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Sozialarbeit auf dem Zanger Berg in Nöten

Das Wohngebiet Zanger Berg wird nicht selten als sozialer Brennpunkt bezeichnet. Auch deshalb unterhält die Caritas dort einen Bewohnertreff, der sich vor allen Dingen um Kinder kümmert. Seine Zukunft ist ungewiss, soll jedoch bis zum Herbst geklärt sein.

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Der Bewohnertreff der Caritas auf dem Zanger Berg ist in Schwierigkeiten. Die Immovation AG stellt die Räume kostenlos zur Verfügung, beteiligt sich jedoch nicht an der Finanzierung der Arbeit.  Foto: 

Über mehrere Jahre hinweg finanzierte die Gagfah, in deren Eigentum sich die großen Wohnblöcke auf dem Zanger Berg befanden, die Stadtteilarbeit mit. „Hier handelt es sich um ein Gebiet, in dem eine derartige Arbeit nach wie vor dringend notwendig ist“, sagt Markus Mengemann, Fachleiter für Soziale Hilfen bei der Heidenheimer Caritas. So habe man mit Unterstützung der Gagfah einen Bewohnertreff aufgebaut, in dem sich Caritas-Mitarbeiter in erster Linie um Kinder kümmern. „Das Ansinnen der Gagfah war eigentlich nur die Hausaufgabenbetreuung, doch wir konnten vermitteln, dass darüber hinaus Freizeitbetreuung und Angebote für Erwachsene benötigt werden“, erklärt Mengemann.

Doch die in der Vergangenheit gewachsenen Strukturen scheinen in Gefahr. Ende Dezember 2012 kaufte die in Kassel ansässige Immovation AG 576 Wohnungen in mehreren Wohnblöcken von der Gagfah. Schon damals habe der neue Eigentümer zu verstehen gegeben, dass man dem Bewohnertreff zwar weiterhin die benötigten Räume kostenfrei zur Verfügung stellen werde, sich darüber hinaus aber nicht finanziell an der Stadtteilarbeit beteilige, sagt Mengemann. Zu diesem Zeitpunkt habe der Bewohnertreff auch noch Geld aus einer Stiftung erhalten, doch mittlerweile sei diese Förderung abgelaufen. Auf Anfrage wird von Seiten der Immovation AG erklärt, dass das Ziel des Unternehmens eine Verbesserung des sozialen Wohnumfelds am Zanger Berg mit großem Engagement verfolgt werde.

„Dazu zählen verschiedene Maßnahmen, von denen die Erhaltung eines Bewohnertreffs nur ein Baustein ist“, so Vorstandsmitglied Lilia Nacke. „Wir sind der Auffassung, dass die Erhaltung einer solchen Einrichtung nicht allein die Aufgabe der Immovation AG ist“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Die Bereitstellung der Räumlichkeiten für den Bewohnertreff entspreche inklusive der Betriebskosten einem jährlichen Beitrag in Höhe von 12 954 Euro zum Erhalt der Einrichtung.

Über diesen Betrag hinaus hatte die Gagfah als Eigentümerin die soziale Arbeit auf dem Zanger Berg mit weiteren 16 500 Euro gefördert. Der Wegfall dieser Summe stellt die Stadtteilarbeit vor Probleme, wie zuletzt auch im Kultur-, Schul-, Sozial- und Sportausschuss des Gemeinderats diskutiert wurde. Gemeinsam mit der Caritas und der Dualen Hochschule will die Stadt deshalb noch in diesem Jahr ein Konzept für die Zukunftssicherung der Stadtteilarbeit auf dem Zanger Berg erarbeiten. Bereits im November 2013 war von der Caritas eine Zukunftswerkstatt veranstaltet worden, bei der von Seiten der Bewohner dieses Stadtteils verschiedene Ideen eingebracht wurden. Im Laufe dieses Jahres ist ein weiteres Bürgergespräch auf dem Zanger Berg geplant.

Außerdem, so hat es der Ausschuss beschlossen, soll die Duale Hochschule im Rahmen eines Lehrforschungsprojekts eine Sozialraumanalyse für den Zanger Berg erstellen. Davon erwartet sich auch Mengemann detaillierte Information darüber, welche Art Angebot die Bewohner dringend benötigen. „Wenn die Bürger ihren Bedarf benannt haben, können wir uns über die weitere Finanzierung Gedanken machen und Partner suchen“, so der Caritas-Fachleiter. Liegt die Sozialraumanalyse vor, ist angedacht, dass sich alle Beteiligte, die sich auf dem Zanger Berg sozial engagieren, mit der Verwaltung an einen Tisch setzen. „Wir haben schon jetzt ein gutes Netzwerk, aber das kann noch ausgebaut werden“, sagt Mengemann.

Derzeit läuft die Stadtteilarbeit eher auf Sparflamme. „Das Angebot für Kinder, sowohl was die Hausaufgabenbetreuung als auch was das Freizeitangebot betrifft, versuchen wir aufrecht zu erhalten“, so der Caritas-Fachleiter. Das Angebot für Erwachsene allerdings findet derzeit nicht statt.

Doch Mengemann ist zuversichtlich: „Wenn wir mit allen Beteiligten ein gemeinsames Konzept erarbeitet haben, das auch die Finanzierung klärt, wird die Arbeit auf dem Zanger Berg, die nach wie vor sehr wichtig ist, sicherlich weitergehen.“

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