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Landtagspräsident rät zu regionalem Mobilitätsmanagement

Der Präsident des baden-württembergischen Landtags, Guido Wolf, eröffnete die Vortragsreihe zum Jubiläum der Brenztalbahn. Dabei war er selbst nicht mit dem Zug gekommen.

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Sprach im Marstall: Landtagspräsident Guido Wolf.  Foto: 

Der Landtagspräsident war nicht mit dem Zug gekommen – eine gute Entscheidung, wie ihm Bürgermeister Rainer Domberg bescheinigte. Mit der Mobilität von und nach Heidenheim sei es nämlich recht schwierig, und der letzte Zug Richtung Stuttgart fahre um 21.55 Uhr – mit Ankunft um 1.16 Uhr.

150 Jahre Brenzbahn sei ein Jubiläum mit großer Bedeutung für die Region, so Domberg. Das habe die Geschlossenheit der Anrainergemeinden beim Brenzbahngipfel vor wenigen Wochen erneut gezeigt.

Guido Wolf war ganz auf dieser Linie. Es sei ein gemeinsames Ziel, die Schiene auch in die Fläche zu bringen, denn die Vitalität des ländlichen Raums hänge von funktionierenden Verkehrsadern ab, sagte er.

150 Jahre Brenztalbahn, das klinge ein wenig nach Heimat und Eisenbahnromantik. Die Eisenbahn sei analog geblieben und scheine damit so gar nicht in unser modernes Leben zu passen. Immer wieder gebe sie Anlass zu berechtigter Kritik. Wolf erwähnte Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit, Züge in denen es heiß sei wie in einer Sauna, und Bahnhöfe, die wegen Personalmangels nicht angefahren werden könnten.

All das habe zur Abwärtsspirale der Eisenbahnkultur beigetragen. In der Zukunft aber müsse sich das ändern, ist der Landtagspräsident überzeugt. Vor allem in den Städten sehe er auf Dauer für den Individualverkehr keine Zukunft. Statt dessen müsse sich die Bahn fortentwickeln, „Wir brauchen die Eisenbahn 3.0 mit zwei Gleisen, integrierter Flexibilität und verlässlichen Anschlüssen“, forderte Wolf.

Doch das Engagement für den Bahnausbau sei eine mühsame Angelegenheit. Allein schon die richtigen Ansprechpartner bei der Bahn zu finden, sei nicht einfach, so Wolf. Als Vorsitzender des Interessenverbandes Gäubahn wisse er ganz genau, wovon er spreche.

Schicksalsergebenes Lamentieren bringe den ländlichen Raum aber nicht voran. „Die Eisenbahn hat Zukunft, wenn sie auch von unten nach oben gedacht wird“, zeigte sich Wolf überzeugt und riet zu einem regionalen Mobilitätsmanagement: „Mobilität ist Grundbedürfnis und Standortfaktor“.

Im Anschluss hatten die Zuhörer Gelegenheit mit dem Landtagspräsidenten ins Gespräch zu kommen. Was man tun könne, um von der Bahn ernst genommen zu werden, wollte ein Zuhörer wissen. Wolf riet, Interessen zu bündeln und dabei parteipolitische Interessen außen vor zu lassen. Ein einfaches Unterfangen sei das aber nicht. Die Abläufe seien sehr zäh und zeitintensiv. Impulse aus eigener Kraft, wie jetzt beim Brenztalgipfel besprochen, könnten das Verfahren vorantreiben.

Uwe Siedentop vom Heimat- und Altertumsverein fragte nach den Chancen, Güter wieder auf die Schiene zu bekommen. Hier habe sich der Abwärtstrend ähnlich entwickelt wie bei den Personenzügen, antwortete Wolf. Unpünktlichkeit und geringe Flexibilität mache die Schiene für viele Güter unattraktiv. Allerdings verwies Wolf auch darauf, dass Güterverkehr auf der Schiene sehr viele Lärm verursache.

Hier schaltete sich Landrat Thomas Reinhardt in die Diskussion ein. Wichtig für die Region sei es, die Brenzbahn zweigleisig auszubauen, damit Personenzüge künftig öfter und schneller fahren könnten. Die Elektrifizierung jedoch könnte ein zweischneidiges Schwert sein, denn dann könnte die Strecke auch interessant werden für den Transitgüterverkehr, gab er zu bedenken.

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