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Nachruf: Richard Schweizer im Alter von 91 Jahren gestorben

Im Alter von 91 Jahren ist Richard Schweizer gestorben. Zeit seines Lebens hat er die Heidenheimer Kino-Szene geprägt und entwickelt und blieb dabei sich selbst und seinen Prinzipien immer treu.

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Richard Schweizer starb im Alter von 91 Jahren.  Foto: 

1925 in Baden Baden geboren, kam er 1941 mit seiner Familie nach Heidenheim, wo Schweizers Vater die damalige „Traube“ in der Hauptstraße, am heutigen Standort des Capitol–Kinos, und damit auch den Kinosaal übernahm. Der Traum vom Medizinstudium scheiterte daran, dass er keinen Kriegsdienst geleistet hatte und so arbeitete Richard Schweizer in den elterlichen Capitol-Lichtspielen mit.

Anfang der 1950er Jahre baute er dann selbst das Gloria-Kino in der Schnaitheimer Straße. Hier wurden in dieser Zeit nicht wenige deutsche Filme uraufgeführt, teils auch in Anwesenheit der Schauspieler. Später baute Richard Schweizer auch in Karlsruhe ein großes Kino und galt im süddeutschen Raum als federführend und Technik-Pionier, weil er hier die Technik für 70-mm-Filme installierte, mit der es möglich war, Filme auf sehr großen Leinwänden zu zeigen.

1978 baute Richard Schweizer seine Marktpräsenz in Heidenheim aus und baute das Capitol–Kino in der Hauptstraße, das bisherige Gloria wurde abgerissen und an seiner Stelle ein Ärztehaus mit Kino eröffnet, in dem eher kulturell wertvolle Filme gezeigt wurden. Noch im Alter von 70 Jahren beschloss Schweizer, das Kino-Center in den Seewiesen zu bauen. Schon seit Jahren führt sein Sohn Ralf-Christian das Kino-Familiengeschäft weiter.

All die Tätigkeiten dienten Richard Schweizer immer dazu, den Markt zu sichern. Dabei war es ihm immer wichtig, gepflegte Unterhaltung zu zeigen und Familienkino zu machen. Der Sexfilm-Welle Ende der 1960 bis Mitte der 1970er Jahre entzog er sich dadurch, dass er solche Filme in seinen Lichtspielhäusern nicht zeigte. Denn wichtig war es Schweizer immer, als seriöser und auf Sicherheit bedachter Kaufmann wahrgenommen zu werden, der er aus Überzeugung war.

Aus seinen Erfahrungen im dritten Reich und durch die katholische Erziehung lehnte Schweizer Zeit seines Lebens eine Zugehörigkeit zu politischen Parteien und anderen Gruppierungen ab, obwohl er noch im hohem Alter reges Interesse an politischen und wirtschaftlichen Ereignissen hatte.

Richard Schweizer war Gründungsmitglied des TC Heidenheim, hatte großes Interesse am Wassersport und war begeisterter Skiläufer noch bis zum 80. Lebensjahr.

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