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Rotary-Club Heidenheim-Giengen sammelt für Barockorgel

Weltweit hat man schon geholfen - beim fünften Benefizkonzert des Rotary-Clubs Heidenheim-Giengen ist das Anliegen heuer regional. Am 25. Mai wird in der Neresheimer Abteikirche musiziert - zu Gunsten der dortigen Barockorgel, die aufwendig gestimmt werden muss.

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Ein Prachtinstrument braucht Hilfe: Die barocke Holzhey-Orgel der Neresheimer Abteikirche muss aufwendig gestimmt werden – was bei einer Orgel dieser Größe mehr kostet als ein Kleinwagen. Das Rotary-Benefiz-Konzert am 25. Mai (natürlich mit Orgel) soll helfen.  Foto: 

Der Startschuss war ein trauriger Anlass: Im Februar 2010 veranstalteten die Rotarier aus Giengen und Heidenheim zusammen mit dem Neuen Kammerchor Heidenheim ihr erstes Benefizkonzert – damals als Hilfe nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti.

Seither gehört das Benefizkonzert zum Jahresprogramm des Clubs: Man sammelte Geld für das „Shelterbox“-Programm, für die „Herz- und Zeitverschenker“ oder für ein Dorfkrankenhaus in Nepal – immer mit Musik, oft mit zigtausenden Euro Einnahmen für den guten Zweck.

Am 25. Mai nun soll das Benefizkonzert 2014 stattfinden – und nach internationaler und humanitärer Hilfe liegt der gute Zweck diesmal in der Kultur der Region: Mit einem Konzert des Neuen Kammerchors Heidenheim will der Club Geld für die prachtvolle Orgel der Kirche sammeln.

„Kultur zu fördern gehört auch zu den Grundgedanken von Rotary“, sagt Peter Hail, aktuell Präsident des Clubs – mithin hatten sich die Rotarier auch schon für die Picasso-Plakatesammlung im Kunstmuseum engagiert.

Auf Neresheim kam man eher zufällig, wie Konzert-Organisator Christoph Käppeler erzählt: Vor Jahren probte der Neue Kammerchor für Rundfunkaufnahmen in der Abteikirche – ein Privileg, denn die Patres in Neresheim gebe ihre Kirche nur sehr selten als Konzertsaal her. Man lernte sich kennen, schaffte Verbindungen – und erkannte Bedarf für Hilfe. „Prinzipiell fördern wir nicht, wo auch die öffentliche Hand fördert“, erklärt Präsident Hail. Doch selbst in der bekannten Abteikirche gibt es noch Lücken: Die in Fachkreisen weltbekannte Orgel der Kirche wurde vor Jahren zwar aufwendig (und mit Förderungen) restauriert, doch nun muss sie gestimmt werden – und dafür fehlt Geld.

Bei den Rotariern ist der Giengener Jörg Wolff der „Orgelexperte“ beim Benefizprojekt. Und Wolff hat viel Respekt für die Neresheimer Orgel: 1792 bis 1798 wurde sie von Johann Nepomuk Holzhey konstruiert, dem bekanntesten Orgelbauer des süddeutschen Barock. Der Gigant klingt dabei nicht nur gut, sondern hat eine seltene Konstruktion: Zwischen seinen türmen bleibt Platz für die Fenster, von der Empore kommen quasi gleichzeitig Licht und Klang.

„Die Holzhey-Orgel hat eine ganz besondere Klangfülle, um diese zu erhalten, muss die Orgel perfekt gestimmt werden“, erklärt Wolff. Und das ist teuer: Pfeife für Pfeife muss ausgebaut, gereinigt, gestimmt und eingesetzt werden. Eine wochenlange Arbeit für Experten, deren Kosten leicht ins Fünfstellige geht. Viel Geld, doch genau die richtige Kragenweite für ein Rotary-Benefiz.

Und um so passender, dass beim Konzert nicht nur für, sondern auch mit der Orgel musiziert wird. Mit dem neuen Kammerchor in „Paradestärke“ (rund 70 Choristen) spielt das Ensemble „Jadis“ mit Matthias Beck (Blockflöte) und Sören Gieseler (Orgel/Klavier). Und dann spielt noch jemand mit – die Kirche selbst. „In Neresheim haben wir eine extreme Akustik mit bis zu acht Sekunden Nachhall“, erklärt Thomas Kammel – darauf muss man die komplette Musik abstimmen.

Gespielt wird unter dem Motto „Licht-(T)raum-Klang“, was angesichts der mit Fenstern durchsetzten Orgel passt. Und weil das Konzert am 25. Mai schon um 17 Uhr beginnt, könnte zum Klang tatsächlich auch noch der Sonnenschein kommen. Das Programm wird mit Stücken von Mendelssohn bis Bruckner vor allem viel Neues bieten. Höhepunkt wird die „Sunrise-Mass“ (Sonnenaufgangs-Messe) des jungen norwegischen Komponisten Ola Gjeilo sein.

Gespielt wird ohne Pause in einer hoffentlich nicht mehr zu kalten Kirche, danach ist ein Empfang im Klosterhof geplant. Dort wird der Rotary-Club dann auch über sein diesjähriges Benefiz-Projekt berichten.

Info Karten im Vorverkauf gibt es ab dem 12. April im HZ-Ticket-Shop im Pressehaus und in der Karl-Olga-Apotheke in Heidenheim.
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