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Eine Kirchengemeinde, die immer weiter wächst

Die Evangelische Brückengemeinde investiert mitten im Einkaufsgebiet mehr als zwei Millionen Euro, um mehr Raum für Gott und die Welt zu schaffen.

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Die Brückengemeinde liegt im Dreieck von Kaufland, Burger King und Lidl, also an einem Standort, an dem es richtig rund geht. Was denn auch als explizit als runde Sache empfunden wird. „Wir sind mitten auf einem Marktplatz, also genau dort, wo Kirche sein soll,“ sagt Pastor Siemen van Freeden, und die als gut empfundene Lage hat die ganze Gemeinde ermuntert, an eben dieser Stelle noch bessere Bedingungen zu schaffen.

Anders als andere kirchliche Gemeinschaften ist die an der Wilhelmstraße gelegene Brückengemeinde seit ihrer Gründung im Jahr 2000 mit Wachstum gesegnet. Heute zählt die zur Evangelischen Landeskirche gehörende Gemeinde 371 erwachsene Mitglieder, um die sich 200 Kinder und Jugendliche scharen. Mit dem Zuspruch wächst die Raumnot, die aktuell schon so groß ist, dass der bestehende Gottesdienstraum mit 180 Plätzen zu klein ist und die sonntäglichen Morgengottesdienste im Paulusgemeindehaus gefeiert werden müssen.

Gegenläufig ist auch die finanzielle Entwicklung. Während die Evangelische Gesamtkirchengemeinde in ihrer Not längst begonnen hat, sich von Teilen ihres Immobilienbestandes zu trennen, schafft es die sich ausschließlich aus Spenden finanzierende Brückengemeinde, mit dem jetzt beabsichtigten Neubau eines Gemeindezentrums ein Millionen-Projekt zu schultern. Vor einem Jahr schon haben die Verantwortlichen ein 2571 Quadratmeter großes Gelände erworben, das zwischen dem bestehenden Gemeindehaus und dem nördlich angrenzenden Lidl-Parkplatz liegt. Momentan ist dieses Gelände noch an ein Autohaus vermietet, doch schon im März 2017 sollen die Bauarbeiten für den Neubau beginnen.

Dessen Kosten belaufen sich auf 2,2 Millionen Euro. Die Gemeinde selbst kann auf 570 000 Euro Eigenmittel zurückgreifen. Die Fremdfinanzierung steht, doch will man möglichst wenig Bankdarlehen beanspruchen, um künftig lastenfrei agieren zu können. Finanzielle Unabhängigkeit ist der Brückengemeinde wichtig, die auch andere Standorte im Stadtgebiet geprüft hatte, darunter Angebote der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, die unter anderem die inzwischen an den Landkreis Heidenheim vermietete Waldkirche ins Spiel gebracht hatte. „Die hätte uns aber nicht selbst gehört,“ erklärt Pastor van Freeden, „es wäre rein finanziell nicht machbar gewesen“.

Die Baukoordination übernimmt Architekt Manfred Gaißer von Wolf Planung Heidenheim. Die Bauherrschaft liegt in Händen des Trägervereins der Brückengemeinde, des Offenen Abends Heidenheim, deren Vorsitzende Carmen Lindemann weiß, dass man hier ein ambitioniertes Vorhaben beginnt. „Das wird herausfordernd, aber es wird funktionieren,“ meint sie im Wissen darum, dass der Bau dieses multifunktionalen Veranstaltungszentrums eine tiefe Verankerung an der Basis hat. Dort freut man sich schon auf das neue Haus, das in Holzständerbauweise entstehen wird, um die Kosten niedrig zu halten. Die Gebäudesprache soll schlicht, aber einladend sein.

Das Geschehen in dem Flachdach-Gebäude wird sich auf zwei Ebenen abspielen. Im Erdgeschoss wird man von einem Vorplatz aus ein Foyer betreten, das an einen Lounge-Bereich anschließt und dessen Zentrum ein „Gebetshaus“ bildet.

Eine Besonderheit soll der bereits am Eingang mögliche Blick zum Kreuz in den großen Gottesdienstraum sein, der bei Vollbestuhlung bis zu 470 Personen Platz bieten wird. Daran schließt sich ein Elternkindraum mit Fenster zum Gottesdienstraum an, der bei Bedarf verkleinert, aber auch noch vergrößert werden kann.

Auf der zweiten Etage gibt's Platz für eine große Dachterrasse mit eigener Küchenanbindung, für Gruppen-, Seminar- und Büroräume sowie für drei Dolmetscher-Kabinen: Morgengottesdienste werden standardmäßig in englisch, immer wieder in französisch, ab und zu auch in arabisch übersetzt.

Auch das Bestandsgebäude hat Zukunft. Es bleibt Teil des neuen Ganzen, wird für Seminare und Veranstaltungen genutzt. Der bisherige Gottesdienstraum wird dann schwerpunktmäßig für die „Kinderbrücke“, also Kindergottesdienste genutzt.

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