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Seit neuestem werden auch ganz neuartige Schulterprothesen implantiert

Fast ein Alleinstellungsmerkmal in der Krankenhauslandschaft: Auf dem Schlossberg werden seit neuestem auch ganz neuartige Schulterprothesen implantiert.

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Schultersprechstunde im Klinikum: Chirurgie-Oberarzt Hubertus Heye bei der Untersuchung eines Patienten.  Foto: 

Seit vielen Jahren schon gilt die Schulterchirurgie als einer der medizinischen Versorgungsschwerpunkte im Klinikum Heidenheim und bildet ein wachsendes Segment im Leistungsspektrum der Unfallchirurgie. Diese Fachdisziplin ist insbesondere auf dem Spezialgebiet der Schultergelenkprothetik von viel Dynamik und einem großen Wissenszuwachs geprägt, wobei man auf dem Schlossberg nicht nur Schritt hält, sondern mit zu den Schrittmachern der medizinischen Entwicklung zählt.

Einen regelrechten Satz nach vorn hat die von Chefarzt Prof. Dr. Peter Helwig geleitete Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie in diesem Jahr gemacht. Eine Hauptrolle in diesem Geschehen bildet der Leiter der Schulterchirurgie, Oberarzt Hubertus Heye, der mit seinem Team jetzt auch ganz neuartige schaftlose peripher verankerte Schulterprothesen implantiert, womit die Heidenheimer Spezialisten in der deutschen Krankenhauslandschaft gewissermaßen in der ersten Reihe sitzen. Nach der Universitätsklinik Hannover ist Heidenheim die zweite Klinik in der Republik, die dieses Implantat verwendet.

Schaftlose Prothesen sind zwar schon seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt, doch gibt es einen Grund, warum das Heidenheimer Klinikum nicht sofort auf den Zug aufgesprungen ist. „Wir sind erst eingestiegen, nachdem wir den Eindruck gewonnen hatten, dass das Verfahren wirklich ausgereift ist,“ erklärt Hubertus Heye, dessen Team pro Jahr rund 350 Patienten operiert. Darunter sind 80 bis 90 Schulterprothesen, der Rest entfällt auf minimal-invasive Eingriffe. Bis 2006 wurden überwiegend Frakturprothesen eingesetzt, die es ermöglichen, die zersplitterten Knochenstückchen mittels Fäden oder Drähten mit den tiefen Sehnen in der Schulter sicher zu fixieren. Seit mittlerweile elf Jahren kommen als Weiterentwicklungen inverse und modulare Prothesen zum Einsatz. Invers bedeutet, dass diese Schulterprothesentypen umgekehrt konstruiert sind, denn die künstliche Kugel sitzt auf der Schulterpfanne und nicht, wie bei der normalen Prothese, auf dem Schaft. Modulare Prothesen, die wie nach dem Baukasten-Prinzip aus unterschiedlichen Komponenten zusammengesetzt und anatomisch individuell angepasst werden, sind besser geeignet als Standardmodelle.

Jetzt also diese neue schaftfreie Prothese, wobei man in Heidenheim auf eine neu entwickelte Bauart zurückgreift, die eine ganze Reihe von Vorteilen aufweist. Eine entscheidende Besonderheit liegt darin, dass sie dort verankert wird, wo der Knochen die größte Stabilität aufweist. „Wir haben bei diesem Verfahren 88 Prozent weniger Knochenverlust,“ sagt Heye, der beim chirurgischen Eingriff – der immer auch die Weichteile betrifft – im Vergleich zu herkömmlichen Schultersystemen mit deutlich weniger Operationsschritten und Instrumentengängen auskommt. Auch der Blutverlust ist geringer, und kommt's beim Patienten später zu einem weiteren Bruch, ist dieser dank der schaftfreien Technik weniger aufwändig zu versorgen. Zudem eröffnet das Verfahren aufgrund der knochensparenden Vorgehensweise die Möglichkeit, im Laufe eines Menschenlebens einen zusätzlichen Prothesenwechsel vornehmen zu können. Im Falle von in Fehlstellung ausgeheilten Oberarmkopfbrüchen stellt die schaftunabhängige Kopfpositionierung einen erheblichen Vorteil bei der prothetischen Versorgung dar.

Das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten reicht vom ganz jungen Rheumapatienten bis hin zum hochbetagten Arthrosepatienten. Generell gewinnt der künstliche Gelenkersatz für eine wachsende Zahl von Patienten an Bedeutung, ist es doch eine ganze Menge, was die Schulter im Laufe eines Lebens zu schultern hat. Nicht nur sport- und berufsspezifische Bewegungsmuster führen zum Verschleiß und gehen so zu Lasten der Gelenke, auch Auto- und Sportunfälle sind für Schulterverletzungen verantwortlich. Und eben weil schaftlose Prothesen bei einer Erneuerung oder einem Wechsel sehr gute Möglichkeiten bieten, erweitert man im Klinikum das Spektrum der Prothesenversorgung um eine weitere, nämlich eine jüngere Patientengruppe.

Wer immer, auch welchen Alters, mit einer lädierten Schulter auf den Schlossberg kommt, profitiert dort nicht nur von der weithin anerkannten Fachkompetenz, sondern auch von einer weiteren Heidenheimer Besonderheit. So besteht hier ein über die Jahre gewachsener Kontakt mit dem Hersteller der Implantate, was Hubertus Heye als Basis für eine professionelle Zusammenarbeit und eine vom OP-Team bis zum Physiotherapeuten reichende Ausbildung sieht. Auch Schwestern und Pfleger sind über gemeinsame Weiterbildungen eingebunden und ein wichtiges Glied in der sektorenübergreifenden Behandlungskette, die von der Sprechstunde für Schulterpatienten bis zur Nachbehandlung durch den niedergelassenen Arzt reicht: ein breiter Schulterschluss.

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