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Privatmuseum in Schnaitheim: Marc Neumann hat 45 Motorräder

Marc Neumann aus Schnaitheim sammelt alte Motorräder. 45 hat er schon zusammen und damit ein stattliches Privatmuseum aufgebaut. Da darf nicht jeder hinein, die Heidenheimer Zeitung aber schon.

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Umgeben von lauter Liebhaber-Stücken: Motorradsammler Marc Neumann in seinem Privat-Museum.  Foto: 

Breite Reifen, der herbe Geruch nach Motor-Öl, abgewetzte Ledersitze und Augen, die voller Stolz und Freude mit den polierten Chromleisten um die Wette funkeln: Michael und Marc Neumann leben einen Männer-Traum. In ihrer Werkstatt schrauben Papa und Sohn alleine, zu zweit oder auch mit Unterstützung von Kumpels immer so lange, bis sie alte Maschinen wieder zum Laufen kriegen. Und dann? „Wenn es irgendwie geht, ganz klar: behalten“, sagt Marc Neumann.

Der junge Mann sammelt Motorräder und Mofas aus dem vergangenen Jahrhundert. Im Laufe der Zeit sind 45 Maschinen zusammengekommen, darunter einige Liebhaberstücke, nach denen der 18-Jährige gezielt im Internet und in Fachzeitschriften gesucht hat. „Am besten gefällt mir die NSU hier. Baujahr 1952. Die hat ein alter Mann aus Gaildorf gefahren. Läuft ohne Probleme.“

Ein Liebling aus Neckarsulm

Seltenheitswert hat die Simson Duo, die von einem Schwalbemotor mit 3,6 PS angetrieben wird. In der DDR wurde dieser sogenannte „Krankenfahrstuhl“ Menschen zugeteilt, die schlecht zu Fuß waren, „hat mir ein Bekannter vermittelt“. Marcs Neueste ist eine Zündapp, Baujahr 1976. Tank reinigen, Vergaser reinigen, dann ist die Maschine wieder top.

Marc kennt zu jedem Motorrad, zu jedem Mofa die technischen Daten. Jede seiner Maschinen hat er selbst auf Vordermann gebracht. Jede ist fahrbereit. Und jede hat ihren festen Platz in der geräumigen Lagerhalle in Rotensohl, die nach einem Hagelschaden im vergangenen Sommer neu eingerichtet wurde. Hier ein gemütliches Sofa, dort ein altes Klavier, Schnickschnack und Dekokram überall, der Teppich ist neu, das HB-Männchen wurde erst vor Kurzem aus Ulm abgeholt. „Cool hier, oder?“, fragt Papa Michael.

In dem Maße, wie Michael Neumann begeistert ist von seinem Sohn und dessen Hobby, so verärgert ist er über die Dreistigkeit mancher Leute, die bei ihm auf den Hof fahren und „dui Sammlong“ zu sehen verlangen. „Das soll jetzt nicht unfreundlich klingen. Aber ich hab erstens tagsüber keine Zeit, Museumsführer zu spielen und aufzupassen, dass niemand was kaputt macht. Ich muss schließlich arbeiten. Und zweitens latsche ich auch nicht ohne zu fragen einfach in fremde Wohnzimmer. Die Sammlung ist privat, und das soll sie auch bleiben.“

Sein Sohn sieht die Sache gelassener. Er spielt mit dem Gedanken, in ferner Zukunft ähnlich wie im Bauern- und Techniksmuseum Seifertshofen Eintritt zu verlangen. Dann sollen natürlich auch Papas Prachtstücke ausgestellt werden. Der besitzt unter anderem einen Chevrolet Apache (Baujahr 1945, aus Kalifornien über Holland nach Deutschland importiert) und einen Chevrolet K30 von der US-Armee (V8 Diesel-Motor mit 160 PS). Fahrbereit natürlich.

Eintritt? Vielleicht irgendwann

Bis es soweit ist, will der junge Mann mit den langen blonden Haaren weiterhin seinem liebsten Hobby nachgehen – und es vielleicht zum Beruf machen. „Ich würde gern eine Ausbildung zum Zweiradmechaniker machen. Ich kann schon einiges.“ Aber man hat bekanntlich nie ausgelernt.

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