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Opernfestspiele: Sopranistin Inga-Britt Andersson ist Heidenheims Senta

So war das auf jeden Fall nicht geplant. Und wenn jemand Inga-Britt Andersson prophezeit hätte, dass sie diesen Frühsommer an der Brenz verbringt, hätte sie ihn noch im Mai für verrückt erklärt.

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Liebt Heidenheims Flügel: Inga-Britt Andersson.  Foto: 

Die Sopranistin war auf Urlaub eingestellt, als Marcus Bosch sie kontaktierte und anfragte, ob sie sich vorstellen können, in Heidenheim die Senta im „Fliegenden Holländer“ zu singen.

Für diese Partie eigentlich vorgesehen gewesen war die Kollegin Erika Sunnegårdh, die allerdings kurz vor Probenbeginn aus persönlichen Gründen absagen musste. Allerdings nicht, ohne vorher Inga-Britt Andersson zu empfehlen. Die sang vor – und erbat sich dann noch eine kurze Bedenkzeit. „Ich habe die Senta ja noch nie gesungen, da muss man schon überlegen, ob man es sich zutraut, das in der kurzen Zeit einzustudieren. Andererseits war da auch plötzlich die Möglichkeit, mir mit dem Wechsel vom jugendlich-dramatischen ins dramatische Fach neue Welt zu erschließen. Was freilich immer auch ein gewisses Risiko birgt, weil man sich bei einem zu weiten Schritt die Stimme letztendlich ja auch ruinieren kann.“

Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Die in Duisburg aufgewachsene Tochter einer schwedischen Mutter und eines deutschen Vaters sagte Heidenheim zu – und hat es bis jetzt nicht bereut. Was keinesfalls nur mit dem Gesang zu tun hat. Auch die Stadt und ihr Umland gefallen ihr. „Es tut mir richtig gut, hier zu sein.“ Und regelrecht genossen hat die Mutter einer 13jährigen Tochter und eines 11jährigen Sohns während der Wege zur und von der Probe die tägliche Begegnung mit der speziellen Atmosphäre im Flügel, ihrer absoluten Lieblingsecke in Heidenheim.

Nach der Heidenheimer Senta steht für Inga-Britt Andersson unter anderem eine Gastspielreise mit der Komischen Oper Berlin nach Südkorea auf dem Programm, wo sie als Erste Dame in einer Produktion der „Zauberflöte“ zu erleben sein wird. Und wer weiß, wie sich die Heidenheimer Zeit auf den weiteren Weg der Sopranistin auswirken wird? Womöglich war's ja der Start für eine Karriere im dramatischen Fach.

Es wäre ihr zu wünschen. Zumal die Kinder, wie man so schön sagt, nun aus dem Gröbsten heraus sind und Inga-Britt Andersson auch schon die Schattenseiten erleben durfte, die das Geschäft für eine Sängerin und Mutter bereithält: „Ich hatte sehr früh in meiner Laufbahn schon einmal die Zusage in der Tasche, in Bayreuth den Hirten in ,Tannhäuser' singen zu können. Dann wurde ich zum ersten Mal schwanger, und der Geburtstermin war so nah an der Premiere, dass letztendlich eine andere Kollegin zum Zug kam.“

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