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Neuneinhalb Jahre Knast als Strafe für die Überfälle auf Juwelier Kopp

Kriminalität: Ein junger Litauer war zweimal dabei, schlug auch schon in Oberstaufen zu und muss jetzt neuneinhalb Jahre hinter Gitter.

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Gleich zweimal war das Juweliergeschäft Kopp in der Hauptstraße im Mai 2016 zum Tatort geworden: Jetzt ist einer der unmittelbaren Tatbeteiligten verurteilt worden.  Foto: 

Die Hintermänner bleiben weiter im Dunkeln. Einen der Frontleute hingegen hat es jetzt voll erwischt. Ein DNA-Treffer hatte die Polizei auf die Spur eines 23-jährigen Mannes aus Litauen gebracht, dem auf diese Weise die Beteiligung an den beiden im Mai vergangenen Jahres auf das Heidenheimer Juweliergeschäft Kopp verübten Raubüberfällen nachgewiesen werden konnte. Dafür kassierte er jetzt vom Landgericht Kempten eine deftige Quittung: neuneinhalb Jahre.

In das noch nicht rechtskräftige Urteil wurde nach einem Bericht der „Allgäuer Zeitung“ eine Strafe einbezogen, die der junge Mann derzeit im nordschwäbischen Kaisheim verbüßt. Sie geht auf einen Juwelier-Überfall in Oberstaufen zurück, bei dem der offensichtliche Berufsverbrecher zusammen mit zwei Komplizen im Juli 2016 Rolex-Uhren im Wert von 45.000 Euro mitgenommen hatte. Dafür war der Litauer erst im März dieses Jahres zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Im Falle des Heidenheimer Geschehens hielt die Kammer eine siebenjährige Haftstrafe für angemessen – und verhängte neuneinhalb Jahre Gesamtstrafe.

Offensichtlich Berufsverbrecher

In Heidenheim hatte der Mann zusammen mit drei weiteren Mittätern offenbar nur zehn Ringe erbeutet. Nur acht Tage später, am 12. Mai 2016, war der zweite Streich erfolgt. Er und seine Familie seien bedroht worden, sagte er als Begründung vor Gericht, ohne indes Namen zu nennen. Nur soviel: Er habe 1000 Euro Schulden gehabt, und „man“ habe ihm gesagt, er solle sich an dem Überfall beteiligen, bei dem 14 Uhren im Gesamtwert von 106.000 Euro den Besitzer wechselten. In allen Fällen hatten die von litauischen Hintermännern gesteuerten und mit brutaler Gewalt vorgehenden Tätergruppen Angst und Schrecken verbreitet, Vitrinen zerschlagen, das zum Teil bis heute unter den Vorfällen leidende Personal mit Waffen bedroht.

Der jetzt Verurteilte ist alles anderes als ein unbeschriebenes Blatt. Er hatte bereits vor seinem Auftritt in Deutschland eine Haftstrafe in Litauen verbüßt, was den Vorsitzenden Richter in Kempten denn auch dazu veranlasste, von einer „extremen Rückfallgeschwindigkeit“ zu sprechen. Das Vorstrafenregister ist angesichts erheblicher Verurteilungen wegen Gewaltdelikten nicht minder bemerkenswert.

Banden aus Litauen am Werk

Juwelier-Überfälle gelten als Spezialität litauisch organisierter Kriminalität, die stets nach demselben Handlungsmuster abläuft. Zu den Banden gehören die unmittelbar Tatbeteiligten, die gegen vergleichsweise geringes Honorar beauftragt werden, nach Deutschland zu reisen und in einem ausgesuchten Geschäft zuzuschlagen. Andere übernehmen die Rolle, die Beute in Sicherheit zu bringen: wie jene zwei Litauer, die nach den Raubtaten in Heidenheim bei einer Verkehrskontrolle mit einem Teil der Beute geschnappt worden waren und inzwischen rechtskräftig verurteilt sind.

Tatsächlich führen auf diesem Deliktfeld alle Wege nach Litauen. Dort ist nach Informationen unserer Zeitung ein weiterer, 27 Jahre alter Mann inhaftiert, der an den Heidenheimer Tatorten eine genetische Spur hinterlassen hat. Er wird mit einem in Litauen verübten Mord in Verbindung gebracht. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen betreibt seine Auslieferung.

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