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Silbermond spielte große Hits auf kleiner Bühne im Brenzpark

Die Pop-Rock-Band Silbermond überzeugte beim Open-Air-Konzert im Brenzpark in Heidenheim mit lauten und leisen Tönen, vor allem aber mit familiärer Atmosphäre.

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Frontfrau Stefanie Kloß gab im Brenzpark Vollgas. Dabei lagen ihr sowohl die rockigen als auch die ruhigen Töne. Weitere Fotos vom Konzert gibt es unter www.hz-online.de/bilder  Foto: 

Zweieinhalb Stunden Vollgas für zweieinhalb Tausend Besucher: So klingt die Kurzfassung des Silbermond-Konzerts am Samstagabend im Brenzpark. Mit ausgeliehenem Keyboarder der Vorband, aber ohne Stefanie Kloß, bejubelte das Publikum zunächst die Band. Die Frontfrau nämlich hatte es sich für den ersten Song auf einer kleineren Bühne inmitten der Besucher gemütlich gemacht.

„Das Eis ist dünn, du gehst aufs Eis“, so die Worte der Sängerin aus dem Intro des aktuellen Albums „Leichtes Gepäck“. Eine Hymne an die, die mutig sind, und ein Aufruf an die, die es bisher nicht waren. „Mit federleichten Füßen“, so sang sie, und so ging sie durchs Publikum hindurch zu ihrer Band auf die große Bühne. So familiär die Stimmung sein mochte, von einer Begrüßung war vorerst keine Spur.

Die Band ließ es „langsam“ angehen, wie es spätestens der Song mit exakt diesem Titel bestätigte. Kloß versicherte aber schnell: „Das war nur die Aufwärmphase“ und wandelte sich von der Balladen-Sängerin zur Rock-Röhre.

Kopf an Kopf mit dem Gitarristen Thomas Stolle schrie die in zerrissenen Jeans und glitzernden Schuhen bekleidete Sängerin „Ich stell mich dir ganz, ich hab keine Angst vor dir!“ und so zog sich das Gefühl von Furchtlosigkeit, von Freiheit und Mut wie ein roter Faden durch das Konzert.

Nicht nur in Rot, das sowohl ruhige als auch rockige Songs unterstrich, sondern in allen möglichen Farben beleuchteten in der Dunkelheit die Scheinwerfer Bühne und Band. Ob kühles Türkis und knalliges Grün bei den Songs, die nach vorne gingen, oder warme Töne, wenn Kloß Balladen sang: Das Farbenspektrum war genau so groß wie das der Songs.

Von Heidenheimern keine Spur

„Habt ihr einen guten Tag gehabt?“, fragte Kloß die Fans. Sie setzte sich hin, ihnen wie im Wohnzimmer gegenüber, und erzählte vom Tag ihrer Band. Den Wildpark hätten sie sich angesehen, den müssten die Heidenheimer ja kennen. „Also, wer ist denn alles aus Heidenheim?“ Die vereinzelten Arme, die sich in die Höhe streckten, ließen sie auflachen. „Da muss ich meine Ansage jetzt kurz verifizieren. . .“

Wie sie da saß, für den Moment weit entfernt von der lauten Rock-Röhre, sondern ganz entspannt und leise, sang sie „Das Leichteste der Welt“, in dem es um das Schwerste überhaupt geht: Eine Trennung wegzustecken. Irgendwas bleibt da eben immer und bei diesen Worten klatschte und sang das gesamte Publikum mit.

Die älteren Songs schienen schlicht mehreren Leuten bekannt zu sein. Je später der Abend wurde, desto ältere Titel präsentierte die Band – ganz zum Vorteil der Stimmung im Brenzpark. Das Publikum war von Kloß' Laune angesteckt und lachte mit, als sie erzählte, wie viel Spaß die drei Männer der Band im Wildpark auf dem Spielplatz gehabt hätten.

Spaß hatten sie aber auch auf der Bühne. Gitarrist Stolle zeigte bei einem langen Solo sein Können, außerdem tanzte, hüpfte und animierte die Band, was das Zeug hielt. Dass sich die vier Musiker schon kennen, seit sie 14 Jahre alt sind, hätte keiner mehr angezweifelt. Nicht verwunderlich also, dass sich die vier dicht aneinander gedrängt zwischendurch einen Weg auf die kleinere Bühne bahnten, um dort die Songs zu präsentieren, die ihnen am meisten bedeuten.

„Das Beste“, ein Lied, das bei Silbermond nicht fehlen darf und das in dem Fall nicht zum Schluss kam. Alle Frauen im Publikum, zumindest machte es den Anschein, waren völlig textsicher und übernahmen für die Frontfrau einige Passagen. Die Männer verdrehten indes wahrscheinlich die Augen, denn wie Kloß ganz richtig sagte „wurden viele sicher gezwungen, mit hierher zu kommen“. Bei „B96“ war es dann nur noch sie, die sang – den Titel, der zwar nie durch die Decke ging, der der Band aber alles bedeutet, weil er die Fahrt in ihre Heimat Bautzen beschreibt.

Musiker hautnah

Für die Reise zurück zu alten Alben und bekannten Songs lief die Band, wieder durch die Besucher hindurch, auf die große Bühne. Berührungsängste hatten die Musiker noch nie, allen voran Stefanie Kloß nicht, die sich von ihren Fans sogar auf Händen tragen ließ.

In völliger Dunkelheit zückten die Besucher bei der eindringlichen Ballade „Sinfonie“ das Handy und die Feuerzeuge; der Regen, von dem Kloß sang, ließ sich in Heidenheim zum Glück nicht blicken. Wieder einmal wagte sie einen totalen Cut zwischen dem ruhigsten Song, den die Band je geschrieben hat, und „Indigo“ als Endspurt, bei dem wirklich jeder, ob textsicher oder nicht, bei „Yeah-i-yeah und Oh-oh-oh“ laut mitsingen konnte.

Und plötzlich war die Band weg und vom „Leichten Gepäck“ war keine Spur. Im Gegensatz zum Publikum allerdings musste Silbermond es nicht vorher abgeben, sondern hob es sich schlicht für die Zugabe auf. Doch auch hier funktionierte Neues am besten kombiniert mit Altem und so sang Kloß auch den Song, mit dem alles angefangen hat: „Durch die Nacht.“

Ganze 13 Jahre ist es her, als die Band mit diesem Song ihren Durchbruch feierte – und noch immer funktioniert das Konstrukt Silbermond, das für die Besucher eigentlich nur Stefanie Kloß ist. Bodenständig, sympathisch und ehrlich wirkt sie nicht nur in ihren Songs, sondern auch auf der Bühne.

„Es ist so lange her und noch immer seid ihr da“, sagte Kloß sichtlich ergriffen zu den Fans. Als Dankeschön stellte sie sich noch einmal ganz eng mit ihren Männern zusammen und sang ein Lied, das so neu ist, dass sie einen kleinen Spickzettel mit auf der Bühne hatte: „Spul die Jahre zurück, spiel nochmal das Lieblingsstück, diese Nacht gibt uns Asyl in nem seltenen Gefühl.“

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