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Krankenhaus-Report: Im Klinikum wird 8000 mal operiert

Das Klinikum Heidenheim liegt bei den meisten Operationen über den Mindestzahlen. AOK-Chef Dr. Christopher Hermann fordert trotzdem eine Spezialisierung.

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Nur wer oft operiert, operiert gut: Diese Position vertritt die AOK. Kliniken sollen sich spezialisieren, forderte der baden-württembergische Vorstandsvorsitzende Christopher Hermann gestern bei seinem Besuch in Heidenheim.  Foto: 

Der Krankenhaus-Report der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) brachte es auf den Punkt: Für Patienten sind Operationen riskanter, wenn diese in einer Klinik nur relativ selten gemacht werden. Der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, vertiefte diese Aussage bei seinem gestrigen Besuch in Heidenheim.

Heute sei bei der medizinischen Versorgung viel mehr möglich als noch vor einigen Jahren, komplexe Eingriffe könnten auch bei alten Patienten angewendet werden. Dazu brauche es aber viel Erfahrung der behandelnden Mediziner. Auf der anderen Seite steht für die Krankenkasse das Thema Geld: „Um das wirtschaftlich machen zu können, braucht man entsprechende Fallzahlen“, so Hermann.

Genügend OPs in Heidenheim?

Die jetzt von der AOK erhobene Forderung, dass Krankenhäuser Mindestmengen an Operationen durchführen, um mehr Routine zu gewinnen, verursacht auf dem Heidenheimer Schlossberg keine Aufregung. „Dieses Thema ist nicht neu,“ sagt Klinikum-Pressesprecher Günther Berger und relativiert damit die von der Krankenkasse hervorgerufene mediale Aufregung.

So gibt es für bestimmte relevante medizinische Leistungen bereits eine gesetzlich festgelegte Untergrenze. Etwa für Kniegelenks-Totalendoprothesen: Laut Vorgabe müssen jährlich mindestens 50 Eingriffe nachgewiesen werden – das örtliche Klinikum liegt mit 65 darüber. Bestimmte spezialisierte Bereiche, bei denen eine Mindestmenge gefordert wird, sind im Klinikum schon deshalb nicht relevant, weil sie nicht zum Behandlungsspektrum gehören.

Das Klinikum Heidenheim zählt nach eigener Einschätzung nicht zu jenen Krankenhäusern, die in diesem Zusammenhang zu wenig Operationen abbilden. Ein Blick in den Geschäftsbericht 2015 – 2016 liegt noch nicht vor – zeigt, dass man sich überwiegend auf den klassischen Feldern des Operationsgeschehens mit vielen Standardeingriffen bewegt.

Zum Beispiel in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, wo unter anderem folgende Fallzahlen aufgeführt sind: 875 Repositionen von Frakturen – also das Richten von Knochenbrüchen – und Luxationen mit Osteosynthese, 676 wiederherstellende Operationen an Sehnen bzw. Bändern des Schultergelenks durch eine Spiegelung, 296 offene Korrekturoperationen eines Gelenks, 223 Einpflanzungen eines künstlichen Hüftgelenks.

Kliniken sollen sich absprechen

Alles in allem kommt man im Klinikum Heidenheim im Jahr auf 8000 Operationen der unterschiedlichsten Art. Darunter sind viele Leistungsbereiche, in denen man über der geforderten Mindestmenge liegt oder wo gar keine Untergrenze festgelegt ist.

Die Krankenhausversorgung stelle niemand in Frage, so AOK-Chef Hermann, „aber Kooperation ist das Gebot der Stunde.“ Dies gelte auch für Ostwürttemberg. „Die Kliniken müssen sich absprechen und sollten nicht alle dasselbe machen“, sagte der 62-jährige Gesundheitsfachmann. Über rote Zahlen brauche sich sonst auch keiner zu wundern.

Josef Bühler, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg, beschrieb die Krankenhausstruktur in Ostwürttemberg als „belebt“: Im Ostalbkreis haben sich die Kliniken in Aalen, Ellwangen und Mutlangen zu einer Anstalt öffentlichen Rechts zusammengeschlossen, in Heidenheim hat die Klinikleitung gewechselt und liegt nun mit Udo Lavendel in den Händen der Beratungsfirma Economedic. „Mindestmengen spielen für die Region eine Rolle“, so Bühler. Seiner Meinung nach dürfe Kooperation auf keinen Fall an der Landkreisgrenze enden.

Generell sei die Krankenhausplanung ein Thema des Landes, meinte Hermann. „Die Strukturierung von Minister Lucha ist genau das Richtige“, lobte er. „Wir wollen die beste Versorgung für unsere Versicherten“, so der Vorstandsvorsitzende. Entsprechend Einfluss nehmen könne die AOK im Krankenhausausschuss. Regional sei man im ständigen Gespräch mit den Klinikleitungen, so Josef Bühler, und versuche dort auch, die Wünsche der Krankenkasse den Verantwortlichen nahe zu bringen.

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