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Boss-Hoss-Frontman Sascha Vollmer zeigt Flagge gegen Rassismus

Das Hellenstein-Gymnasium darf sich seit gestern offiziell „Schule gegen Rassismus“ nennen. Sascha Vollmer, Ex-Schnaitheimer und Frontmann der Band „Boss Hoss“, ist Pate.

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  • „Ich bin auch in Zukunft für Euch da“: Sascha Vollmer, Pate des Projekts „Schule gegen Rassismus“, versprach den Schülern seine Unterstützung. 1/2
    „Ich bin auch in Zukunft für Euch da“: Sascha Vollmer, Pate des Projekts „Schule gegen Rassismus“, versprach den Schülern seine Unterstützung. Foto: 
  • „Ich bin auch in Zukunft für Euch da“: Sascha Vollmer, Pate des Projekts „Schule gegen Rassismus“, versprach den Schülern seine Unterstützung. Fotos: Christian Thumm 2/2
    „Ich bin auch in Zukunft für Euch da“: Sascha Vollmer, Pate des Projekts „Schule gegen Rassismus“, versprach den Schülern seine Unterstützung. Fotos: Christian Thumm
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Hinschauen, wo andere wegsehen, helfen, wo andere wegrennen: Zivilcourage ist keine Selbstverständlichkeit. Einige Schüler des Hellenstein-Gymnasiums haben deshalb Unterschriften für die Teilnahme am Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gesammelt, an dem allein in Baden-Württemberg schon 183 Schulen beteiligt sind.

Umfangreiches Programm

Die HGler sind sich sicher: Der Grundstein für richtiges Verhalten in schwierigen Situationen wird auch im Klassenzimmer, in der Mensa und im Pausenhof gelegt. Das Engagement der jungen Männer und Frauen hatte Erfolg. Gestern war Startschuss mit einem umfangreichen Programm.

Der Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück, es folgten Workshops zu Erste Hilfe und Selbstverteidigung, ein Auftritt der Hip Hop-AG und ein kleiner Festakt mit Überreichung der offiziellen Auszeichnung. Das Highlight des Tages aber war eine Podiumsdiskussion mit Sascha Vollmer von der Band „Boss Hoss“. Der Schnaitheimer konnte als Pate für das Projekt gewonnen werden. Und auch er ist überzeugt: „Es gibt ganz klar zu wenig Zivilcourage. Das liegt daran, dass die Menschen mit Scheuklappen durch die Welt gehen, jeder schaut nur nach sich und auf das Display seines Smarthphones. Bildung und ein klarer Verstand sind hier das A und O. Nur dann kann man sich eine eigene Meinung bilden.“

Die Fragen aus der Schülerschaft waren vor der Veranstaltung zusammengetragen worden. Unter anderem interessierten die Jugendlichen sich für die Unterschiede zwischen Heidenheim und Berlin, wo Vollmer seit 20 Jahren lebt. „In Berlin leben Menschen aus der ganzen Welt. Da ist es ein Zufall, wenn du jemand triffst, den du kennst“, gab der Musiker zur Antwort. „Meine Kindheit in Schnaitheim war geprägt von Natur und Freiheit. Ich habe deutlich mehr Baumhäuser gebaut als meine Kinder das in Berlin tun, wo man sich nach der Schule im Stadtpark mit Freunden trifft.“ Generell seien die Menschen in der Großstadt offener, Vollmer fühlt sich dort wohl. Aber seine Heimat, ganz klar, ist Schnaitheim.

Bei der Überreichung der Auszeichnung machte Oberbürgermeister Bernhard Ilg den Schülern Mut für die Zukunft: „Rassismus kann viele Gesichter haben. Umso wichtiger ist, dass ihr auch nach dem Projektstart dranbleibt und euch gegen Fremdenfeindlichkeit und haltlose Unterstellungen einsetzt.“ Sascha Vollmer sicherte auch für die nächsten Jahre seine Unterstützung zu. Es liege natürlich jetzt an allen Schülern, sich zu engagieren. „Aber ich werde meine Bekanntheit gerne dazu nutzen, das Projekt größer zu machen und es zum Beispiel auf meinen Seiten posten.“ Die Vertreter der Schülermitverantwortung (SMV) bedankten sich für die Auszeichnung. Auf Toleranz und ein gutes Miteinander würde am HG aber ohnehin schon Wert gelegt. „Hier sind so viele Nationalitäten vertreten. Gerade den Neuen versuchen wir das Gefühl zu geben, dass sie hier keine Angst haben müssen und sein dürfen, wie sie sind.“

Für Schulleiter Holger Nagel ist „Schule gegen Rassismus – Schule für Courage“ nicht nur eines von vielen Projekten. „Wir sind Fair-Trade-Schule und interessierte Unesco-Projektschule. Und nun auch „Schule gegen Rassismus“. Im Gesamten gibt das eine Richtung vor.“ Für Nagel ist Schule tatsächlich mehr als nur Bildungseinrichtung. „Wissen, wo die eigenen Grenzen sind, auf seine Mitmenschen eingehen und ein Gespür dafür haben, was man sagen und machen darf und was nicht, auch das soll Teil des Unterrichts sein.“

Mit offenen Augen durchs Leben

Ob solch ein Projekt wirklich was bringt? Was bleibt bei Jugendlichen nach so einem Tag hängen? Werden sie im entscheidenden Moment für Schwächere eintreten, nur, weil man ihnen in der Schule gesagt hat, dass sie das sollen?

Sascha Vollmer zeigte sich der Podiumsdiskussion optimistisch. „Ich wäre nicht der, der ich heute bin, wenn mir überall Grenzen begegnet wären. Ich gehe mit offenen Augen durchs Leben. Darauf gründet mein Erfolg. Nichts zu tun haben wollen mit Menschen, die einem nicht ähnlich sind, das ist Schwachsinn – und das kann man in der Schule lernen.“

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