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Klinikum Heidenheim: Neue Kurzlieger-Station soll die Kosten senken

Bei der Kurzliege-Station geht es ums Sparen. Aber auch für die Patienten, die Pflegemitarbeiter und die Ärzte erwartet sich das Klinikum-Management eine Reihe von Vorteilen

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Chirurgische Patienten mit kleinen Eingriffen werden in naher Zukunft auf einer Kurzlieger-Station versorgt.  Foto: 

Auf dem Weg zur finanziellen Sanierung des Klinikums wird jeder Stein umgedreht, und einige werden auch versetzt. Ein gänzlich neuer Baustein aber wird jetzt in Form einer operativen Kurzlieger-Station hinzugefügt, mit der fast so etwas wie die Quadratur des Kreises erreicht werden soll: bessere Auslastung, weniger Kosten, höhere Patientenzufriedenheit, mehr Planungssicherheit.

Das Vorhaben ist Teil des aus 68 Positionen bestehenden Sanierungskonzeptes „„Fit für 2020“ und soll schon ab März/April nächsten Jahres gestartet werden. Zur Umsetzung des mit den Führungskräften des Klinikums abgestimmten Konzepts ist eine Projektgruppe eingerichtet worden, die Anfang dieser Woche ihre Arbeit aufgenommen hat. Fest steht schon heute, dass die neue Einheit über 19 Betten verfügen und ihren Platz im dritten Stock des Bettenhauses B bekommen wird.

Nur für chirurgische Patienten

Im neu eingerichteten Kurzlieger-Bereich werden ausschließlich chirurgische Patienten aus mehreren Fachabteilungen behandelt. Später, so signalisiert es Pflegedirektor Klaus M. Rettenberger, könnte eine solche Station auch für die innere Medizin eingerichtet werden. Als Zielgruppe gelten jene Patienten, die nur bis zu drei bis vier Tage im Klinikum sind, wovon es – das hat eine Analyse ergeben – in allen operativen Bereichen eine relativ große Zahl gibt.

Gemünzt auf kleinere Eingriffe

Welche Idee hinter der Planung steckt, erläutert Klinikum-Pressesprecher Günther Berger: Bei Kurzliegern werden kleinere Eingriffe vorgenommen, die größtenteils nach einem standardisierten Schema ablaufen, also gut planbar sind. Gleichzeitig führt die kurze Verweildauer im Krankenhaus dazu, dass in den operativen Bereichen die Auslastung der Betten sinkt.

Gelingt es, diese Patienten ungeachtet der Fachdisziplin in einem Bereich zusammenzufassen, kann diese von Montag bis Freitag betriebene Station am Wochenende geschlossen werden – was bedeutet, dass zwei Tage kein Personal vorgehalten werden muss und auch keine sonstigen Fixkosten anfallen.

Weniger Nachtdienste

Der ökonomische Vorteil fürs Klinikum liegt auf der Hand, ist insbesondere in der Verringerung der Personal- und Prozesskosten zu sehen. Und doch will Klinikum-Geschäftsführer Udo Lavendel nicht allein die wirtschaftliche Seite ins Licht gerückt wissen und weist auf weitere Pluspunkte dieses Modells hin, die nach seiner Darstellung allen Beteiligten zugute kommen. Demnach profitieren die Patienten von einer gut durchorganisierten Behandlung, die Mitarbeiter des Pflegebereichs von einer besseren Planung sowie einer Verringerung der Nachtdienste, und auch dem ärztlichen Bereich biete die Bündelung Vorteile.

Klar ist aber auch, dass die aus wirtschaftlichen Gründen notwendige Weichenstellung gerade für den ohnehin mit Arbeitsverdichtung konfrontierten Pflegedienst nicht einfach wird.

Gewaltige Umstellungen

Die Klinik-Verantwortlichen selbst sprechen von großen Herausforderungen, gar von einer „gewaltigen Aufgabe“. Und speziell der für Pflege und Prozessmanagement zuständige Direktor Rettenberger räumt ein, dass strukturelle Veränderungen dieser Art immer auch Widerstände überwinden müssen und auf Vorbehalte stoßen, wenngleich er im aktuellen Fall einen grundsätzlichen Konsens zu erkennen glaubt und auf eine alte Erfahrungen baut: „Wenn sich der Fokus auf das enthaltene Verbesserungspotenzial richtet, fällt es allen Beteiligten leichter, Prozesse zu verändern, obwohl solche Veränderungen in den gewohnten Abläufen zunächst oft als störend oder unangenehm empfunden werden.“

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