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Leidet der Heidenheimer Einzelhandel unter den Schloss-Arkaden?

Ein Aalener City-Manager meint einen Grund für die leer stehenden Geschäfte in Heidenheim zu kennen: die Schloss-Arkaden. Stimmt das?

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Die Schloss-Arkaden sind eine Einkaufswelt für sich, die aber dennoch auf die übrige Heidenheimer Innenstadt und deren Geschäfte positiv ausstrahlt.  Foto: 

Sind die Schloss-Arkaden so stark, dass der Rest des Heidenheimer Einzelhandels darunter leidet? Aalens City-Manager Reinhard Skusa wirft diese Frage auf in der Diskussion darüber, ob auch das Aalener Einkaufszentrum „Mercatura“ ein Dach erhalten soll, wie es sich Kunden wünschen.

„Was ein in sich abgeschlossenes Einkaufscenter wie die Schloss-Arkaden mit einer Innenstadt macht, sehen wir an den vielen Leerständen in Heidenheim“, behauptet Aalens City-Manager Reinhard Skusa. Doch stimmt seine Behauptung?

Einzelhandelsgutachten: Schloss-Arkaden positiv für den Einzelhandel

In Heidenheim ist die Sichtweise nämlich eine ganz andere. „Die Schloss-Arkaden haben sich auf die Entwicklung des Einzelhandelsstandortes Heidenheim positiv ausgewirkt“, so die Einschätzung von Wirtschaftsförderer Georg Würffel.

Er kann sich dabei auf aktuelle Zahlen berufen, die im vergangenen Vierteljahr für die Erstellung eines neuen Einzelhandelsgutachtens erhoben wurden. Diese Daten stellten sogar deutlich heraus, dass die Schloss-Arkaden zum großen Teil ein zentrales Argument seien, die Heidenheimer Innenstadt zu besuchen und dort einzukaufen.

Auch Oberbürgermeister Bernhard Ilg steht voll und ganz zu den Schloss-Arkaden und sagt: „Die Aussagen von Herrn Skusa lenken von eigenen Problemen ab.“

Gäbe es die Schloss-Arkaden nicht, hätte sich Heidenheims Einzelhandel völlig anders entwickelt, ist Würffel überzeugt. Denn durch die Ansiedlung der Schloss-Arkaden konnten erstmals für die Heidenheimer Innenstadt Einzelhandelsunternehmen gewonnen werden, die eine Innenstadt ohne die nötigen Flächenkapazitäten nicht anziehen konnte.

Anziehungspunkt Schloss-Arkaden

Außerdem seien neue Parkflächen geschaffen worden, die bis heute, so auch ersichtlich in der Datenerhebung der Experten, die wichtigsten Parkflächen der Innenstadt seien. „Die Schloss-Arkaden sind somit ein Motor der Heidenheimer Innenstadt, welche gemeinsam mit der Haupt- und Karlstraße einen attraktiven Branchenmix ausbilden. Dieser Mix wird wiederum auch in der Befragung von Kunden zum Einzelhandelsgutachten als positiv bewertet und somit bestätigt. Damit stärken die Schloss-Arkaden die Innenstadt in dieser Hinsicht“.

Und noch ein weiteres Indiz spricht für Würffels Argumentation: Seit der Ansiedlung der Schloss-Arkaden ist die Zentralitäts-kennziffer auf 141,2 angestiegen, das heißt, die Hälfte des Einzelhandelsumsatzes kommt von außerhalb. Würffel verweist auch auf die Zusammenarbeit der Werbegemeinschaft der Schloss-Arkaden und dem Dienstleistungs- und Handelsvereins HDH. Dadurch werde Heidenheim nach außen hin als Einkaufsstadt dargestellt.

Einzelhandelsexperten: Masterplan Innenstadt

Dennoch erkennt man auch in Heidenheim ein Nord-Süd-Gefälle im Einkaufsverhalten. Das ist laut Würffel erkannt und werde im Masterplan Innenstadt und im Einzelhandelskonzept mit entsprechenden Vorschlägen diskutiert.

Das Nord-Süd-Gefälle entspricht, was auch im Vortrag der Einzelhandelsexperten von der Firma „Standortkommune“ klar gemacht wurde, dem Kaufverhalten der Kunden und Bürger der Stadt. „Dies kann die Stadt schwerlich steuern und das macht auch in der derzeitigen Marktentwicklung im Einzelhandel die größten Problemlagen.“ Das Gutachten wird voraussichtlich im Sommer fertig sein.

Lücken tun sich in Heidenheims Ladenzeilen auf, manche Läden stehen schon seit Monaten leer. Wirtschaftsförderer Georg Würffel führt die Leerstände gerade in den A-Lagen auf die Unternehmensentwicklungen der ehemaligen Mieter zurück sowie auch auf Trends, die nicht nur Heidenheim betreffen.

Als Beispiel führt er die Insolvenz der Firma Butler's auf sowie auch den Rückzug der Firma Jack Wolfskin, ähnlich wie in Aalen und anderen Städten. Gleichzeitig fehle beim inhabergeführten Einzelhandel oftmals der Nachwuchs, sodass sich keine Nachfolger finden. Ein weiterer Trend: Neue Einzelhandelsgeschäfte abseits der Ketten werden immer weniger gegründet. Gleichzeitig erhält der Einzelhandel starke Konkurrenz durch den Online-Handel.

Die Mieterwartung von Eigentümern und Mietern seien zudem recht unterschiedlich, drückt sich Würffel diplomatisch aus. Hinzu kommt, dass gerade kleine Ladenflächen, zudem über mehrere Stockwerke, nicht mehr gewünscht werden. Der Trend geht laut Würffel zu ebenerdigen Flächen von 350 Quadratmetern aufwärts – das ist gerade in den „Altstadt-Lagen“ an Hauptstraße und Hinterer Gasse aber schon eher das obere Ende.

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