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Stadträtin kam bei Verkehrsunfall ums Leben

Das Grüne Klassenzimmer im Brenzpark war ihr Lebenswerk, doch nicht nur dort wird Kirsten Schröder-Behrendt eine große Lücke hinterlassen. Die 45-jährige Stadträtin starb am Mittwochabend nach einem Verkehrsunfall.

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Die verstorbene Kirsten Schröder-Behrendt.  Foto: 

Oft sah man sie mit ihrem Liegerad durch die Stadt fahren, gerne kaufte sie frisches Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt ein und war danach noch in einem Café anzutreffen. Kirsten Schröder-Behrendt, gebürtige Düsseldorferin, hatte schon lange einen Platz im öffentlichen Leben der Stadt eingenommen, der sich begründete auf ihr Engagement für das Grüne Klassenzimmer bei der Landesgartenschau 2006.

Wissen über die Natur weitergeben, an Kinder gleichermaßen wie an Erwachsene, war das große Anliegen der Diplom-Agrarbiologin, die in Hohenheim studiert hatte. Wieviel Leben in einem Stück Wiese ist, wie die Pflanzen und Tiere heißen, die dort vorkommen, welche Kräuter verwendbar sind und wofür, darüber konnte sie mit Begeisterung sprechen.

Aber ihr Einsatz für die Umweltpädagogik ging weit über den eigentlichen Unterricht hinaus: Bei der Gartenschau erwarb sie auch das organisatorische Rüstzeug, das sie befähigte, das Grüne Klassenzimmer als Einrichtung ab 2007 im Brenzpark weiter- und zu großem Erfolg zu führen. Über 30 000 Kinder haben seither in der Natur etwas über die Natur gelernt. Anerkennung gab es dafür auch von außen: 2013 erhielt das Grüne Klassenzimmer eine Auszeichnung innerhalb der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“, erst vor kurzem wurde Kirsten Schröder-Behrendt mit dem „Preis für Engagement“ der Drogeriemarktkette DM ausgezeichnet.

Im Brenzpark-Verein, der nach der Landesgartenschau gegründet wurde und der auch Träger des Grünen Klassenzimmers ist, war Kirsten Schröder-Behrendt Gründungsmitglied und von Anfang an im Vorstand vertreten. Seit April war sie stellvertretende Vorsitzende des Vereins.

Die Eigenheiten der heimischen Umgebung wollte die tatkräftige Umweltpädagogin auch Erwachsenen gerne nahebringen, weshalb sie die AG Alb-Guides innerhalb des Naturschutzbundes (Nabu) leitete und selbst phantasievolle Touren anbot – mal waren es Kräuterführungen auf dem Schlossberg oder literarische Spaziergänge in der Altstadt, mal Fackelwanderungen im Herbstnebel oder Frühlingsspaziergänge zum ersten Grün.

Im Mai wurde Kirsten Schröder-Behrendt für die Grünen in den Gemeinderat der Stadt Heidenheim gewählt, wo sie sich bei ihrer ersten Stellungnahme zu einem Thema mit einer sorgfältig ausgearbeiteten Argumentation gleichermaßen den Respekt von Stadträten wie Verwaltung verdiente. „Ihre Mitarbeit im Gemeinderat hatte uns die Chance eröffnet, losgelöst von Emotionen über Themen zu diskutieren“, sagt Oberbürgermeister Bernhard Ilg voller Bedauern. Im Gremium, aber auch in der städtischen Gemeinschaft hinterlasse Kirsten Schröder-Behrendt eine große Lücke. Er habe die 45-Jährige über das Grüne Klassenzimmer kennengelernt als eine Frau, die mit Kontinuität und Intensität an einem Thema gearbeitet habe, das ihr am Herzen lag.

Vor allem wird Kirsten Schröder-Behrendt aber bei ihrem Mann Claus, ihren beiden Kindern und in einem großen Netzwerk von Freunden eine schmerzhafte Lücke hinterlassen. Sie war am Mittwochabend mit tausenden anderer Menschen zu Fuß auf dem Schlossberg unterwegs zu einem Fußballspiel, als sie auf dem Gehweg von einem Auto erfasst und schwer verletzt wurde. Im Klinikum starb sie an ihren Verletzungen.

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