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Nicht angeschnallt: Strafbefehl nach Tod einer Dreijährigen

Ein Heidenheimer hat im Herbst 2016 bei Dachau einen schweren Unfall verursacht, bei dem eine Dreijährige ums Leben kam. Jetzt folgte der Strafprozess.

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Das damalige Geschehen hatte weithin Aufsehen erregt. Am frühen Morgen des 20. Oktober befand sich ein in Heidenheim wohnhaftes Paar auf der Heimreise von Ungarn, als der 33-jährige Fahrer bei Fürstenfeldbruck die Autobahn verließ, weil er müde war und nach rund zwölfstündiger Reise einen Parkplatz aufsuchen wollte. Zu diesem geplanten Stopp kam es jedoch nicht. Auf der B 471 schlief der Mann ein und kam in einer lang gezogenen Linkskurve mit seinem Wagen von der Straße ab. Der Citroen prallte gegen eine Leitplanke, schleuderte durch die Luft und krachte in zwei Meter Höhe gegen einen Baum. Dabei wurde ein dreijähriges Mädchen, das auf dem Rücksitz ungesichert auf dem Schoß der Mutter saß, aus dem Seitenfenster in den nahen Gröbenbach geschleudert und trieb in dem schnellfließenden Gewässer etwa zwei Kilometer ab. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hätte das an schweren Kopf- und Thoraxverletzungen verstorbene Kind den Unfall überlebt.

Verhandlung verpasst

Zur jetzigen öffentlichen Hauptverhandlung vorm Dachauer Amtsgericht war es erst gekommen, nachdem der Unglücksfahrer Einspruch gegen einen wegen fahrlässiger Tötung ergangenen Strafbefehl in Höhe von 7200 Euro eingelegt hatte. Ausgerechnet er selbst blieb dieser Verhandlung aber unentschuldigt fern, so dass der Einspruch kostenpflichtig verworfen wurde. Die Staatsanwaltschaft München II werde sich das Geld nun von dem Heidenheimer holen oder alternativ einen Haftbefehl verhängen, schreibt die Süddeutsche Zeitung und berichtet, dass sich die heute 30 Jahre alte Mutter der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen schuldig bekannt hat und ihren Strafbefehl über 2400 Euro akzeptiert. Sie hatte zwar gleichfalls Rechtsmittel eingelegt, aber nur, um die Geldstrafe in Raten begleichen zu können.

Anders als noch zum Zeitpunkt des Unfalls angenommen, ist der aus Ungarn stammende Fahrer nicht der Vater des Mädchens und auch nicht mit der inzwischen bei Rosenheim lebenden Landsmännin verheiratet oder verlobt. Beide waren offenbar nur von früher her miteinander bekannt.

Nach dem Prozess gab die Mutter einem Fernsehsender ein Interview. Dabei ließ sie wissen, dass sie kurze Zeit vor dem Unfall angehalten hätten. Bis zu diesem Zeitpunkt seien sie und ihre Tochter angeschnallt gewesen. Als die Fahrt fortgesetzt worden sei, habe sie auf darauf verzichtet, die Kleine zu sichern: damit sie bequemer schlafen könne.

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