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Schauspiel-AG des Schiller-Gymnasiums präsentiert „Endstation Sehnsucht“

Tennessee Williams hat sein Drama „A Streetcar Named Desire“ zwar schon im Jahr 1947 geschrieben, doch wenn es die Schüler des Schiller-Gymnasiums am 1. Juli aufführen werden, so werden die Zuschauer schnell Parallelen zum heutigen Amerika finden.

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Der Streit zwischen dem Kraftprotz Mitch und der aus gutem Hause stammenden Blanche bestimmt „Endstation Sehnsucht.“  Foto: 

„Das passt unglaublich gut, aber wir überlegen derzeit noch, wie viele direkte Anspielungen wir in die Inszenierung hineinpacken sollen“, sagt Dr. Hans-Peter Goldberg, der Leiter der Theater-AG „Schillers Freu(n)de“. Vielleicht sei es besser, den Zuschauern nicht alles auf dem Tablett zu servieren, sondern sie ihre eigenen Gedanken fassen zu lassen.

Seit Oktober proben 21 Schüler unter der Leitung von Goldberg und der neu dazugekommenen Helen Döbelin das Drama. Geschichtlicher Hintergrund ist der Untergang des alten Südstaaten-Adels und der gleichzeitige Aufstieg der Industrienation. Die Lehrerin Blanche DuBois kommt aus den Südstaaten und ist, genau wie ihre Schwester Stella, ein Leben in der gesellschaftlichen Oberschicht gewöhnt. Doch mit den herrschaftlichen Lebensverhältnissen geht es zu Ende, und so erleben die Schwestern einen sozialen Abstieg.

Blanche verliert alles

Blanche verliert alles, was sie hat: ihr Geld, ihren Job und ihre jugendliche Schönheit. Bald steht sie bei ihrer Schwester vor der Tür. Stella hat sich früher von der Familie abgekapselt, den heftigen sozialen Abstieg in Kauf genommen und ist auf den Füßen gelandet. Sie ist verheiratet mit Stanley Kowalski, einem nicht sehr gebildeten Arbeiter, dem berufliche Aufstiegschancen nachgesagt werden. Dreh- und Angelpunkt des Dramas ist der Kampf zwischen Stanley und der scheinbar wohlerzogenen Blanche.

„Stanley räumt auf brachiale Art und Weise alles aus dem Weg, was für sein persönliches Glück hinderlich sein könnte“, sagt Goldberg. Eine große Schwierigkeit bei den Proben sei gewesen, seinen Charakter ausgefeilt und nicht flach zu spielen, da er in seiner Ausdrucksweise sehr differenziert sei. Generell habe Goldberg versucht, gemeinsam mit den Schülern bei den Figuren mehr in die Tiefe zu gehen.

„Entscheidend ist, dass die Figur geglaubt wird, dann muss sie auch nicht 1:1 so wie im Buch sein.“ Besonders wichtig seien dafür die Gefühle, die intensiv gespielt werden müssten. Auch das war in den Proben nicht einfach. Angesichts der Tatsache, dass die Spieler zwischen 14 und 21 Jahre alt sind und der Schwerpunkt auf 15- bis 17-Jährigen liegt, allzu verständlich. „Ein Jugendlicher würde sich nie so ausleben“, vergleicht Goldberg.

Ein spartanisches Bühnenbild soll die Figuren unterstreichen. Die Geschichte sei in den USA verortet, könne aber genauso gut wo anders und zu einer anderen Zeit spielen. Bei Williams findet die Geschichte in New Orleans statt, wo es in den fünfziger Jahren tatsächlich eine Straßenbahnlinie namens „Desire Line“ gab. Die Endstation hieß „Desire“, und weil Williams das so gut gefiel, nannte er sein Drama „Endstation Sehnsucht“. Nadine Rau

Die Premiere findet am Samstag, 1. Juli, ab 19.30 Uhr im WCM-Gebäude (Schmelzofenvorstadt 33 in Heidenheim) statt. Weitere Vorführungen sind am 5., 9., 12., 14., 19. und 22. Juli, jeweils ab 19.30 Uhr. Karten gibt es im Ticketshop der Heidenheimer Zeitung.

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