anbetrifft. Hier meldeten natürlich vorwiegend Eltern ihre Kinder an, denen an Bildung gelegen sei. Anders sei es freilich im Bereich der Museumspädagogik, wenn ganze Schulklassen Ausstellungen besuchten oder bei direkten Kooperationen mit Schulen. Hier stehe man mit Kindern jeglicher Herkunft in Kontakt. Kooperationen gehe man bevorzugt mit Sonderschulen ein.

Bildung als Vermittlung von Wissen steht für Hirner aber beileibe nicht im Vordergrund von Kinder und Kunst. Die Dozenten, meist selbst Künstler, Designer oder Museumspädagogen verstünden sich zwar darauf, künstlerische Techniken und den künstlerischen Umgang mit allerlei Materialien zu vermitteln, doch über allem stehe das Ziel, Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen zu helfen, ihre Phantasie zu entwickeln, ihre Kreativität zu fördern.

„Anders als Schulen haben wir keine Zielvorgaben.“ Und auch über den klassischen Begriff der bildenden Künste wird bei Kinder und Kunst weit hinaus gegriffen. Da entstehen Fotoromane mithilfe von Smartphones, werden Trickfilme erstellt oder zur Feier des 30-jährigen Bestehens das ganze Museum über Monate in eine märchenhafte Landschaft mit einem echt fahrenden Zug verwandelt. Über 100 Kinder hätten hier mitgewirkt.

CDU-Kreisrat Horst Neugart war immer noch skeptisch. „Wo zeigt sich der Träger der Jugendhilfe? Müsste das nicht noch weiter gehen?“ „Gerne“, so Hirner, „wenn sie mit die Mittel geben.“

„Wenn Sie mir Mittel geben“

Zwischen 25 000 und 30 000 Euro stünden dem Verein im Jahr zur Verfügung. „Wir können nicht einmal die landesüblichen Honorare zahlen.“ Zusagen konnte Hirner, dass die für den Verein tätige syrische Kunsterzieherin ihre in der Waldkirche in Heidenheim begonnene integrative Arbeit mit Flüchtlingskindern fortsetzen werde. 200 bis 300 Kinder und Jugendliche besuchen pro Jahr die gut 30 angebotenen Kurse, 600 bis 700 Kinder kommen ins Kunstmuseum, um sich hier Ausstellungen anzuschauen und das Gesehene kreativ weiterzuentwickeln.

Seit die Stadt Heidenheim ihren Zuschuss erhöht hat, ist dieses Angebot für Heidenheimer Schulen kostenlos. „Wir könnten mehr machen“, versicherte Hirner mit Blick auf die Kreisräte – „wenn wir mehr Geld hätten.“ Nach Schätzung von Hirner kommt etwa ein Drittel der Kursteilnehmer aus dem Kreisgebiet.

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