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Pathologen kommen künftig aus Stuttgart

Geld ist knapp im Klinikum auf dem Schlossberg, deshalb kommen auch medizinische Leistungen auf den Prüfstand. Nach einer öffentlichen Ausschreibung wurde jetzt die pathologische Versorgung des Klinikums neu vergeben. Ab Januar 2016 wird das Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart für Heidenheim tätig.

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Wer denkt bei Pathologie nicht zuerst an den Tatort aus Münster und dessen Gerichtsmediziner Professor Karl-Friedrich Boerne? Mit der Realität hat das, wie immer, nicht besonders viel zu tun. Bei der pathologischen Versorgung des Klinikums geht es in erster Linie um die sogenannten Schnellschnitte und deren Untersuchung.

Bei Krebserkrankungen wird oft während der Operation eine Gewebeprobe genommen, die dann vom Pathologen untersucht wird. Dieser entscheidet, ob und in welchem Maße das Gewebe krankhaft verändert ist und gibt diese Informationen an den Operateur weiter. Eine wichtige Tätigkeit also, besonders für ein Klinikum, das sich durch ein Brust- und Darmzentrum auszeichnet und zum Onkologischen Schwerpunkt Ostwürttemberg gehört.

Seit 1987 werden die pathologischen Leistungen von der Praxis Holzwarth, Fabian und Woenckhaus in Ulm erbracht. Laut Klinik-Geschäftsführer Reiner Genz arbeiten die Pathologen vor Ort im Klinikum und haben dafür auch Räumlichkeiten. Vier halbe Tage pro Woche sind die Pathologen anwesend, eine volle Arztstelle ergibt sich daraus nicht. „Ein eigener Pathologe würde sich für uns gar nicht rechnen“, sagt Genz.

Nun habe man die Marktlage für pathologische Dienstleistungen sondieren wollen. Bisher sei eine entsprechende Ausschreibung nicht möglich gewesen, da die Leistungen sehr komplex zu beschreiben seien. „Wir haben von einer Ausschreibung früher Abstand genommen, um die Qualität der Leistung nicht zu gefährden“, sagt Genz. Nun hat man aber eine Beratungsfirma gefunden, die sich auf die Pathologie spezialisiert hat: Die Pro-Patho GmbH aus Leverkusen wurde mit der Erstellung der Ausschreibung beauftragt. Welche Summe die Firma dafür erhält, will Klinik-Chef Genz nicht verraten.

Es gibt aber, neben der Wirtschaftlichkeit, noch einen anderen Grund für die Ausschreibung: Die Pro-Patho GmbH weist auf ihrer Homepage darauf hin, dass Kliniken in öffentlicher Trägerschaft nach EU-Recht verpflichtet seien, alte Verträge mit externen Partnern im Rahmen einer Ausschreibung am Markt zu überprüfen. Stillschweigende Verlängerungen über Jahre, so das Institut, könnten problematisch sein. Ignoriere man die gesetzlichen Regeln, könnte man der Geschäftsführung im schlimmsten Fall sogar Untreue zu Lasten des Krankenhauses vorwerfen.

An der öffentlichen Ausschreibung, die bis Ende Juni erfolgte, beteiligte sich der bisherige pathologische Dienstleister des Klinikums nicht. Den Zuschlag für die Leistungen, die beziffert werden zwischen 900 000 und 1,5 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren, wurden neu an das Institut für Klinische Pathologie am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) Stuttgart vergeben. Das RBK ist in verschiedenen patientenferneren Bereichen wie der Pathologie oder der Laboranalytik schon seit Jahren als Dienstleister für Dritte tätig.

Die Pathologie übernimmt aktuell neben der Versorgung des überregionalen Lungenzentrums in Gerlingen Leistungen für verschiedene Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte in der Region Stuttgart. Durch die zusätzliche Erbringung von Dienstleistungen für Externe unterstützt das RBK die Finanzierung seiner entsprechend speziellen Laborausstattung.

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