Partner der

Konzept gescheitert: Sammlung von Altkleidern wird eingestellt

Es war als Kampf gegen den Wildwuchs bei den Altkleider-Container gedacht - doch die Schlacht ist verloren: Straßensammlungen sind bald passé.

|
Straßensammlung von Altkleidern: Der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb lässt jetzt die Finger davon.  Foto: 

Damit gerät ein Konzept zum Auslaufmodell, das der an vielen Müll- und Recycling-Schauplätzen aktive Kreisabfallwirtschaftsbetrieb erst vor knapp zwei Jahren aufs Gleis gebracht hatte. Weil immer mehr gewerbliche Unternehmen legal und  illegal ihre Sammelcontainer  platziert hatten, war man nach einigen Testläufen dazu übergegangen, sich selbst auf diesen offensichtlich lukrativen Markt zu begeben. Der Eigenbetrieb des Landkreises führte die in eigener Regie betriebene kreisweite Sammlung von Altkleidern und Altschuhen ein – gekoppelt an die ohnehin laufenden Altpapiersammlungen der Vereine, die für das zusätzliche Geschäft extra entlohnt wurden.

Die Erwartungen waren groß. Auf 1200 Tonnen Altkleidung schätzte man beim Abfallwirtschaftsbetrieb das jährliche Sammel-Potenzial, was einiges Geld versprach, das bis dato allein von gewerblichen Sammlern abgeschöpft wurde. Doch während dort für die eigene Kasse Profit gemacht wird, gibt der Abfallwirtschaftsbetrieb seine Überschüsse an die Gebührenzahler zurück – mit ein Grund, mit dem seinerzeit auch Landrat Thomas Reinhardt die Entscheidung für das Altkleidergeschäft begründet hatte.

Auch der damit verbundene Aufwand war beträchtlich. Vor dem Start der kreisweiten Straßensammlungen waren 170 Vereine und Organisationen informiert und um ihre Mitwirkung gebeten worden. Im Herbst 2013 hatte man 1,2 Millionen rote und grüne Säcke für Alttextilien und gebrauchte Schuhe bestellt, und noch vor Weihnachten wurden allen 56 000 Haushalten zusammen mit den gelben Säcken erstmals auch die neuen Plastiktüten zugestellt.

Doch die von Amts wegen angestellte Rechnung, sie ging nicht auf. So musste man feststellen, dass es nicht gelungen ist, die Anzahl der aufgestellten Container zurückzudrängen. „Das hat eher zugenommen,“, so Franz Bareth, Leiter des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs, dem es schon deshalb nicht gelingen konnte, die für ein ausgeglichenes Ergebnis notwendigen Sammelmengen zu erreichen. Nach aktueller Schätzung wird man es 2016 auf gerade mal 250 bis 300 Tonnen bringen, doch wären eher 500 Tonnen notwendig, um bei der bestehenden Kostenstruktur auf einen grünen Zwei zu kommen. Hinzu kommen weitere Probleme: Oft werden von den Haushalten auf der Straße bereitgestellte Altkleidersäcke am Vorabend von unberechtigter Seite abgesammelt, also gestohlen – und bei Regen wird das Sammelgut nicht selten nass und damit unbrauchbar.

Mit der vor diesem Hintergrund getroffenen Entscheidung, die bislang flächendeckende Straßensammlung für Altkleider und Schuhe zum Jahresende einzustellen, verabschiedet sich der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb aber nicht ganz von diesem Geschäftszweig. So weist Franz Bareth ausdrücklich auf die nach wie vor in den Wertstoffzentren bestehenden Abgabemöglichkeiten hin. Und unabhängig davon kann man gut erhaltene Kleidung auch direkt verschiedenen caritativen Organisationen zukommen lassen, die auf örtlicher Ebene Kleiderkammern betreiben und ausschließlich gemeinnützige Zwecke verfolgen.

Wie sich die gewerbliche Konkurrenz entwickelt, bleibt derweil abzuwarten. Die im Kreislaufwirtschaftsgesetz geregelte Rechtsgrundlage ist klar: Wer einen Sammel-Container aufstellen will, muss dies beim Landratsamt anzeigen. Und geschieht dies auf öffentlicher Fläche oder ist nur von dort aus der Zugang zum Container-Standort möglich, braucht es zudem eine Sondernutzungserlaubnis der jeweiligen Kommune. Nur: Franz Bareth zumindest ist sich nicht sicher, ob alle Betreiber auch wirklich eine Genehmigung haben.

Lesen Sie jetzt die eZeitung schon ab 0,99 € / Monat
Die digitale 1:1-Ausgabe der Heidenheimer Zeitung steht Ihnen ab 4 Uhr morgens mit allen Nachrichten der Region zur Verfügung. » zum Angebot

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Doppelpack lange Einkaufsnacht und Weihnachtsmarkt funktioniert bestens

Das Doppelpack lange Einkaufsnacht und Markt in der Hinteren Gasse funktioniert bestens. Am Konzept wird behutsam weiter gefeilt. weiter lesen

232ZL