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Schnaitheim: Discounter-Engpass erreicht seinen Höhepunkt

Wer in Schnaitheim einkaufen will hat aktuell zwei Adressen weniger als sonst – und ab heute sogar drei weniger.

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Seit Juni ist der Lidl-Markt in Schnaitheim geschlossen. Erst im Dezember öffnet er wieder für seine Kunden.  Foto: 

Eigentlich kann man sich Schnaitheim nicht über mangelnde Einkaufsmöglichkeiten beklagen. Nicht weniger als sieben Einkaufsmärkte finden sich im Stadtteil, von Großmärkten wie dem Real oder dem Kaufland bis zum Tante-Emma-Flair der alten Gnaier-Zentrale.

Doch Schnaitheims Einkaufslandschaft hat Handicaps – und der Engpass erreicht dieser Tage zwar sein Ende, aber auch seinen Höhepunkt. Schon seit Mitte Juni hat Schnaitheim keine Lidl-Filiale mehr, der Bau in den Seewiesen wurde abgerissen und entsteht seither neu. Seit dem 12. September hat nun auch noch die Konkurrenz von Aldi an der Nördlingerstraße geschlossen – auch hier wird erneuert. Wo können die Schnaitheimer in fußläufiger Umgebung überhaupt noch einkaufen? Und wer profitiert von der doppelten Discounter-Pause?

Real ohne Kundenzulauf

Gleich neben der Lidl-Baustelle liegt der Real–Markt. Für den größten Markt der Stadt spiele die Schließung des Lidl aber kaum eine Rolle, meint Real-Marktleiter Frank Rebmann. Weder habe sein Laden mehr Kunden noch mache er mehr Umsatz. „Wir haben einfach einen komplett anderen Kundenstamm als die Discounter“, erklärt Rebmann. Genauso sieht das Stammkundin Renate Kraus: „Hier ist seit der Schließung nicht mehr los als sonst“, sagt die Königsbronnerin.

Für eine andere Kundin stellt die vorübergehende Schließung der Filiale eine Herausforderung dar. „Ich fahre jetzt den ganzen Weg bis zum Lidl in der Weststadt“, sagt sie. Obst und Gemüse findet sie dort deutlich frischer.

Anders als bei Real machte sich die Renovierung des Lidl für die Schnaitheimer Penny-Filiale stark bemerkbar – deutlich und praktisch ab dem ersten Tag der Pause: „Wir machen mehr Umsatz, haben viel mehr Kunden und bestellen viel mehr Ware“, sagt eine Mitarbeiterin. Das bedeute aber auch einen höheren Arbeitsaufwand – schließlich sollen stets genügend Produkte zur Verfügung stehen. Obst und Gemüse soll bisweilen dennoch schon am Nachmittag ausgegangen sein – deutliches Zeichen für die massiv gestiegen Nachfrage.

Penny-Stammkunden sehen das Ganze darum nicht nur positiv. In letzter Zeit seien vermehrt bestimmte Waren ausverkauft gewesen, berichtet auch Kundin Yildiz Ünal. Selbst alltägliche Produkte wie bestimmte Getränke seien abends nur noch mit Glück zu bekommen. Ähnlich verhalte es sich mit Obst und Gemüse. „Außerdem habe ich das Gefühl, das manche Artikel teurer geworden sind“, sagt die Schnaitheimerin.

Ein Kunde, der sonst stets bei Lidl einkaufte, stört sich besonders an der Schließung seiner Stammfiliale. In anderen Discountern finde er sich einfach nicht zurecht – und müsse einen längeren Fußweg in Kauf nehmen. Auch für diese beiden Kunden kommt es nicht in Frage, den gesamten Wocheneinkauf in einem der großen Supermärkte mit ihren teureren Markenartikeln zu erledigen. Die schlechte Nachricht: Heute und morgen wird in Schnaitheim nun auch noch der Penny-Markt geschlossen bleiben – einmal mehr aufgrund von Renovierungsarbeiten. „Dann muss ich bis in die Weststadt fahren um meine Einkäufe günstig erledigen zu können“, sagt Kundin Ünal.

Weshalb fast alle Discounter in Schnaitheim gleichzeitig von der Lust auf Erneuerung ergriffen wurden, bleibt für alle ein Rätsel. Für die vom Discounter-Engpass betroffenen Anwohner heißt es jetzt: Durchhalten. Denn bereits am Wochenende wird nicht nur der Penny, sondern auch der Aldi wieder eröffnen. Und ab Dezember stehen mit dem dann öffnenden Lidl-Neubau wieder alle Einkaufsmöglichkeiten zur Verfügung. Lebensmittelhilfe für Heidenheims nördlichen Vorort muss also nicht geleistet werden.

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