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Paul Hartmann AG: Kleinerer Teil der Produktion vor der Schließung

Für 66 Beschäftigte sollen sozialverträgliche Lösungen gefunden und möglichst viele alternative Arbeitsplätze angeboten werden.

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Das in der Welt der Gesundheit operierende Unternehmen ist selbst kerngesund, hat erst vor kurzem ein neues Umsatzplus vermeldet. Und doch gibt es auch bei der Paul Hartmann AG einen, wenn auch kleineren, Teil der Produktion, bei dem eine schlechte Diagnose festgestellt wird – nun soll eine Therapie folgen, die am Standort ihre Spuren hinterlassen wird.

Konkret geht's um die am Heidenheimer Konzern-Standort angesiedelte Fertigung von CPT-Sets mit Sterilisation, die hier nach Auskunft der Konzernleitung bereits seit einigen Jahren nicht mehr zu wettbewerbsfähigen Preisen arbeitet. Das Kürzel CPT steht für „Custom Procedure Trays“ und betrifft die Herstellung von kundenspezifischen Operations-Sets für das medizinische Fachpersonal von Krankenhäusern.

Fertigung am Stammsitz zu teuer

Diese aus Einweg-OP-Produkten bestehenden Komplett-Sets werden individuell nach den Wünschen und Bedürfnissen der Operateure bepackt und können – je nach Einsatzzweck – aus einer Vielzahl von Komponenten für ganz bestimmte Eingriffe, zum Beispiel im Bereich der Hüfte, zusammengestellt werden. „Der Vorteil liegt darin, dass für die Vorbereitung einer Operation weniger Zeit benötigt wird – bis zu 23 Minuten weniger,“ erklärt Hartmann-Pressechef Jeremy Whittaker.

Versuche, der in diesem Produktionsbereich nicht mehr auskömmlich erscheinenden Entwicklung entgegenzusteuern, etwa durch eine Änderung in der Konfektionierungsanlage, waren nicht von Erfolg gekrönt, so dass man sich jetzt entschlossen hat, diesen Teil des Fertigungszweiges in Heidenheim zu schließen. Das Ziel dieser Maßnahme, nämlich die Wettbewerbsfähigkeit des CPT-Bereichs innerhalb der Hartmann-Gruppe wiederherzustellen, hat nun auch unmittelbare Konsequenzen für 66 überwiegend langjährige Harftmann-Beschäftigte, in der Mehrzahl Frauen.

„Wir sind uns der Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern bewusst und sind sehr bemüht, für alle eine sozialverträgliche Lösung zu finden,“ versicherte gestern Dr. Tatjana Gohritz, Personalvertreterin bei Hartmann, die denn nach eigenen Worten auch „frohen Mutes“ ist, dass diese Anstrengungen auf fruchtbaren Boden fallen.

Jedem von der Schließung der CPT-Produktion in Heidenheim Betroffenen solle eine Lösung angeboten werden, die seine Situation bestmöglich berücksichtige. Heißt: so vielen Beschäftigten wie möglich alternative Arbeitsplätze innerhalb des Unternehmens anzubieten, wobei die Produktionsstandorte Heidenheim und Herbrechtingen gemeint sind, wo zum Beispiel offene Stellen in anderen Fachbereichen genutzt werden sollen. Dieses Ziel wird zusammen mit dem Betriebsrat verfolgt, mit dem man nach Angaben von Tatjana Gohritz gestern in die Gespräche gestartet ist.

Fertigung in Tschechien

Die CPT-Produktion selbst bleibt für den Anbieter von Medizin- und Pflegeprodukten weiterhin ein strategisch wichtiger Bereich und wird künftig in Tschechien konzentriert, wo man bereits bisher einen global ausgerichteten Standort betrieben hat. Weitere, allerdings nur national agierende CPT-Produktionsstätten finden sich in Indien und Australien.

Am Ende des ersten Quartals 2017 arbeiteten bei Hartmann weltweit 10 400 und damit knapp 30 Personen mehr als Ende vergangenen Jahres. In Deutschland blieb die Zahl mit 4560 Beschäftigten praktisch unverändert, davon sind aktuell rund 2000 in Heidenheim und Herbrechtingen.

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